Beiträge von Sunti

    Danke dir. Ich hab einfach geschrieben, wie wir's machen, und ich bin froh, dass es funktioniert. Heute pennt Madame im Nebenraum, weil die stellvertretende Chefin ihre Hündin auch dabei hat, und die zwei Weiber sich nicht riechen können. Beide Hunde sind ruhig, Tina neben dem Stuhl ihres Frauchens, meine Senta im Klassenraum nebenan, und ich bin so froh, dass das möglich ist. Vor einem Jahr wäre es das noch nicht gewesen. Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf das schwarze Monster bin. :fondof:

    An die Threaderöffnerin: Ich hab wie gesagt 15 Monate mit meiner Hündin im Tierheim gearbeitet, bis sie adoptionstauglich war, also nimm dir auch Zeit, und freu dich über jeden Schritt nach vorn, den ihr macht.

    Du, mein Büroschläferhund ist auch so eine Kandidatin gewesen. Rumänischer Straßenköter, der nix, aber auch nix kannte, Angst vor allem hatte und mit dem ich 15 Monate beim Training im Tierheim Schweiß und Tränen vergossen habe. Habe sie im letzten Dezember adoptiert und ab Januar unregelmäßig mit zur Arbeit genommen. Dieser Hund hat Angst vor Fremden, und Kinder sind besonders gruselig. Daher hab ich von Anfang an klargestellt, dass der Hund nicht angesprochen oder angefasst wird, das galt für alle, von der Chefin bis zu den Schülern (Nachhilfeschule). Das hatte Madame recht schnell spitz, sie lernte, ihre Individualdistanz nicht mehr verteidigen zu müssen, weil ich dies tue. Inzwischen hat die Dame eine eigene Decke, auf der sie zu liegen hat (= sie kommt nicht mehr mitten ins Geschehen rein, muss nichts bewachen, vor allem nicht sich selbst), und wenn die Kids kommen und gehen (sind feste Zeiten), kommt sie entweder an die Leine und bleibt direkt bei mir, oder, wenn das nicht möglich ist, sperr ich sie in einen leeren Klassenraum. Ich finde, dass du das mit der Box schon richtig machst, der Hund hat nun einmal seine Distanz, die er gewahrt haben möchte, und das sollte man respektieren. Zunächst. Diese Distanz kann scih nämlich verringern, wenn sich der Hund in seiner neuen Umgebung sicher und wohl fühlt. Gib dem Hund Zeit, sich einzugewöhnen, und so lange kannst du auch ruhig die Box schließen, wenn jemand kommt, damit der Hund sich nicht einmischen muss. ;)

    Senta hat sich heute zum ersten Mal getraut, eine unserer Lieblingsschaffnerinnen abzuschnuppern. Bin stolz auf mein Mädchen, und die Schaffnerin hat sich gefreut. :roll:

    Mein Satz des Tages kam von einer Schaffnerin: Senta und ich stiegen ein, wir quatschten ein paar Sätze, und die Unsichtbare traute sich zum ersten Mal, die Dame schüchtern am Bein anzuschnuppern. Meine erfreute Reaktion: "Irgendwann werdet ihr noch Freunde."
    Ihre Antwort: "Ich hab ja nichts gegen Hunde." Bemerkenswert deshalb, weil diese Dame mich immer, wenn ich es wage, ohne Senta einzusteigen, als erstes fragt, wo der Hund steckt, und immer, wenn wir uns unterhalten, sprechen wir zu 60% über den Hund. Gut zu wissen, dass sie nichts gegen Hunde hat. :lol:

