Sundri: Die Landwirte tun das, weil die Hybride Vorteile beider Eltern in einer Art vereinen, die durch Linienzucht praktisch nicht erreichbar ist. Und sie nennen ihre Tiere nicht Hybride, es sind durchweg F1 Hybride, die die besten "Leistungswerte" bringen.
Die Merkmale sind bei Begleithunden andere. Das Prinzip gilt aber genauso.
Dabei ist natürlich egal, ob der Trend durch einen Zufall angestoßen wurde oder nicht.
Die VDH Züchter, die nahezu alle populationsgenetischen Erkenntnisse der letzten 30 Jahre ignorieren und die genetische Verarmung ihrer Produkte bis ins Extrem steigern einem Züchter, der gezielt und mit Bedacht Hybride erzeugt für ethisch moralisch und fachlich weit überlegen zu halten finde ich geradezu absurd.
Natürlich wird viel Schindluder mit dem "Gedoodel" getrieben. Einfach einen beliebigen Pudel mit einem beliebigen Individuum irgendeiner anderen Rasse zu verpaaren ist in der Tat nichts weiter als undurchdachte Mischlingserzeugung.
Die VDH Züchter produzieren nun aber mal - leider- verdammt hochgradig homozygote reine Linien. Hier mit Bedacht die richtigen Linien und Rassen mit einem definierten Wunschziel vor Augen auszusuchen ist eine komplexe und nicht einfache Aufgabe. Aber machbar. Die Nachkommen gewissenhaft ausgesuchter Eltern zweier reiner Linien werden (in F1!) mindestens so homogen ausfallen, wie innerhalb einer Rasse und vom Halteraspekt aus ist es daher absolut legitim, solchen Hybriden eigene "Rasse" Namen zu geben und sie wie eine Rasse zu behandeln, obwohl sie das zoologisch gesehen natürlich nicht sind. Aber die Schweinezüchter machen das auch nicht anders. Heutzutage sind übrigens nahezu 100% der Schweine bei Landwirten, die von Fleischertrag leben müssen Hybridschweine.
Was natürlich jedem klar sein muss, ist dass die Verpaarung solcher F1 Hybride untereinander einen unvorhergesehenen Mischmach ergibt. Einen Hund vom Phänotyp "Golden Dooodle" als Linie zu züchten ist eben eine völlig andere Aufgabe, als F1 Hybriden zu erzeugen.
Aber das eine ist nicht kategorisch besser als das andere und die gängige Praxis der rejnen Linienzucht ist populationsgenetisch gesehen eine Katastrophe. Die Verbände sollen sich erstmal an die eigene Nase packen und ihre Hausaufgaben machen, bevor sie auf "Abweichler" schimpfen.
Die Hybridhunderzeugung hat in meinen Augen absolut ihre Daseinsberechtigung und darf nicht als ganzes allein dadurch in den Dreck gezogen werden, dass sich gewinnsüchtige Dilettanten auf den Trend als Trittbrettfahrer aufschwingen. Solche Leute gibt es in der Linienzucht doch ganz genauso.
Viele Grüße
Ingo