Beiträge von l'eau

    Das ist aber auch nichts, was man nicht mit einer Schlepp kontrollieren kann.

    Ich geb zu, ich mag Schleppleinen ohnehin nicht. Aber an einen Windhund würde ich niemals eine hängen! Im schlimmsten Fall befindet sich der Windhund hinter/vor dir am Ende der Schleppleine und sieht auf der entgegengesetzten Seite Wild und sprintet los. Du hast bei einer Schlepp nun keinerlei Möglichkeit mehr, diesen Sprint vor dem Ende der Leine - im hier beschriebenen schlimmsten Fall also die doppelte Leinenlänge - zu stoppen. Das heißt, der Hund knallt nicht nur mit Höchstgeschwindigkeit, sondern auch mit ordentlich Schwung in die Leine - da ist es egal, ob der Hund Geschirr trägt, das wirkt sich mit Sicherheit negativ auf dem Körper aus. Und auch auf den Körper desjenigen, der die Leine hält.
    Nun stelle man sich noch vor, die Schleppleine habe sich um die Gliedmaße eines der Beteiligten oder eines unbeteiligten Dritten gewickelt - und das geht manchmal wahnsinnig schnell, egal wie gut man aufpasst!

    Zudem ist ein Whippet dazu gezüchtet innerhalb kürzester Zeit Höchstgeschwindigkeit zu erreichen - also selbst bei einem kürzeren Anlauf knallt er dann mit ordentlich Wumms ins Leinenende.


    Springt er dann auch über 1,80m oder versucht er es und verletzt sich im schlimmsten Fall?

    Wenn ein Whippet über 1,80m Zaun geht, dann verletzt er sich dabei nicht (ernsthaft) - jedenfalls, wenn er gelernt hat, mit seinem Körper umzugehen.
    Allerdings dürfte ein Whippet 1,80m Zaun idR als Grenze völlig akzeptieren. Wir haben hier zur Straße 1,90m, zu den Nachbarn 1,20m - ich bin mir relativ sicher, dass Jin auch über den 1,20m Zaun nicht wegen Katzen/Wild gehen würde (was allerdings relativ unwahrscheinlich ist, da eng bebaute Siedlung).
    Über den 1,90m würde sie mit absoluter Sicherheit nicht gehen.

    Vielleicht kann mir jemand, auch per PN, einen s+l Züchter empfehlen

    Empfehlen kann ich auf jeden Fall Jins Züchterin, True Type (leider hat sie keine (aktuelle) Homepage, ist aber auf FB recht aktiv), Whippets von Kleinenberg, Quebelles sowie of lordly essence sind mir bei Coursings positiv aufgefallen. Auch Pallid Dragon sind tolle Hunde - mit der Züchterin bin ich auch bekannt. Zu vom Leineufer-Whippets hör ich auch nur Gutes (und Jins Halbgeschwister, deren Papa aus der Zucht kommt, bestätigen den Eindruck bisher voll und ganz). Culanns scheinen auch tolle Hunde zu sein, sind aber mehr rennbetont.

    Du musst halt auch bedenken dass der Whippet, wenn auf der Gassistrecke Wild sichtbar ist, die ganze Zeit schreit. Wurde mir so erzählt.

    Das ist Schmarrn. Klar, wenn ein Whippet wie Jin, der praktisch nie sichtbares Wild hat, plötzlich dauernd Wild sieht, dann sieht das vermutlich so aus; aber wenn der Whippet es nicht anders kennt, weil er in einer solch wildreichen Gegend lebt, dann regt er sich auch nicht mehr pausenlos auf. So deppert sind die Viecherl dann doch nicht.
    Ich meine, es gab/gibt hier auch eine Userin mit einem Whippetrüden, die täglich mehrfach Wild sehen und deren Whippet daher auch freilaufend an Sichtreizen recht gut kontrollierbar ist.

    Diese eleganten Hunde können Pupsen, das einem die Nasenhaare abfaulen

    Deshalb heißen sie auch WINDhunde :klugscheisser:

    Im Nachhinein habe ich gelesen, das Whippet-Welpen mit das Anstrengenste sein können, das die Hundewelt zu bieten hat. Man sollte sich auf Rennattacken, Knabber-Vorfälle und viel Ruhe-Üben einstellen.