    Senta ist dran gewöhnt (bzw. wir trainieren immer noch, weil sie es gern wieder verlernen würde. :roll:
    Offiziell müsste sie ihn in der Bahn tragen, aber weil wir zwei regelmäßig pendeln und somit mit der halben Belegschaft der Züge per du sind, darf sie ohne fahren. Eine Weile habe ich den Maulkorb drauf gemacht, wenn wir im Zug waren, aber nachdem ich feststellen musste, dass danach mein armer Hund Freiwild für alle war (absichtlich im Vorbeigehen Knie unters Kinn hauen, schubsen, mit Kinderwagen anfahren, Tasche an den Kopf hauen... so schnell konnt ich gar nicht gucken, wie die Leute da dran waren!), habe ich mir bei unseren Hauptschaffnern die Erlaubnis geholt, den Maulkorb wegzulassen. Und siehe da: Plötzlich konnten die Leute ihre Knie, Füße, Kinderwagen und Gepäckstücke wieder bei sich behalten. Traurig, aber genau so haben wir's erlebt. Deshalb trainiere ich mit ihr am Bahnhof, im Wald, zu Hause, im Büro... nur eben nicht mehr im Zug. :hust:

    Das Problem ist ja, dass hier in Niedersachsen noch niemand was Genaues weiß. Und von den Hundeschulen und -trainern kriegt man natürlich nur die Infos, die denen in den Kram passen. Es ist noch nicht genau raus, wie das alles laufen wird. Könnte also sein, dass der doq-Test hinterher doch wie ein Hundeführerschein oder ein Wesenstest aufgebaut wird. Oder eben nicht. Wenn's nach meiner Tierärztin ginge, dürfte wirklich nur geprüft werden, ob der Halter seinen Hund so führen kann, dass niemand belästigt oder gefährdet wird. Aber ob's letztendlich so laufen wird, steht in den Sternen.

    Zitat

    An sich finde ich solche Tests grundsätzlich nicht schlecht, allerdings sollten die für mich so gestaltet sein, dass es nur darum geht, abzufragen, ob der Halter seinen Hund so unter Kontrolle hat, dass von ihm keine Gefahr ausgeht. Mehr hat die Leute mMn auch nicht zu interessieren. Sie müssen weder meinen Hund streicheln können, noch muss der ne viertel Stunde regungslos vor einem Laden liegen könenn oder ne tolle UO laufen. Letzteres möchte ich zwar, aber das ist MEIN Privatvergnügen.

    Strenge Tests, ie am Ende noch unnatürliches Verhalten abfragen, und dazu zählt mMn auch das allein lange irgendwo liegen lassen oder von Fremden anfassen lassen, nur dazu, dass Tierschutzhunde gar keine Chance mehr haben. Sie dürfen ja faktisch von niemandem mehr gehalten werden bzw. event. unter so strengen und teuren Auflagen, dass es keiner macht. Man muss mit ihnen oft nicht nur 3 Monate (wie schnell bräuchte man den?) arbeiten, sondern oft viel länger. Trotzdem sind die Hunde für die Öffentlichkeit nicht gefährlich. Mein Hund lässt sich auch nicht (gerne) anfassen und würde das mit Knurren und später Drohschnappen kommentieren, aber an der Leine verhindere ich das und wenn er frei ist, geht er weg bzw. ich rufe ihn selbstverständlich zu mir. Wo ist also das Problem?

    Camillo, komm, lass dich drücken! Genau so seh ich das auch, ich arbeite seit etlichen Jahren ehrenamtlich im Tierheim, und wenn ich jetzt sage, dass ich mit meiner Angsthündin 15 Monate (!!) im Tierheim trainiert habe, damit sie citytauglich wurde, dann krieg ich von einigen hier wieder eins auf die Mütze, von wegen, trotzdem hat sich der Hund anfassen zu lassen... Nein, hat er nicht. Ich beschütze den Hund nämlich genau davor, dass er angelangt wird. Sie würde es sich wahrscheinlich zulassen, wenn ich es verlange, aber sie hätte Angst, es wäre ein Rückschritt. Deshalb vermeide ich es eben.

