Klar gerne :)
Letztendlich war das Freilaufen bei uns durch ganz viele verschiedene Trainingsansätze möglich. Ich versuche mal aufzulisten und hoffe ich vergesse nichts 
Vllt vorab^^ Meine Hündin habe ich aus dem Tierheim, kam aber aus Frankreich, Vorgeschichte unbekannt, 4 Jahre, Angsthund und Jagdtrieb wie sonst was. Wir hatten am Anfang Phasen in denen sie draussen stundenlang nicht ansprechbar war, weil sie sich so in ihren Jagdtrieb reingesteigert hat, dass einfach alle Sicherungen komplett rausgeflogen sind
Aber zum Training....
1. Rückruf auf Pfeife gaaaanz kleinschrittig konditioniert. Also wirklich wie aus dem Lehrbuch erstmal 3 Wochen nur in der Wohnung und ganz hochwertige Futterbelohnung. Sprich Wurst, Käse und so (gab es auch übrigens später noch immer (heute hört sie die Pfeife leider kaum noch)
2. Draussen Entspannung üben. Dazu hatte ich damals ein Seminar mit ihr besucht und das war genial. Eigentlich recht simpel, aber für uns damals echt hilfreich. Meine Nudel liebt es durchgekrault und massiert zu werden (wir haben dafür immer den Kong Zoom Groom genommen, geht aber natürlich auch ohne). Nun ist aber ja draussen alles spannender. Also habe ich daheim ein Entspannungswort konditioniert und dann draussen langsam eingeführt. Immer mit mega Massage
3. Wir haben das Vorstehen/Anzeigen geklickert. Auch wenn meine Nudel ein Vorstehhund ist, hielt die anfangs nicht viel von Anzeigen, da war eher los schießen angesagt. Ich habe also jedes minimale Anzeigen bestätigt. Sprich wir laufen im Wald. Hund steht ne Millisekunde und schaut in den Wald. Ich klickere. Und zwar völlig unabhängig davon, ob ich da etwas sehe oder nicht! Das Vorstehen/Anzeigen wird dann immer mehr und immer länger und man kann nach ner Weile anfangen nur noch die wirklich spannenden Sachen zu belohnen und nicht mehr jeden "Blick ins Nichts"
4. Isometrische Übungen aufbauen. Die isometrischen Übungen haben uns ganz viel geholfen meine Hundine nach einer Wildsichtung wieder zu erden. Wer einen Jagdhund hat, kennt das ja. Die Sicherungen fliegen raus, Reh/Hase etc ist schon in Hintertupfingen angekommen, aber die Sicherungen sind noch raus und Hund kommt nicht runter. Die Übungen haben ihr geholfen sich ruhig auf ihren Körper zu konzentrieren und wieder runter zu kommen.
5. Und fast mit die wichtigste Erkenntnis für mich: Nicht erwarten, dass die Hundine umdreht, wenn da ein Hase oder ähnliches flitzt. Meine Hündin konnte das einfach nicht leisten. Ich habe also das Vorstehen so verlängert, dass ich sie abgeholt habe und sie sich nicht vom Jagdobjekt abwenden musste. Das kam dann tatsächlich irgendwann von alleine. Nicht immer aber ab und an konnte sie sich dann abwenden. Wenn nicht war das OK, dann bin ich einfach zu ihr geflitzt 
6. Je nach Situation, dürfte sie ihren Jagdtrieb dann "rauslassen". In manchen Situationen war sie einfach so im Trieb das Futterbelohnungen nicht mehr gingen (und sie ist glücklicherweise wirklich sehr verfressen). Da habe ich sie dann den Echtfelldummy "hetzen" lassen.
7. Passt iwie zu Nummer 6. Jage mit dem Hund. Ja ganz im Ernst. Das ist ein Jagdhund und der Trieb lässt sich ja nicht einfach ausknipsen, das wissen wir ja alle. Also nutze ihn für dich. Ich habe also mit meiner Hündin GEMEINSAM "gejagt". Bei uns sah das so aus, dass wir uns ein Objekt ihrer Begierde gesucht haben. Krähen, Störche, Tauben sind toooolle Jagdobjekt. Und dann haben wir uns gemeinsam angepirscht. (Jetzt habt ihr sicher alle riesiges Kopfkino
) Sah so aus, dass wir uns Schritt für Schritt genähert haben. Zwischendurch stehen geblieben sind, wieder ein paar Schritte weiter hinlaufen, stehen bleiben usw. Jedes Stehen bleiben hochwertig Belohnen! Taubem sind da grenzgenial, weil man super nah an die rankann, dann flattern die auch noch so toll weg und bleiben ein paar Meter weiter wieder sitzen und man kann von vorne anfangen 
8. Entsprechende Auslastung. Bei uns Mantraing, manchmal ne Fährte und Dummysuche. Und das aber regelmäßig. Nicht nur einmal die Woche.
9. Wenn ich selber nicht gut drauf war, warum auch immer, krank, müde, Stress oder sonst irgendwas keinerlei Erwartungen an die Hundine haben. Schlepp Leine ran und einfach neben oder hintereinander her Latschen.
Hmm ich glaube das waren so die wichtigsten Punkte, die bei uns zum durchschlagenden Erfolg geführt haben.