    Ja, das hab ich auch gelesen. Kann es aber überhaupt nicht bestätigen.
    Es gibt wohl Zuchtlinien mit relativ nervösen/hyperaktiven Whippets, da mag das vielleicht zutreffen, aber Jin konnte schon als Welpe recht problemlos mit ins Büro. Unausstehlich war sie nur, wenn sie durch zu viel Programm drüber war. Sonst hat sie auch von sich aus immer Ruhe gesucht. Hat auch fast nichts kaputt gemacht.
    Allerdings glaub ich auch, dass Jin wirklich ein sehr braver Welpe war, beim nächsten sieht's womöglich anders aus...

    In meinen Windhundkreisen ist Pfählung, neben Brüchen und großflächigen Hautwunden ungefähr unter den Top 3 der richtig üblen Dinge, wenn der Hund doch mal abhaut. Gebaut ist der Hundetypus für freie Fläche. Viiiiel freie Fläche.)

    ah, da erinnerst du mich noch an was:

    Ich finde es unsagbar wichtig, dass der Welpe/Junghund in unterschiedlichstem Gelände frei laufen und rennen darf. Nur so lernt der Hund, während er noch relativ langsam und "weich" ist, dass es Gegenstände gibt, die ihm nicht ausweichen, Lebewesen ihm u.U. sehr wohl ausweichen (das war für Jin anfangs ein Problem sie schoss gerne knapp an allem was im Weg war vorbei - blöd für denjenigen, der sich dann bewegte), was passier wenn man in Löcher tritt, steilere Hänge hoch oder runter flitzt etc.

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    Nochmal zum Jagdtrieb: Ich trainiere tatsächlich daran, dass Jin auf Spur-/Hörreize hin kontrollierbar ist - sie lässt sich auch von relativ frischen Spuren abpfeifen.
    An Sichtreizen kann man mMn nur trainieren, wenn man diese täglich hat. Hab ich nicht, daher trainier ich hier nicht und wähle "nur" die Freilaufgebiete sorgfältig.

    Vögel taugen zum Sichtreiz trainieren übrigens nichts: Jin weiß, dass sie die nicht erwischt und scheucht sie höchstens mal aus Spaß auf (bei Krähen manchmal mit voriger Impulskontrollübung erlaubt) oder nutzt sie um mich zum Rückpfiff zu zwingen :hust:
    Einmal hat sie bisher einen Vogel ernsthaft gejagt - da hatte sie aber tatsächlich die Chance ihn zu erwischen! Das war eine Krähe, die mit Flip (6-kg Hund) Verfolgung spielte (sie flog knapp über Flip, knapp außerhalb seiner Reichweite vor ihm) und sah Jin nicht kommen - erst im allerletzten Moment (ich hab das auch gar nicht bemerkt, weil Jin erst im Scheuchmodus hin lief, dann (vor mir) merkte, dass die Krähe sie nicht bemerkt und in den Jagdmodus umschlug) bemerkte die Krähe Jin und konnte sich (glücklicherweise) steil nach oben retten.

    Von Hunden aus bestimmten Showzuchten (gerne solche, die damit werben, dass ihre Whippets nicht jagen), hab ich hingegen schon gehört, dass diese Vögel - auch welche, die am Himmel fliegen - jagen und auch Autos hetzen.

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    Noch ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt: Beim Whippet (und bei jedem anderen Windhund) muss man sehr auf die Krallenlänge achten. Whippets laufen sich die Krallen nicht selber ab. Man muss diese alle 1-2 Wochen kürzen. Zum einen wird durch zu lange Krallen die Verletzungsgefahr erhöht (Hebelwirkung) und zum anderen wirken sich zu lange Krallen negativ auf den gesamten Bewegungsapparat aus.

    also erstmal:

    Ich persönlich halte nicht viel von reinen Show-Züchtern. Aber auch dort gibt es welche, die mit ihren Hunden zwar selber keinen Sport machen, deren Nachzuchten aber im Sport laufen und/oder man auf sportliche Deckrüden achtet.

