Beiträge von IngoK

    Tja...da ist die neue Technik manchmal doch ein Segen. Wenn wir nicht wissen, wo unser Mini grad steht. hilft ein Blick aufs Handy. Die App zeigt genau, wo er sich gerade befindet.
    Da den mehrere Familienmitglieder fahren und Parkplätze nahe unserem Haus rar sind, sehr praktisch. Autosucherei vorm losfahren gibts nicht mehr. Keiner muss auch mehr fragen: " Wo hast du das Auto geparkt?"
    Die Familienkutsche hat zwar keine App, ist aber feuerrot....99% der anderen Autos dieses Typs sind dunkelblau oder schwarz. Da vertut man sich beim einsteigen auch nicht.

    Ja, die kategorische Unterscheidung ist in den Leuten viel zu viel verankert und sorgt für eine generelle Überheblichkeit. Für sie sind wir Menschen etwas anderes, als das Menschtier. Blödsinn!
    Dass wir auch nur eine Affenart mit neotenen Zügen sind, mögen sie schon gar nicht hören.

    Dabei stehen wir Schimpanse und Bonobo so nahe, dass die eigene Gattung Homo nur schwer zu rechtfertigen ist.
    Eigentlich sind wir die dritte rezente Schimpansenart.

    Für manche wäre es vielleicht hilfreich, wenn jemand die Gattung revidieren würde:

    Pan troglodytes, Pan paniscus und Pan sapiens

    Und gar nicht mal so selten meint man als Beobachter sowieso, ein gesundes Hausschwein habe mehr Intelligenz als so mancher zweibeinige haarlose Affe.

    Der Befund, dass Hunde ihren eigenen Urin erkennen ist unstrittig. Die Schlußfolgerung, dass das auf ein Ichbewußtsein hindeutet aber absolut nicht. Im Gegenteil, diese Schlußfiolgerung erscheint völlig unlogisch.

    Hunde nutzen ihren Urin zur Markierung.

    Alle Wirbeltiere, die markieren, können die eigenen Geruchsmarken von denen von Artgenossen unterscheiden und reagieren entsprechend angepasst. Sonst macht die ganze Markiererei ja auch überhaupt keinen Sinn.
    Selbst Geckos erkennen die eigenen Geruchsmarken und unterscheiden sie von denen von Artgenossen....und Geckos haben nunmal definitiv kein Ich Bewußtsein. Ihnen fehlen jegliche Hirnregionen, die so etwas zulassen könnten.

    Nebenbei bemerkt erkennen (zumindest die weniger nasenorientieren Exemplare) Hunde durchaus ihre Spezies im Spiegel, sie können sich selber aber nicht von anderen differenzieren.
    Abgesehen davon ist die Frage nach dem Ichbewußtsein hier absolut nicht das Hauptthema. Ich würde auch eher ein Elster als eine alte Dame überfahren. Ichbewußtsein haben beide, die Elster u.U die noch längere Lebenserwartung.

    Ich bin weit davon entfernt den Award Krone der Schöpfung an irgendeine Spezies zu vergeben.

    Will man unbedingt Titel vergeben, könnte man den Homo sapiens auch mit guten Argumenten als den größtem Schädling globaler Ökosysteme auszeichnen oder die Ratte als die Spitze der Säugetierevolution- denn sie ist nach vielen Kriterien die erfolgreichste Spezies dieser Klasse.
    Die Alleinstellungsmerkmale unserer Art sind wenige.

    Auch Ichbewußtsein gibt es von Delfin bis Elster gar nicht so selten im Tierreich.

    Kultur und Tradition sind bei Säugern und Vögeln weit verbreitet.
    Selbst Kriege im engsten Sinne gibt es ((nicht nur) bei Schimpansen)

    Bei Hunden gibt es allerdings definitiv kein Bewußtsein des eigenen Selbst. Das wurde oft genug und eingehend genug untersucht.

    Und die wenigen Alleinstellungsmerkmale unserer Art sind immerhin hoch relevant: Kein Tier ist aber in dem Maße ein geschichtliches Wesen und hat auch nur annähernd ein ähnliches Bewußtsein von sich, seiner und der generellen Geschichte sowie seiner Vernetzung im kleinen wie im Großen, wie der Mensch. Kein Tier hat ein Speziesbewusstsein und nur ganz wenige (nicht keine!) kommunizieren global und Populationsübergreifend...und wohl gar keine abstrakt..

    Ansatzweise gibt es vieles davon zwar durchaus bei einigen Säugern, vor allem Primaten, aber auch bei Vögeln und Cetaceen.

    Aber hier hat der Mensch schon ein starkes Alleinstellungsmerkmal.
    Kein Tier wäre zb in der Lage, den Begriff Ethik zu verstehen, zu hinterfragen ...oder zu dem Schluß: Cogito, ergo sum zu kommen. Auch nicht die Arten, die sich ihrer individuellen Existenz durchaus bewusst sind.

    Ich bin nach wie vor erschrocken über einige Statements hier und wundere mich inzwischen über den Tenor, den der Threadstarter hier ins Spiel bringt.
    Für viele scheint es mir hier geradezu anders herum: Der Hund, vor allem der eigene, wird überhöht und der Mitmensch zumal der persönlich unbekannte, wird entwertet, um nicht zu sagen, auf die Stufe des Hundes oder darunter gesetzt.
    Letztlich eine ebenso logische wie absurde Konsequenz der Anthropomisierung des Hundes und des Mißverständnisses seiner Rolle als Sozialpartner des Menschen.

