Beiträge von l'eau

    Ist das rechtens, dass das Tierheim Eigentümer bleibt vom Hund?

    nein, sobald du Geld für das Tier bezahlt hast (und für alle laufenden Kosten aufkommst), bist du Eigentümer. Egal, was im Vertrag steht.

    Das einzige, was das deutsche Recht hier möglich machen könnte, wäre ein Mietvertrag - dann müsstest du aber regelmäßig einen Betrag an den Vermieter zahlen und der Vermieter müsste für alles, was "normaler Mietgebrauch" ist, aufkommen - also mMn auf jeden Fall die Tierarztkosten (solange nicht durch den Mieter verursacht).

    ja, und ich reg mich - wie schon beim letzten Mal, als das gezeigt wurde - darüber auf, wie die arme Hündin von dem Mops-Mischling und der Dogge belästigt wird und dann auch noch von Frauchen gemaßregelt wird, als sie ihn totaler Verzweiflung um sich schnappt!

    Und als die Rüden, dann merken, dass es eine Hündin ist und MR behauptet, jetzt sei alles gut, wird die arme auch noch extrem sexuell belästigt.

    Niemals würde ich Jin in so einer Situation so dermaßen alleine lassen!

    Also, entweder der Hund ist "ein ganz lieber" oder er hat (mehrfach) deinen Hund angegriffen - beides zusammen geht nicht :ka:

    Ob ein gemeinsamer Spaziergang (oder mehrere gemeinsame Spaziergänge) Abhilfe schaffen kann, lässt sich nicht so einfach beurteilen.

    Wenn, dann jedenfalls nur, wenn die andre Partei ihren Hund auch so führt, dass dein Hund sich nicht ängstigen muss.

    Fakt ist: solange sich dein Hund vor dem andren ängstigt, solltest du Sorge dafür tragen, dass dieser nicht an deinen Hund ran kommt. Wenn die Bitte um Anleinen an den Besitzer gerichtet hilft, dann so. Wenn das nicht hilft, durch Blocken. Wenn das nicht hilft, gibt es mehrere Möglichkeiten das Blocken zu verstärken. Manche werfen dem "Angreifer" eine handvoll Leckerchen ins Gesicht (hilft vmtl. eher beim normalen Tut-Nix), manche werfen mit Schellen oder Ketten. Wieder andre nutzen Pfefferspray.

    Kein Hund ist zu 100 % abrufbar.

    Ich gehöre zu den Hundehaltern, deren Hund frei läuft, obwohl er nicht 100 % abrufbar ist. Und auch schon, als sie noch jung war und den Abruf erst lernen musste. Warum? Weil ich es sehe, wie ein früheres Forenmitglied, die mMn sehr viel Ahnung hatte. schnauzermädel hat für mich den Satz geprägt:

    Ein Hund lernt frei laufen durch frei laufen.

    So. Das heißt aber nicht, dass mein Hund unkontrolliert durch die Gegend ballert, sondern, dass ich ihn sehr aufmerksam führe, um ihn ggf. rechtzeitig anzuleinen. Trotzdem bin ich ein Mensch und mache als dieser auch Fehler und so ist es mir freilich schon passiert, dass mein Hund mal zu einem fremden Hund durchgebrannt ist.

    Solange es bei Einzelfällen bleibt und man daraus lernt, mach ich da kein Geschrei drum. Wir wohnen in einer Gegend, in der praktisch jeder seine Hunde absolut rücksichtsvoll führt. Und trotzdem kam es schon hin und wieder vor, dass ein (Jung-)Hund zu uns durchbrannte - Jin hat selber Angst vor fremden Hunden, die auf uns zu gerannt kommen, die Situation ist für uns also nicht entspannt -, aber solange der Halter sich hier bemüht, seinen Hund wieder einzusammeln, ist das für mich nichts schlimmes.

    idR blocke ich den fremden Hund, dass er nicht an Jin ran kommt, kommt er relativ nett und höflich an, so halte ich ihn auch mal fest, bis der Besitzer da ist, um ihn einzusammeln.


    Hätte ich nun die Situation, dass immer wieder ein und der selbe Hund zu uns kommt, so würde ich dafür Sorge tragen, dass die Begegnung für meinen Hund entspannt wird. Bei einem freundlichen Hund würde ich da recht nett ran gehen. Bei einem unfreundlichen Hund würde ich massiv werden, spätestens, wenn ein und derselbe Hund meinen Hund zum zweiten Mal angegriffen hätte (weil ich ihn nicht geblockt bekomme), hätte ich Pfefferspray in der Tasche und würde dieses benutzen!

    Man kann die andren Menschen nicht ändern; das Ordnungsamt kann auch nicht mehr machen, als böse Briefe schreiben und evtl. Ordnungsgelder verhängen. Erst, wenn ein anderes Lebewesen verletzt wurde, wird da mehr reagiert (und wenn es "nur" ein andrer Hund war, dann noch nichtmal unbedingt). Wirklich reagiert wird erst bei Menschenbissen.

