Beiträge von IngoK

    Was in dieser Diskussion gerne vergessen wird: Die potentielle Gefahr durch Wildschweine ist weitaus höher und realer als durch Wölfe.
    Ich bin selber schonmal beim Pilzesammeln angegangen worden, vor zwei Jahren tötete in der Gegend ein Wildschwein einen >50 kg Hund innerhalb weniger Sekunden in unmittelbarer Nähe des Besitzers und letztes Jahr lief hier eine marodierende Wildsau herum, die mehrere Menschen ins Krankenhaus und Autos in die Werkstatt brachte.
    Aber niemand geht wegen Wildschweinen nicht in den Wald oder fordert deren Ausrottung.
    Dieses Zitat zeigt das ja auch prima:

    Zitat

    Wir wohnen direkt neben dem Wald, Fuchs und Wildsau kommen bis zum Zaun. Die Kinder können vom Garten aus hinterm Haus im Wald spielen. Sorry, mit Wolf in der Nähe geht das nun mal nicht oder willst du das bestreiten


    Die Wildsau darf bis zum Zaun kommen, aber der Wolf in der Nähe ist gefährlich. Welch eine Verdrehung der Realitäten und welch eine Ignoranz gegenüber einer realen potentiellen Gefahr. Denn je vertrauter Wildschweine sind, umso gefährlicher!

    Die Situation der Wölfe in Indien ist eine andere und dabei dürfte eine wesentliche Rolle spielen, dass gerade die "Stadtwölfe" dort regelmäßig Zugang zu menschlichem Aas haben und sich so an den Geschmack dieser Spezies als potentielle Beute gewöhnen können.

    Viele Grüße

    Ingo

    Unser Hund kommuniziert klar und deutlich, hat aber auch eine zuverlässige Beisshemmung.
    Wenn es ihm zuviel wird, geht er weg.
    Belästigt ihn ein Kind weiter, knurrt er.
    gehts noch weiter, knurrt er heftiger und fletscht die Zähne, hört das Kind immer noch nicht auf, schnappt er unter heftigem Knurren in die hand, aber so sanft, dass es nicht mal Kinderhänden wehtut.
    Doch DER Schreck reicht, auch wenn er danach meist beschwichtigt.
    Unsere Kinder sind groß genug und selbst Schuld, wenn sie es zu weit treiben.
    Besuchskinder bekommen gesagt, sie sollen den Hund in Ruhe lassen, wenn er weggeht oder knurrt, werden aber nie mit ihm alleine gelassen.
    Ich bin froh darüber, dass unser Hund so reagiert.
    Der Hund einer früheren Freundin erduldete alles, machte sich bei zunehmendem Bedrängen durch Kinder nur immer kleiner und schaute immer leidender. Den musste man aktiv vor Kindern schützen und Kinder haben aus dem Verhalten dieses Hundes nichts gelernt.
    Bei unserem jetztigen weiss man immer, woran man ist und doch ist er verlässlich unverletzend.

    Viele Grüße

    Ingo
    .

    Zitat

    :D Echt jetzt? Du bellst fremde Hunde an? :lol:

    Nun, sagen wir mal "nicht eigenen Hund". Es würde mir nicht einfallen, einfach bei einer Hundebegegnung zu kläffen.
    Allein der Blick des Besitzers wäre mir peinlich.
    Aber ich kann mich manchmal beim Spielen oder auch nur zusammensitzen in Hunderunde nicht zurückhalten.
    Das kann zur Spielaufforderung dienen, die Aufmerksamkeit auf die Aussenwelt richten, einen Hund vom weggehen abhalten oder so...
    Es wurde allerdings auch schon ein Hund wegen Kläffens getadelt, der gar nicht getan hatte, das war ich.
    Das ganze hat aber natürlich wenig mit sinnvoller Kommunikation und schon gar nichts mit Notwendigkeit zu tun, sondern ist vor allem ein Spleen :headbash: von mir, dem ich nachgebe, wenn ich mir weitgehend sicher bin, dass es nicht schadet.
    Denn aus irgendeinem Grund habe ich ein Talent dazu, das manchmal juckt.
    Wenn unser Hund "Mama" sagen darf, darf ich auch ab und an mal bellen :D
    Als Junge musste ich auf Wunsch meiner Mutter auch schon mal in einem einsam gelegenen Ferienhaus einen großen Hund vortäuschen :roll:
    Und ja, wenn ein Hunderüpel auf unseren losprescht, belle ich den in tiefstem Tonfall an. Das wirkt überraschend gut. natürlich würde es auch wirken, wenn ich einfach losbrülle. Aber in so einer Situation rutscht mir spontan die Bellerei raus.

