Beiträge von Aoleon

    Hmm... Ich denke ich verstehe das nun ein wenig besser.

    Ja, ein an sich geduldiger Mensch der gerne lernt wird sicher recht schnell ein gutes Team werden mit einem Hund, auch ohne Vorkenntnisse.

    Aber da spielt ja noch viel mehr mit rein. Nur weil der Mensch geduldig ist und gerne lernt heißt das nix weil die Vorlieben des Menschen ja auch noch da sind. Man ist ja nicht nur geduldig oder wissenshungrig, man ist ja eine Vielzahl von Dingen.

    Nehmen wir nun also diesen Menschen, er ist geduldig, er lernt gerne, er mag Tiere, Hunde besonders. Großartige Startbedingungen!

    Aber da ist ja noch mehr. Dieser Mensch ist auch sensibel und mag keine Konflikte.

    Wird dieser Mensch dann glücklich mit einem kernigen Jagdterrier? Eher nicht.

    Aber mit einem Collie? Das hat beste Chancen auf Dreamteam.

    Wir Menschen sind ja sovieles, wir haben soviele Eigenarten, Vorlieben. Abneigungen, soviel unterbewusstes, es ist nicht möglich das man immer einfach irgendeinen Hund nehmen kann und zum Dreamteam zu werden.

    Mit Hunden ist es schon so wie mit Partnern. Man muss zusammenpassen.

    Dazu kommt das viele auch noch einiges an Ballast mit sich schleppen. Man kann sich nicht als Erwachsener komplett neu erfinden und alles hinter sich lassen. Gewisse Dingen prägen so tief das sie einen auf ewig begleiten.

    Man kann vieles kleben, aber es wird nie so als wäre nie etwas passiert. Egal wieviel Arbeit man in sich reinsteckt. Und manche Hunde haben ebenso ihren Ballast, manche das nie heile wird. Du machst aus einem deprivierten Hund keinen Superduperüberflieger.

    wir haben bisher immer auf den Rat einer Bekannten gehört, die meinte, dass Shelties sehr sensibel sind und von Tabletten daher dringend abrät. Sie gäbe nur Frontline.

    Solange dein Sheltie nicht MDR1 betroffen ist sollte es doch garkein Problem sein.

    Taro, auch Sheltie, hat Bravecto bekommen mit nichtmal ganz 1 Jahr, problemlos vertragen und bis jetzt hab ich zumindest keine Zecke mehr irgendwo gefunden.

    Seresto, was er seit zwei Monaten trägt, vorne am Hals eine kahle Stelle hat, die auch leicht aufgescheuert ist.

    Guck mal ob da dieser Verschluß immer lag.

    Arren hatte das auch, bei ihm war das der Verschluß der ja mit ner Heftklammer dran ist, das hat Fell weggeschubbert. Ich hab den Verschluß abgeschnitten und mit einer dicken Nadel einen Faden durch beide Enden durchgezogen und verknotet.

    Ab da hatte er nie wieder Probleme.

    Also ja doch einfach schlicht aufpassen. Weil wenn man zu 100% mit was anderem beschäftigt ist passt man ja nicht auf.

    Je nach Hund reicht ein halbes Auge oder man muss mit beiden Augen, Ohren und allem 100% auf den Hund achten, klar. Bei Taro reicht ein halbes Auge, vermutlich sogar ein viertel, bei Hami brauche ich mehr.

    Aber ich scanne ja eh die Gegend, drehe mich auch immer mal um einfach weil ich keine Lust habe das von hinten lautlos wer angeradelt kommt und uns erschreckt oder so.


    Ich weiß nicht warum mir das "mental" da so schwer im Magen liegt, irgendwie klingt das so groß obwohl es ja doch einfach nur normales aufpassen ist.

    Und das "intensives Arbeiten an sich selbst".

    Weil... Ich mein, ich arbeite nicht an mir. Ich gucke was für den Hund passt, informiere mich, suche andere Wege wenn es nicht passt, aber das ist doch keine Arbeit?

    Einzig das viele Leute oft hohe Erwartungen haben, an denen sollte man dann schon arbeiten wenn der Hund das nicht leisten kann. Und sich und dem Hund auch Zeit geben, da müssen einige wohl auch dran arbeiten.

    Aber auch das würde ich nicht als intensive Arbeit bezeichnen, weil es doch zum Zusammenleben gehört. So wie man mit einem menschlichen Partner zusammenlebt, oder Kinder hat.