    Allerdings: wenn ein Züchter behauptet, dass seine Hunde nicht jagen (weil Show-Linie), dann Finger weg! Zum einen stimmt das nicht (jedenfalls bei den Hunden aus solchen Zuchten, die ich kenne) und zum anderen sollte das auch niemals das Zuchtziel sein! Es hat bisher noch praktisch keiner Rasse gut getan, ihren Charakter weg zu züchten (und ja, der Hetztrieb ist eines der Hauptmerkmale eines Windhundes/Whippets).

    Am liebsten sind mir persönlich S+L-Züchter (Show und Leistung).
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    Windhundesport muss man mit seinem Windhund nicht machen - aber es gibt nichts, was den Hund glücklicher macht (außer echtes Wild hetzen).
    Ich würde das Coursing nicht missen wollen. Man muss dazu auch nicht unbedingt Mitglied im Verein werden - für Nicht-Mitglieder ist nur der Beitrag für's Training etwas teurer.
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    Whippets sind relativ führige Windhunde, die auch sehr viel Spaß an der Zusammenarbeit mit ihrem Menschen haben.
    Seit letztem Sommer mach ich mit Jin Agi und Jin liebt das.
    Tricks kann Jin auch ein paar, aber da bin ich nicht so kreativ und da wir hauptsächlich in der Mittagspause trainieren und Jin da meist lieber bei meinen Kolleginnen bettelt, kommt da auch nicht so viel dazu. Ich lass sie dann meist, Hase, "mach dich groß", Winken, und Diener machen - Übungen, die die Rückenmuskulatur stärken. Das ist mir wichtig, weil ich schon auf eine gute Besmuskelung achte, gerade weil Jin Coursing läuft und hier immer volle Leistung gibt.

    Ansich ist der Whippet auch einfach gerne überall dabei und machen das auch problemlos mit.

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    Whippets sind - wie alle Windhunde - KEINE reinen Sichtjäger. Allerdings sind sie idR auf andere Reize recht gut kontrollierbar. Sie neigen auch eher nicht dazu, selbstständig loszuziehen und was jagbares zu suchen (das sieht bei z.B. Galgos gern mal anders aus).
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    Man darf die Sensibilität des Whippets nicht verwechseln. Ja, sie sind sensibel. Aber sie sind auch unglaublich hart. Und Drama-Queens. Sie sind sehr gut darin, ihre Körpersprache dazu auszunutzen Mitleid zu bekommen/Schimpfe zu entgehen.
    Jin hat als Welpe gern mal im Übermut den Hund meiner Schwester überrannt: unsere Schimpfe kam bei ihr gar nicht richtig ran, derweil der Hund meiner Schwester das Schimpfen auf sich bezog und ein Häufchen Elend war!
    Jin merkt auch, wenn es mir nicht so gut geht. Draußen heißt es für sie: Frauchen ist unaufmerksam? Gut, dann mach ich eben mein Ding.

    Man muss mit Whippets mit Fremdhunden aufpassen. Viele Fremdhunde kennen keine Windhunde fallen bei Rennspielen aus Frust ins Hetzen/Mobben - die Besitzer merken das meist gar nicht ("Da ist meiner mal schön müde!"). Allerdings Mobben Whippets auch selber gern. Am besten sind oft Spielpartner, die etwas großer und kräftiger als Whippets sind. Wobei man Whippets natürlich auch problemlos auf Kleinhunde sozialisieren kann - nur beim Spielen muss man hier nochmal etwas mehr ein Auge drauf haben, damit die Kleinen nicht mal (versehentlich) überrannt werden.

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    Whippets sind Sprinter, das heißt, mit etwas Flitzen lassen, bekommt man sie ganz gut ausgelastet. Aber sie gehen auch gerne längere Touren oder Wandern.

    Bei mir es so, dass ich in der dunklen Jahreszeit unter der Woche Jin nicht flitzen lassen kann (außer im Garten), da ich Vollzeit arbeite und es sowohl vor als auch nach der Arbeit schon dunkel ist und Jin im Dunkeln nicht frei laufen darf. Dafür geh ich dann in der dunkeln Jahreszeit nach Möglichkeit 1-3x pro Woche joggen und am Wochenende gibt's dann ein größeres Programm.

