Beiträge von LayNia

    Ich habe keine klassischen Sporthunde (Mischling und Kleinpudel), bin aber trotzdem viel hundesportlich unterwegs.
    Ich trainiere mit meiner Großen Obedience und THS und mit der kleinen Unterordnung (im Moment für die BH, später auch Obi) und Agility.

    Kosten:
    Mitgliedschaft im Verein: 50 €/Jahr.
    Fürs Obedience habe ich mir Apportel (in unterschiedlichen Größen, Holz und Metall), Identifikationshölzer und eine Box besorgt, Gesamtkosten ca. 100 € - ich habe aber mehr Zeug, als ich eigentlich benötige.
    Die Startgebühr für Turniere beträgt normalerweise unter 15 € und ich starte etwa 2 - 3 mal im Jahr.
    Fürs THS hatte ich als Anschaffungskosten nur Fußballschuhe. Auf Turnieren zahle ich ca. 5 € pro Start.
    Fürs Agility habe ich mir Stangen besorgt (Weidezaunstangen), damit ich Führtechniken und Slalom daheim üben kann. Ansonsten hatte ich noch keine Kosten, auf Turniere gehen wir frühestens nächstes Jahr.

    Ich finde, für Hundesport muss man nicht viel Geld ausgeben. Klar kann man, wenn man dazu bereit ist - gerade wenn man viel auf Seminare geht, kann man schnell mal 300 € für ein Wochenende ausgeben - aber es ist kein Muss. Und Geräte muss man sich eigentlich nicht selbst anschaffen.

    Der zeitliche Faktor wiegt da deutlich schwerer, aber ich habe ja auch 2 Hunde und 3 Sportarten. Ich stehe also dreimal die Woche abends zwei Stunden auf dem Platz und außerdem den halben Samstag. Das ist aber auch kein Muss. Ich kenne genügend Agility- und Obedience-Sportler, die nur ein in der Woche im Verein trainieren. Zuhause trainiere ich meistens täglich etwa 15 Minuten pro Hund. Ich finde aber, jeder Hund sollte dazu in der Lage sein, auch mal Langeweile auszuhalten un dnicht täglich sein Beschäftigungsprogramm einzufordern.

    Das Deckhaar wächst in der Regel langsamer als die Unterwolle. Wenn du also alles auf eine Länge scherst, wird die Unterwolle irgendwann das Deckhaar überwuchern = die Fellstruktur ist zerstört.
    Je nachdem wie viel Unterwolle ein Hund hat, kann das jetzt mehr oder weniger dramatisch sein, von "sieht vorübergehend komisch" aus bis hin zu Filzmatten und Fell, das sich erst nach mehreren Fellwechseln wieder erholt.

    Geschoren werden sollten nur Hunde, die keine Unterwolle haben, da ähnelt die Struktur eher menschlichem Haar.

    Natürlich geht das! Ich arbeite auch Vollzeit und mache unterschiedliche Sportarten mit meinen beiden Hunden. Wenn an einem Tag nur eine dran ist, gehe ich vorher spazieren, dann komme ich etwas früher auf den Platz und beschäftige den Hund, der nicht dran ist.
    Am Samstag ist nachmittags die Große dran, dann 2 Stunden Pause und dann die Kleine. Die jeweilig Wartende wartet dann halt solange im Auto/Auslauf/Zwinger/am Rand. Davon sterben sie doch nicht! Und ich muss sagen, meine Hunde bevorzugen ganz klar das Auto.

    Außerdem gibt es doch Sportarten, die man mit beiden Hunden machen kann. Beim Longieren z. B. trainiere ich mit meinen Hunden abgewechselt.

    Klar geht es. Ich hatte früher einen Garten und jetzt nicht mehr und muss sagen, dass ein Garten auch irgendwo zur Bequemlichkeit führen kann, weil man es nicht unbedingt nötig hat, mehrmals täglich rauszugehen. Also jetzt ohne Garten bin ich viel mehr mit meinen Hunden aktiv als vorher.

    Meine Maja war als Junghund ähnlich, sie hat mich volle Kanne angesprungen, was ich als extrem ungezogen und respektlos empfand, außerdem hat es auch wehgetan. Für Lösungen wie in den Korb schicken war sie zu überdreht, der Gehorsam noch nicht gefestigt genug und ich selbst zu unsouverän.