    Zum missachten der Menschlichkeit zB eines Kriegsgegners ist da nur noch ein kleiner Schritt und ich muss wohl nicht sagen, zu was solche Emotionen und Denkweise schon vieltausendfach in der Menschheitsgeschichte geführt haben.

    Ich bleibe dabei: Bei aller Liebe zum Hund und bei aller Hochachtung vor seiner Spezies und seinen Ansprüchen und bei allem Verantwortungsbewußtsein als Halter: Den (beliebigen) Hund im Falle einer Entscheidung um Wohl oder Wehe dem (beliebigen) Menschen vorzuziehen finde ich nach so objektiver Analyse, wie mir als subjektiv empfindendem Individuum möglich ist, als unethisch und aus persönlicher Sicht äusserst bedenklich.

    Ich denke mal, ich halte mich ab jetzt in dieser Diskussion besser etwas zurück. Die Fronten sind verhärtet und mir zu extrem. Aber ich habe auch gesagt, was meine Einstellung ist und warum.

    Es ist in der Tat ethisch, wenn im Konfliktfall der Mensch vorne steht.

    Drastisches aber anschauliches Beispiel: Kann ich nur wählen, ob ich einen Mensch oder Hund überfahre, überfahre ich den Hund.

    Ohne zu zögern. Auch, wenn ich den Menschen nicht kenne und es mein Hund ist. Punkt.

    Warum ist das für dich ethisch?

    Ich bin ehrlich gesagt mehr als nur ein wenig erschrocken, dass die Frage überhaupt gestellt wird. Ich hoffe, keinem von euch in kritischer Verkehrsstiuation zu begegnen!
    Ich stelle mir bildlich vor, ich liege neben Eurem Hund, dem ich vielleicht sogar gerade helfen wollte, auf der Straße, ihr kommt herangerast, unfähig zu bremsen oder die Spur zu verlassen und reisst das Lenkrad gerade genug herum, um mich und nicht Euren Hund zu überfahren!
    Allein der Gedanke lässt mich fast den Glauben an die Menschheit verlieren.

    Eine ethische Entscheidung sollte universal und nicht persönlich, unvoreingenommen und nicht vorurteilsbehaftet sowie unparteiisch sein und anerkannte Moralvorstellungen berücksichtigen.


    Ich entscheide mich in diesem Fall "für"ein Wesen mit Ichbewusstsein, der höchsten Leidensfähigkeit im Tierreich, einer langen Lebenserwartung, einem sozialen Netzwerk, dass die Wahrscheinlichkeit beinhaltet, das andere Individuen der gleichen Art emotional und/oder existentiell von ihm abhängig sind.

    Und "gegen"..... Ein Wesen ohne kognitives Ichbewusstsein, das in Abhängigkeit von anderen Lebewesen existiert und von dem wiederum kein menschliches oder tierisches Wesen existentiell abhängt

    Interessant zum Thema: https://www.sueddeutsche.de/wissen/technik…81024-99-513267
    https://www.sueddeutsche.de/wissen/technik…81024-99-513267

    P.S.. Ich stelle die ethische Entscheidung hier deutlich über Frage "welches Lebewesen steht mir persönlich näher". Das wäre für mich eine zutiefst unethische Entscheidungsgrundlage.

    Es ist in der Tat ethisch, wenn im Konfliktfall der Mensch vorne steht.

    Drastisches aber anschauliches Beispiel: Kann ich nur wählen, ob ich einen Mensch oder Hund überfahre, überfahre ich den Hund.

    Ohne zu zögern. Auch, wenn ich den Menschen nicht kenne und es mein Hund ist. Punkt.

    Jegliche Abstandsdefinition im Sinne von "weit" ist aber genau das..nämlich weit...hergeholt bzw sinnlos.

    In ähnlichen wie der geschilderten Situationen macht es vielleicht noch Sinn, die Tiere in ihrer Leidensfähigkeit zu unterscheiden. Sprich: Ich überfahre eher die Stabheuschrecke, als den Hund, den Hamster eher, als den Kanarienvogel (ja, der Piepmatz ist kognitiv sehr viel höher stehend).

    Aber in der Haltung jenseits von Extremsituationen gilt schlicht: Verantwortung ist Verantwortung und die unterscheidet nicht zwischen den Spezies.
    Den Molch schlecht zu halten ist nicht läßlicher, als den Hund vegan zu ernähren!

    Einzige Ausnahme am Ende doch wieder der eigene Artgenosse....ein Kind oder einen Partner schlecht zu behandeln hat mit größerer Sicherheit härtere und schneller negative Konsequenzen, als wenn es sich um ein Tier dreht. Wobei das nicht heisst, dass nicht auch hier deutliche Gesetze greifen. Es findet sich nur nicht so rasch ein Kläger und die Definition ist schwieriger: Am kindartig bekleideten brachycephalen überfütterten Kleinhund wurden genauso brachiale Verbrechen begangen - vom Züchter wie vom Halter- , wie am geschlagenen Kind.
    Nur ist die Einsicht dahinein weder in den Köpfen der Leute noch im Gesetz ausreichend verankert (andernfalls gäbe es gar keine brachycephalen Hunde)

    Viele Grüße

    Ingo