Unterschätzt mir die 12 jährigen nicht.
Ein 12 jähriger kann durchaus einen Hund alleine ausführen....nur eben nicht jeder 12jährige.
Voraussetzungen sind, dass das Kräfteverhältnis stimmt und dass der Junge - oder das Mädchen die nötige Reife mitbringt.
Unsere Tochter darf seit sie 12 ist auch allein mit unserem - es ist nämlich eigentlich ihr - Hund spazieren gehen. Körperlich hat sie ihn (10kg) voll im Griff und sicher führen im engeren Sinn kann sie ihn auch.
Und das obwohl unserer ein Leinenpöbler und ne Jagdsau ist.
Ich gestehe auch: Ja, wir haben den Hund für unsere Tochter angeschafft. Nach langer Abwägung und nach der Erkenntnis, wie ernst ihr das Anliegen war. Klar, dass wir auch bereit waren, 100% der betreuung zu übernehmen, fass das Interesse von Töchterlein nachlässt (was es definitiv nicht tun wird...der Hund ist seit fast 4 Jahren bei uns)
Und wisst Ihr was: Das war gut so. Ihr hilft das gerade jetzt zu Pubertätsbeginn enorm viel, der Hund bereichert ihr Leben und hat es verändert - und last not least der Hund wäre ohne uns vielleicht schon tot.
Und was habt Ihr für Bilder von 12jährigen im Kopf? Der durchschnittliche männliche 12 jährige ist nicht zierlicher oder schwächer als die durchschnittliche erwachsene Frau. Ich selber war mit 12 rund 180 cm groß und habe 80kg gewogen. Kräftemäßig wäre ich mit jedem Hund klargekommen.
Mein Sohn war mit 12 zwar wesentlich kleiner, hätte aber mit einem kräftigeren Hund definitiv weniger Probleme gehabt als zB meine Frau.
Was wirklich zählt ist Hundeverstand, Konsequenz und eben eine gewisse Reife. Klar, bei 12jährigen ist das nicht garantiert und muss hinterfragt werden -aber es ist eben auch nicht selten. Mit 12 ist man nicht dümmer als mit 30. Nur etwas weniger erfahren....wobei selbst das für manche Vergleiche 12 jährige mit 30jährigen offenbar fraglich ist.
Ich rate in diesem fall übrigens zu einem bereits erwachsenen Hund aus dem Tierheim. Aber mit Muße ausgesucht. Das kann dauern und merkliche Fahrtstrecken und -zeiten bedingen, aber man kann so durchaus einen bereits gut erzogenen leichtführigen Hund passender Größe finden.
Aber egal welcher Hund: Sie machen Dreck. es gibt Ausnahmen: Unser jetztiger haart nicht und meidet Dreck jeder Art. jedes Kind bringt mehr Dreck ins Haus als der.
Aber davon kann man nicht ausgehen: Der Druchschnittshund zieht Schlamm an und hat eine Affinität zu allem für uns übelreichenden. Damit muss man leben können. Aber so aufwändig, hier für Sauberkeit zu sorgen ist es auch wieder nicht.
Insgeamt ist Hundehaltung aber schon zeitaufwändig. 3-4 mal am Tag raus, davon 1-2 mal gut eine Stunde ist dié Basis, aber noch nicht das Gesamtbild. Das sollte euch klar sein. Was das haaren angeht: Schaut euch die Hunde, die ggf in die engere Wahl kommen mal genauer an. Hunde ohne Unterwolle haaren meist nicht mehr als wir Menschen. Bei Hunden mit Unterwolle gibt es alle Kategorien des Haarens. Von kaum bis extrem, wobei kurzhaarige tendenziell stärker haaren.
Aber letztlich sollte Charakter und vielleicht noch Größe entscheiden. Beides hat die stärksten Auswirkungen auf die Haltungsaspekte. Einen Hund vor allem nach dem Fell auszusuchen kann später viel Ärger bringen. Doch wenn man die Wahl hat, kann man diesen Aspekt ja zumindest zur Entscheidungsfindung mit heranziehen.
Viele Grüße
Ingo