    Nö, bloß keinen Wesenstest! Würd Senta nicht bestehen. Zumindest nicht so, wie der bei den Sokas vorgenommen wird. Sie ist eine Angsthündin und würde schon allein deswegen durchfallen, weil im schlauen Buch zum Hundeführerschein was davon drin steht, dass der Hund auf eine Korrektur oder bei Kommandogabe nicht "unangemessen unterwürfig oder ängstlich" reagieren darf. Tja, ich hab nen Angsthund, und was anderen unangemessen vorkäme, wäre bei uns ein Fortschritt. Auch das Ablegen/Absetzen und weggehen kann ich knicken, denn sie funktioniert super - so lange ich bei ihr bin. Fremde dürfen sie nicht einfach so anfassen, schon gar keine Kinder; Erwachsene müssen vorher mich UND den Hund fragen. Auch die Erwartung, dass ein Kind ankommt, das den Hund streicheln will, find ich realitätsfremd. In solchen Situationen sage ich freundlich nein, erklär dem Kind, dass der Hund Angst hat, und entferne mich. Tja, durchgefallen. Ich finde diese ganze unausgegorene Geschichte mit den Tests ziemlich daneben und hoffe noch immer, Senta das ersparen zu können, indem ich mir die Tätigkeit im Tierheim anrechnen lasse. Denn diese ganzen Vorschriften berücksichtigen in keiner Weise die Hunde mit schlechter bzw. unbekannter Vergangenheit, die ja auch von irgend jemandem adoptiert werden möchten. Hätte ich keine Sachkunde, hätte ich meine Senta nie so hingekriegt, wie sie jetzt ist. Nur, wie überall in Deutschland soll das dann bitte auf einem Papier stehen. :roll:

    Ja, wenn meine Süße sich meldet, dann geht's sofort raus. Sie lebt ja erst seit letztem Dezember erstmals in ihrem Leben in einer Wohnung, vorher war sie ausschließlich Straßen- und Tierheimhund. Deshalb haben wir uns am Anfang auch etwas missverstanden, als sie einmal richtig dringend raus musste. Sie lief unruhig durch die Bude (da war sie gerade mal drei, vier Wochen bei mir), ich dachte, sie hat was gehört, kriegt den lang erwarteten Hüttenkoller, was auch immer. Na, sie hat mir dann erklärt, was sie meinte, indem sie mir einen dicken Haufen mitten in die Küche gelegt hat. Danach hatte auch Frauchen verstanden, was unruhiges Rumlaufen bedeutet. :headbash: wen
    Habe sie dann gebeten, etwas deutlicher zu werden, wenn ich das nächste Mal so begriffsstutzig bin. Der schlaue Hund hat sich jetzt angewöhnt, besonders am Morgen, sich mitten in den Weg zu legen und ganz extrem süß zu gucken, sobald ich das Bett verlassen habe. In dem Fall weiß ich, streich das Zähneputzen, Frühstück kannste auch knicken, Hund möchte raus, und zwar pronto. Legt sie sich nach der morgendlichen Begrüßung jedoch wieder ins Nest, dann hab ich Zeit, mich in Ruhe fertig zu machen, was zu frühstücken und sie dann nach draußen zu scheuchen. Ausnahme: Durchfall. Hatten wir erst neulich (und zwar beide; irgendwie hatten wir den gleichen Virus erwischt): Das läuft dann folgendermaßen ab: Frauchen schläft. Hund latscht durch die Bude. Tapp, tapp, tapp, Krallen auf dem Holzboden. Ist Frauchen gerade nicht im Tiefschlaf, hört sie das Getappse und steht auf, lässt den Hund raus, Hund ist zufrieden. In einer akuten Tiefschlafphase hat Senta auch andere Methoden entdeckt: Wachstarren oder ggf. fiepen. Spätestens wenn der Hund fiepend vorm Bett steht, erwacht das auf helle Laute programmierte Muttertier nämlich schlagartig. Bisher war es in solchen Fällen auch immer höchst dringend, daher geht's bei uns immer sofort raus, wenn der Hund drauf besteht. Aber meine nutzt das auch nicht aus.