Zu anderen Windhundrassen kann ich nichts sagen, ich weiß nur, was mir die Salukileute erzählt haben.
Drei Leute unabhängig voneinander signalisierten, dass bei Salukis die Kombination Rennen/Coursing äußerst selten zusammen mit Freilauf funktioniert.
Angefangen mit der Züchterin von Amun auf die Nachfrage meines Mannes, wie das denn wäre mit Freilauf und ob, die Hunde das mit dem Rennen (auf der Bahn) brauchen. Sie war da sehr klar: "entweder wollen sie einen Hund, der frei läuft oder einen, der einmal die Woche auf die Rennbahn geht." Sie sagte, sie kenne ganz wenige, wo beides funktioniert.
Dann eine Züchterin, die ich von der nahen Winhundrennbahn kenne (liegt auf einer der Gassirunden), machen beide Hunde Coursing + Rennen. Die besitzen halt ein riesen Grundstück, zur Abwechslung geht es mal auf den eingezäunten Bereich der erwähnten Bahn oder eben mit Leine Gassi und die Hundesitterin lässt die beiden wohl auf einer bestimmten Lichtung ebenfalls mal frei. Also schon eher eingeschränkt. Ich hab auch mitbekommen, dass die Züchterin ganz panisch wurde, als ihre Hündin durchs Tor der Rennbahn entwischt ist, obwohl sich davor eigentlich hauptsächlich Wiese befindet. Hatte offenbar Angst, dass sie erst mal nicht wieder kommt.
Und der Dritte hatte mich wegen Amun angesprochen, weil er mich schon öfter gesehen hat und der nun mal meistens frei läuft. Selbst hält er wohl schon jahrzehntelang Salukis. Er schien ein bisschen wehmütig zu sein, dass die Hunde, sobald sie eben an Rennen teilnehmen, nicht mehr freilaufen können. Erst recht, wenn sie zu mehreren gehalten werden.
Soweit meine Infos zu den Salukis.
Fazit für mich: solange meine kleine Gazelle nicht zur Jagdsau mutiert, bleiben wir beim Freilauf. Bisher hält es sich allerdings in überschaubaren Grenzen und sollte es anders werden, ist die Bahn schließlich nur 15 min entfernt. Weil mehr Leine, wegen dem Jagen, würde bedeuten, Alternativen zur Auslastung suchen zu müssen. Das wusste ich aber schon, bevor ich mir einen Saluki geholt habe.
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Ich persönlich glaube ja, dass das gar nicht direkt miteinander zusammenhängt. Aber: das Alter, in dem man den Windhund idR das erste Mal in den Windhundesport lässt, ist gleichzeitig das Alter, in dem viele Hunde einen Entwicklungsschritt machen.
So wirkt das u.U. so, als habe der Hund erst mit Beginn des Windhundesports mit dem Jagen angefangen, dabei wäre das ohnehin passiert.
Ich kenne auch eine Saluki-Züchterin, deren Hunde coursen und freilaufen können.
Eine recht böse Vermutung meinerseits ist dann noch, dass in vielen Windhundhalter-Köpfen noch die alte Ansicht verankert ist, man könne Windhunden nichts beibringen und so gar nicht am grundlegenden Gehorsam trainiert wird.
Auch die Regeln des Freilaufs muss ein Hund lernen und wenn man sich beim Welpen/Junghund darauf ausruht, dass er sowieso nicht weit weg läuft/schnell wieder kommt, so hat man schließlich das Problem, wenn der Hund erwachsen ist und unabhängiger wird, dass die Grundlagen fehlen um die Kooperationsbereitschaft zu erhalten.
Außerdem sehen viele gar nicht, dass der Hund bereits jagt, lange bevor der Hund wegläuft - lässt man den Junghund viele Jagdtendenzen unkommentiert ausleben, so braucht man sich nicht zu wundern, wenn er irgendwann richtig loslegt.
Das stimmt sicherlich nicht in allen Fällen. Manche Hunde (gerade Orientalen) sind einfach im Freilauf nicht kontrollierbar, weil ihre jagdliche Motivation zu hoch ist.
Jin ist auch weg, wenn sie Wild sieht. Diesen Punkt habe ich nie großartig trainieren können, weil wir nur selten Wild sehen.
Ob es anders wäre, wenn wir viel sichtbares Wild hätten, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen.
Ich weiß nur, dass Jin auf Spur/Geruchs-/Hörreiz kontrollierbar ist - diese Reize habe ich trainieren können und hier kann ich sie über Gehorsam lenken.
Was ich auch mit absoluter Sicherheit sagen kann: Dass Jin courst hat nichts damit zu tun, dass sie sichtbares Wild hetzt.
Gibt ja auch genügend Nicht-Windhunde, die hetzen, obwohl sie noch nie eine Rennbahn oder ein Coursingfeld zu Gesicht bekommen haben.
Man muss sich auch nur mal umschauen, wie viele Hunde (egal welcher Rasse) keinen richtigen Rückruf kennen. Wie oft wird einfach nur der Name gerufen. Oder, wenn es eine Situation ist, die einen Rückruf aus Sicht der Gesellschaft nötig macht, wird das typische "Hiiiiiiiiier!" gebrüllt - und der Hund reagiert nicht, weil ihm nie beigebracht wurde, was das heißt.
Ein Rückruf ist natürlich keine Garantie für einen nichtjagenden Hund - Jin kann ich mittlerweile sogar von der fliegenden Frisbee abrufen -, aber eben ein Puzzleteilchen für einen freilauffähigen Hund.