    ...ist aber alles Off Topic

    Viele Grüße

    Ingo

    Das stimmt, aber darum ist es auch egal, wie wir kommunizieren. Der Hund versteht und, wenn wir versuchen, zu knurren, zu Wnseln oder was auch immer. Er versteht und aber auch, wenn wir energisch: "Schluss jetzt" oder einladend "komm her" sagen oder auch nur körpersprachlich aggressiv, einladend oder wie auch immer auftreten.
    Das einzige, was er nicht versteht, sind lange abstrahierende Ansprachen, zu wattebauschig verpackte Abmahnungen oder verspätete Reaktionen.
    Viel Schaden wird man kaum damit anrichten, wenn man versucht, sich hündisch zu verhalten.
    Wer weiss, vielleicht findets der eine oder andere Fiffi ja sogar angenehm.
    Nötig ist es halt nicht und den meisten Hunden dürfte es egal sein.
    Aus eigener erfahrung kann ich immerhin sagen, dass viele Hunde sehr interessiert sind, wenn man als Mensch situationsangepasst bellt.
    Auch nicht nötig, aber ich habe da ein Talent und es macht mir Spass.
    letztlich interessiert, was ich mit meinem Bellen aussage, aber vor allem fremde Hunde. Mein eigener weiss schon vorher lange, was los ist.

    Viele Grüße

    Ingo

    Meiner gibt beim Jagen keinen Mucks von sich. Hat er vielleicht zu seienr "Wilder Hund Zeit" gelernt, wo er, wie ich befürchte, die Jagd teils erfolgreich zum Nahrungserwerb einsetzen konnte.
    Obwohl er eher ein Erregungskläffer ist, hört man beim hetzen keinen Ton.
    Zur Beruhigung: Seit dem letzten unerwarteten Erlebnis im Frühjahr ist er wieder dauerhaft an der Schlepp.

    Viele Grüße

    Ingo

    Zitat

    Der Satz ist ein bisschen durcheinander oder es ist noch zu früh am Montagmorgen ;) Ich hoffe ich verstehe ihn trotzdem. Eine Selektion auf das Verständnis von Korrekturmaßnahmen wäre zum einen merkwürdig und zum anderen unnötig. Man darf nicht vergessen, dass Hunde nunmal soziale Lebewesen sind. Jede soziale Gruppe verlangt aber nunmal gewisse Verhaltensweisen von einem Individuum, deren Nichteinhaltung auch durchaus sanktioniert wird. Das ist in meinen Augen also etwas völlig normales, das sich in jeder sozialen Gruppe findet und das jeder Welpe schon sehr frühzeitig kennenlernt.

    Viele Grüße
    Frank

    Ich finde, ich habe mich da eigentlich präzise ausgedrückt. Aber ich versuche es nochmal:
    Im Portfolio der angeborenen sozialen Kommunikation von Hunden sind körperliche Interaktionen fest verankert. Und zwar sowohl solche, die wölfische Vergangenheit haben, als auch solche, die in der Haushundwerdung seitens der Menschen hinzu kamen.
    Eine Selektion auf das Verständnis von Korrekturmassnahmen war in der Haushundwerdung weder unnötig noch merkwürdig, sondern einfach eine Notwendigkeit zu einer Zeit, da der Mensch sich bei korrektiven Maßnahmen gegenüber dem Hund nicht überlegt hat, wie der Hund das am besten versteht, sondern so handelte, wie er als Mensch dem sozial nachgestellten Mensch gegenüber gehandelt hätte.
    Seit gerade mal ca 30 Jahren gibt es unter westlichen Hundehaltern den Trend, auch bei Korrektur massiven Fehlverhaltens rein verbal oder "fernkörpersprachlich" vorzugehen und die direkte körperliche korregierende Intervention komplett und immer zu unterlassen.
    Das passt nicht zum Verhaltensrepertoire der Hunde und ist zu neu, um als Domestikationsmerkmal erblich manifest zu sein. So gut Hunde auch menschliches Ausdrucksverhalten lesen können, so irritierend kann es für manche Hunde sein, wenn der menschliche Sozialpartner die korrigierende körperliche Korrektur komplett wegfallen lässt. Das ist sowas wie ein ernsterer Sprachfehler. Man kann damit klar kommen und dennoch alles verstehen, aber es kann sehr viel anstrengender sein.