    Deswegen habe ich die Situation so gelöst, dass ich wieder aus der Tür raus bin, wenn sie mich angesprungen hat. War sie kurz ruhig, bin ich wieder rein, ist sie wieder hochgesprungen, wieder raus, usw. Dadurch war das Problem in kürzester Zeit gelöst und sie hat angefangen, mir stattdessen einen Schuh zu bringen. Gezielt geübt habe ich das nicht, aber in so einer Situation ist es für sie sehr schwer, einfach nichts zu machen, deswegen habe ich dieses Alternativverhalten mit ruhiger (!) Aufmerksamkeit bestätigt.

    Bei meiner Kleinen war das Problem sehr schnell durch in-den-Korb-schicken gelöst. Sie ist aber insgesamt beherrschter und führiger als Maja und auch bei großer Aufregung besser in der Lage, Kommandos anzunehmen.

    Unabhängig davon, wie du vorgehst, finde ich es wichtig, dass du dich nicht von der Hektik anstecken lässt und nervös oder wütend wirst, sondern Ruhe vermittelst.

    Ich habe auch eine eher wenig verträgliche Hündin. Nach menschlichen Maßstäben hatte sie kaum schlechte Erfahrungen. Trotzdem sind Kontakte mit Fremdhunden immer mit Anspannung verbunden.
    Warum? - Ihr ist ihre Individualdistanz sehr wichtig und diese wird von anderen Hunden oft verletzt ("nur mal schnüffeln" geht ihr eindeutig zu weit und sie wertet so einen Kontakt schon als schlechte Erfahrung); sie ist sehr territorial und an ihr bekannten Orten würde sie am liebsten alle "Eindringlinge" vertreiben; sie ist der Meinung, alle sollten sich kontrolliert und gesittet bewegen, bei wildem Gerenne will sie also eingreifen; wenn wir in einer Gruppe unterwegs sind, will sie aufpassen, dass diese nicht durch Eindringlinge gefährdet wird.

    Das alles ist halt einfach ihr Charakter und nicht durch schlechte Erfahrungen verursacht. Wie also sollte ich das ändern?? Sie sieht bei Kontakten mit fremden Hunden einfach sehr schnell einen Konflikt. Dazu kommt, dass sie Aggression als eine sehr gute Methode zur Konfliktlösung ansieht ;). Das entspricht zum einen ihrer Persönlichkeit, zum anderen hatte sie damit natürlich auch schon Erfolg.
    Also verhindere ich, dass es soweit kommt, indem ich sie durch Gehorsam und ggf. Leine einschränke und gewisse Situationen (Hundewiese, Leinenkontakte) einfach meide. Das funktioniert sehr gut, so dass ich problemlos mit ihr auf dem Hundeplatz arbeiten kann.

    Sie ist auf dem Hundeplatz allgemein sehr viel verträglicher mit anderen Hunden, weil sie weiß, dass sie dort nicht von anderen Hunden bedrängt wird und ihr kein Kontakt aufgezwungen wird. Deswegen gibt es dort auch keinen Stress und auf Turnieren, wo ja auch überhaupt kein Kontakt zwischen den Hunden vorgesehen ist, haben wir nicht das geringste Problem. Die meisten Leute, die uns bei Turnieren sehen würden im Leben nicht auf die Idee kommen, dass Maja ein Problem mit Artgenossen haben könnte. Das Problem - wenn man es denn als eines sieht - ist aber nicht gelöst, sondern nur gemanagt


    Zum Thema Perfektion in der BH habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr von Verein und Richter abhängt, wie perfekt es denn sein muss. Tendenziell würde ich in einem Obedience-Verein ein höheres Niveau erwarten als in einem Agility-Verein. Also ich habe schon BHs gesehen, die meilenweit von Perfektion entfernt waren und trotzdem bestanden wurden.
    Über Sinn und Unsinn dieser Prüfung wurde ja schon ausführlich geschrieben, so dass ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben muss. Ich persönlich strebe eine möglichst perfekte BH an, weil ich Obedience mache, aber wenn ich sie nur fürs Agility bräuchte, würde ich das vermutlich anders sehen. Deswegen schaue ich auch nicht auf andere Leute herab, es hat halt jeder andere Prioritäten.

    Also ich empfinde es auch als abwertend, wenn man einen Hund als Sportgerät bezeichnet, weil es irgendwo suggeriert, dass der Hund von seinem Besitzer als Gebrauchsgegenstand gesehen wird.

    Ich habe ja jetzt keine Arbeitshunde, aber meine Kleine habe ich ganz klar nach Eignung in Agility und Obedience ausgesucht. Trotzdem sehe ich meine Hunde in erster Linie als Familienmitglieder und nur an zweiter Stelle als Partner im Sport (auch einer der Gründe, warum ich mir keinen Arbeitshund geholt habe, sondern einen "ganz normalen").