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    Im Haus sind Whippets tatsächlich sehr ruhig und brav. Manche schlagen allerdings auch an, wenn es klingelt (Jin z.B.) und manche sind Diebe - gibt wohl nicht wenig Whippets, die auch mal auf der Küche stehen. In diesem Punkt hab ich es mit Jin recht einfach; sie ist zwar wahnsinnig verfressen, akzeptiert aber Tisch/Küchenzeile als weggeräumt (jedenfalls außerhalb der Läufigkeit).
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    :???: Ich glaube, das ist erstmal alles, was mir einfällt.

    Ach so, vielleicht noch: es ist utopisch zu glauben, dass einem der Whippet niemals durchbrennen wird. Wir sind alle nur Menschen und keine Maschinen. Wir machen alle mal Fehler. Damit muss man leben können und daraus lernen.
    Glücklicherweise sind Whippets idR (wenn man nicht (aus Nachlässigkeit) zu oft Fehler macht) schnell wieder da.

    Und kleinere Wunden haben Whippets eigentlich fast immer, manchmal bemerkt man die Kratzer erst, wenn sie schon am Verheilen sind. Den Hunden macht das normalerweise eh nichts aus.

    Aber wenn ich mir so die üblichen Hundewiesenhunde angucke, also in Sachen Mobbing können die ja meist noch ne Menge von nem Whippet lernen.

    nunja, und andere Rassen haben dafür andre Hunde (des gleichen Geschlechts) zum Fressen gern, finden andre Menschen doof, etc. Mobbing kommt auch gar nicht sooo selten vor - wird nur oft nicht erkannt. Und, wenn man ein Auge drauf hat, kriegt man's schon ganz gut in den Griff.

    Beim geführten Gassi letzten Sonntag war z.B. eine mittelgroße Mix-Hündin, die zum einen keine anderen Hunde an ihre Menschen ließ (auch nicht die andren Hunde der Menschen!) und zum andren praktisch jedes (schnellere) Spiel zwischen zwei Hunden grollend unterbrach - natürlich haben ihre Menschen drauf geachtet, sie waren allerdings nicht von der schnellen Sorte, so dass man sehr gut beobachten konnte, was diese Hündin so als ihren Job ansah...
    Eine weitere Mischlingshündin hätte auch gerne jedes Spiel abgebrochen - die blieb aber während des gesamten Spaziergangs an der Leine.

    Die Hovawart-Fraktion war komplett nicht ableinbar. Obwohl doch, einer durfte mal zu einem Spiel mit einem ähnlich großen Hund kurz von der Leine, wurde aber direkt danach wieder angeleint.

    Der Viszla musste immer wieder angeleint werden, weil er sich sonst so ins Rennen reingeschossen hätte, dass er nicht mehr kontrollierbar gewesen wäre.

    Ein Molosser(mix) war von der Anwesenheit anderer Hunde so gestresst, dass er nur am Schreien war (er wollte unbedingt hin und spielen, wäre aber ohne Leine absolut nicht kontrollierbar).

    Der Shar-Pei musste mit Maulkorb und doppelter Leine gesichert werden, befand sich auch - aus gutem Grund - immer nur am Rand der Gruppe, immer mit etwas Abstand.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Whippets/Windhunde sind auch nicht schlimmer als viele andere Hunde.

    ja, Hühner können wohl durchaus ein Problem sein.

    Ich bin der Auffassung, dass zumindest auf dem Dorf Hühnerhaltung - auch mit Hahn - kein Problem sein DARF. Wer ein Problem mit ländlichen Geräuschen/Gerüchen hat, soll halt in der Stadt bleiben!

    Edit: Und in der Kleinstadt/passendem städtischen Gebiet sollte meiner Meinung nach die Hühnerhaltung - zumindest ohne Hahn - möglich sein. Meinetwegen mit Auflagen bzgl. der Tiermenge

    Das ist aber so üblich. Man kann ja nicht warten, bis der (oder alle, falls Mehrparteienhaus) Mieter auszieht.

    nunja, man könnte auch gleich eine nicht-vermietete Wohnung kaufen :ka:


    Anders sieht es vielleicht aus, wenn man ein Mehrparteienhaus kauft und dieses saniert werden muss - da ist der Käufer idR aber keine Privatperson sondern eine Firma, so dass Kündigung aus Eigenbedarf eher wegfällt.