    Okay, wenn ich das jetzt so schreibe stimmt es doch, viele Leute haben Ziele und Ideen wie sie den Partner ummodeln wollen und die Kinder in Formen pressen wollen, mit Hunden ist es ja nicht anders. Ich bin da eher das "Problem", darum hab ich das auch nicht so verstanden hier, weil ich Hunde einfach nehme wie sie sind und gucke wie wir zusammen Wege finden, aber entspannt. (Nein, ich bin kein superdupertoller GuruÜbermensch)

    hab mich mental kurzzeitig komplett aus der Verbindung zum Hund ausgeklinkt.

    In anderen Worten du hast einfach nicht aufgepasst?

    Ist es das was du mit mental und so meinst?

    Das würde meine Verwirrung erklären, weil ich die ganze Zeit drüber grüble worum es dir eigentlich geht, vermutlich steh ich irgendwo auf dem Schlauch?

    Weil bei Hami muss ich ja auch aufpassen. Gassi ohne Leine ist immer Aufmerksamkeit beim Hund. Das würde ich aber nicht mit "mental einklinken" oder so umschreiben, weil ich ja trotzdem zig andere Gedanken im Kopf habe.

    Für mich ist das einfach normales Gassi mit Aufpassen.

    Nur wie beeinflusse ich durch mich als Person und durch mein Handling sowie die innere Haltung den Hund richtungsweisend?

    Äh... Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich das richtig verstehe.

    Ich beeinflusse den Hund durch Erziehung. Meine innere Haltung hat da nicht viel mit zu tun da ich nur Methoden wähle mit denen ich gut leben kann.

    Und eben, wie schon oft gesagt, durch überlegtes Aussuchen des Hundes. Wähle ich als nervöse Person eine nervöse Rasse wirds sicher wenig entspannt, da hab ich dann eben schon bei der Auswahl der Rasse versagt.

    Aber im Sinne von "Hund und ich leben zusammen" ist es Erziehung. Und zwar so wie es für mich und den Hund richtig ist. Nicht unbedingt so wie andere es vielleicht machen oder so wie es "in" ist, sondern so wie es für unser Zusammenleben wichtig ist. Weil juckt mich nicht was andere denken, ich lebe ja mit meinen Hunden.

    Bestes Beispiel: Rückruf.

    Ich trainiere da mit Hamilton bis heute dran. Wirklich zufriedenstellend wird das aber nie werden, das wußte ich aber von Anfang an das ich da nicht soviel erwarten sollte. Dennoch habe ich mein Bestes gegeben, weil kann ja sein. Hami hält aber generell von Kommandos nichts, das ist halt so.

    Er und ich kommen dennoch blendend klar. Ich setze den Rückruf nur sehr gezielt ein, an manchen Tagen kann es sein das ich ihn nicht einmal benutze. Wir haben andere Wege gefunden wie er kommt ohne sich gezwungen zu fühlen, klappt natürlich nicht immer, aber reicht mir völlig. Mit dem ist Gassigehen halt auch immer aufmerksam sein, aber das ist okay für mich.

    Arren, naja... 4 Hirnzellen hatte der kleine Hund, mit dem bin ich ganz andere Wege gegangen und der "konnte nix" in Sachen Hundeerziehung. War okay so, er konnte es halt wirklich nicht leisten und somit habe ich ihn damit nicht mehr gestresst. Er konnte so 5 Kommandos an guten Tagen, das war völlig ausreichend weil er halt eh ein Herzchen auf Beinen war mit dem Jagdtrieb eines Toastbrots. Mit dem Gassigehen auch aufmerksam sein, weil der halt null Sinn für Gefahren hatte, gepaart mit null Hirn war das eine ganz andere Herausforderung an mich als Hami und sein Jagdtrieb.

    Taro? Ganz andere Geschichte. Der möchte gefallen, der freut sich wenn ich was mit ihm mache. Da fordere ich sowas wie Rückruf auch ein, weil ich weiß er kann es und will mir gefallen.

    Ich gehe ja immer aufmerksam Gassi, aber der braucht das eigentlich nicht. Der ist eh nie besonders weit weg von mir, und ich nutze seine Begeisterung zum Üben.

    Drei sehr verschiedene Hunde, derselbe Mensch. Ich bin sehr pedantisch bei der Auswahl von Rassen eben weil ich lieber gelassen durch die Welt stiefel und mir nur Hunde aussuche wo ich sicher bin das die mit mir klarkommen und denen es in meiner Welt gut gehen kann.