    Jetzt deutlicher?

    Viele Grüße

    Ingo

    Die stringenteste Selektion in der Hundwerdung war sicher nicht die bewusste Zuchtwahl, sondern die unbewusste.
    Die frühen Hunde mussten kapieren, was Sache war, ohne dass ihnen gezielte Kommandos oder intensives Training geboten wurde.
    Wer sich nicht in die Gemeinschaft einfügte, flog raus, so einfach war das wahrscheinlich.
    Daher war von Anfang an ein hoher Selektionsdruck darauf vorhanden, dass der Hund die menschlichen nonverbalen Ausdrucksformen verstehen lernt.
    Und es gibt vor allem ausn neuer und neuester Zeit eine ganze Reihe von beeindruckenden wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass Hunde menschliches Ausdrucksverhalten sehr gut lesen können, teils besser als wölfisches und teils besser als manche Menschen untereinander.

    Blinzeln ist eine Beschwichtigungsgeste, da bleibe ich bei. Zugegebenermaßen eine auf einer Ebene geringer Anspannung.
    Aber es ist eine stammesgeschichtlich sehr alte Beschwichtigungsgeste, die schon bei Reptilien aber auch bei Vögeln eine wichtige Rolle spielt.
    Und gerade sehr alte soziale Verhaltensweisen wirken oft besonders zuverlässig und sind nur sehr begrenzt willkürlich beeinflussbar.
    Und wenn der Hund nach dem Hin- und Herblinzeln auch noch ankommt und sich auf den Rücken legt, dann stehe ich dazu, dass hier ein großer Anteil an Beschwichtigung dabei ist.
    Das negiert natürlich nicht, dass auch solche Beschwichtigungsgesten innerhalb einer vertrauten Sozialgemeinschaft einen noch höheren Ritualisierungsgrad haben als ohnehin schon.
    Der Stresslevel ist dann entsprechend niedrig. Natürlich kann ein Blinzeln auch einfach Schläfrigkeit ausdrücken, aber das gegenseitige Blinzeln ist eigentlich immer beschwichtigungsrelevant.
    Natürlich haben die meisten Beschwichtigungssignale ihren Ursprung in Stressbewältigung und haben daher oft Übersprungshandlungscharakteristiken, doch ändert das nichts an der Deutung und der rezenten Funktion.
    Man kann das Blinzeln im übrigen sehr gut einsetzen, um starke Berührungsängste abzubauen. Das gegenseitige Beschwichtigen durch Blinzeln wirkt in hohem Maße beruhigend und entspannend.
    Es ist daher zB auch eine sehr bewährte Methode, wenn ich meine Papageien vom "wild gewordene Dampffeifenkreissägemodus" in den "Schmusevogelmodus" herunterfahren will.

    Viele Grüße

    Ingo

    Herr Terriermix ist eine Jagdsau. Seit er im Frühjahr mal 30 Minuten einem Feldhasen knapp an der Hacke blieb, hängt er wieder an der Schlepp.
    Monsieur ist Sichtjäger und rastet der Blick ein hilft gar nichts.
    Da hat bisher auch kein Trainer was dran ändern können (vielleicht zur Info: Toto hat mehrere freie Mallorcajahre hinter sich).
    Also fürchte ich, wir werden die Schlepp nicht los.
    Zudem Herr Hund offenbar genau weiss, wann er an der Schlepp ist und wann nicht. Im zweiten Fall ignoriert er gerne mal was, was im ersten Fall zu 100% sitzt.
    "Nimms mir nicht übel, aber das ist jetzt wichtiger. Bin ja gleich wieder da"
    Das gilt auch schon, wenn die Schlepp zwar dran ist, aber nur hinterherschleift.
    Jagd hat bei ihm Prio eins. Da bekommen wir nix geändert.
    Wobei er Rehe eher für freundliche Hunde hält, aber alles, was kleiner ist...saussss und wech.
    Allerdings will er dann wieder auch an Wildsauen ran.
    Also Schlepp, Impulstraining, zeigen und benennen...nur fruchtets im Ernstfall nix.

    Viele frustrierte Grüße

    Ingo