    Also setzt man da an, wo man am wirkungsvollsten ansetzen kann: am andren Hund. Und spätestens bei der Verwendung von Pfefferspray dürften auch die andren Halter mal etwas schneller werden...


    bad_angel : Ich bin Ausbilderin, zwar nicht im medizinischen Bereich, aber du kannst mich gerne fragen, ich versuche zu helfen.

    Es ist tatsächlich so, dass die wenigsten Hunde mit fremden Artgenossen echtes Spiel zeigen. Trifft man sich aber immer wieder mit den gleichen fremden Hunden, so werden diese Hunde zu bekannten Hunden und u.U. auch zu Freunden.

    Je nach Persönlichkeit, kann ein Hund auch beim ersten Zusammentreffen mit einem anderen Hund schon Freundschaft schließen und spielen. Aber häufig kann es einfach nur das sog. Fiddeln sein. Das ist dann nicht sehr schön für die Hunde und führt häufig früher oder später zum Mobbing.

    Allerdings sieht man idR auch deutliche Unterschiede im Spielverhalten zwischen Hunden, die sich nicht so gut kennen und Hunden, die sich gut kennen.

    Mit Jin hatte ich auch schon die Situation, dass wir einen Fremdhund treffen und es zwischen beiden auf anhieb funkt und sie beim Leinenlos sofort miteinander spielen (echtes Spiel). Aber meistens läuft es so, dass man sich erstmal zumindest ein paar Minuten kennen lernen muss.

    Und dann darf man nie vergessen, dass es zwischen Hunden - wie Menschen - deutlich mehr Kommunikation als nur Spiel gibt.

    z.B. hatte meine Schwester die Situation, als Puck noch Einzelhund war, dass sie sich oft mit einer Freundin mit Huskymix getroffen hat. Die Hunde schienen von dem gemeinsamen Gassi nix zu haben und sich weitestgehend zu ignorieren. Bis sie sich einmal zufällig in der nähe eines (bekannten) Kaninchengebiets trafen: die Hunde gingen aufeinander zu, kommunizierten offenbar schon auf Entfernung und zack! bogen beide zusammen ab und ließen ihre Frauchen einfach stehen. Die konnten die beiden dann bei den Kaninchenbauten wieder einsammeln |)

    Jeder für sich alleine konnte an dieser Stelle problemlos frei laufen oder wäre zumindest abrufbar gewesen - beide zusammen ging aber nicht.

    eine schrieb ja das man sich möglichst einen gleichgroßen HUnd holen sollte

    Wenn der Ersthund grundsätzlich ein gutes Sozialverhalten hat, seh ich tatsächlich nicht so das Problem im Größenunterschied. Ist der Zweithund größer, wird man evtl. von Anfang an etwas mehr Managen müssen, weil der Ersthund sich evtl. rein kräftemäßig nicht deutlich genug durchsetzen kann, aber das wird sich mit dem Älter werden des Welpen/Junghundes legen.

    Ist der Zweithund kleiner, muss man u.U. den Ersthund mal etwas mehr ausbremsen, das lernen die aber idR auch schnell.

    Als Jin einzog, war sie knapp kleiner als Puck - wir haben anfangs den Fehler gemacht, draußen im Spiel zu spät einzugreifen. Es ist trotzdem eine Freundschaft daraus entstanden. Nur gemeinsames Spiel gibt es leider nur noch selten.

    Bei Flip war klar, dass er etwas kleiner bleiben würde als Puck und deutlich kleiner als Jin. Hier mussten wir Jin freilich anleiten, aber sie hat sehr schnell gelernt, angemessen mit ihm zu spielen. Flip und Puck, obwohl gleiche Rasse und doch ähnliche Größenkategorie, könnten gut ohne einander leben - trotzdem zeigen sie auch mal Kontaktliegen zueinander und stehen im Falle des Falles füreinander ein. Jin ist mit beiden Jungs gut befreundet.

    Belle war ja nun schon erwachsen beim Einzug und wurde mehr etappenweise eingegliedert, also gar kein richtiger Vergleich.

    Bei Thorin war absolut klar, dass er mit Abstand der kleinste unserer Bande bleiben würde. Er wiegt ausgewachsen 2,7 kg, Flip und Belle je ca. 6 kg, Puck ca. 8 kg, Jin wiegt ca. 15,5 kg. Und trotzdem klappt es zwischen all den Hunden recht gut bis sehr gut. Wir lassen auch bedenkenlos alle Hunde gemeinsam alleine, sie können zusammen frei laufen.


    Und dann in den nächsten Wochen auch mal sehen wie es sich verhält wenn ein welpe ( der von meiner Freundin ) hier drin ist.Mal gucken ob ich meine Freundin überzeugen kann ihren Hund mal so 1 bis 2 Stunden bei uns zu lassen( also natürlich nicht gleich am Anfang ;-).

    Das sagt gar nichts aus. Es ist etwas andres, ob ein Hund zu Besuch kommt oder ob er bleibt.

    Und nur, weil der Ersthund den Welpen in den ersten Tagen weitestgehend ignoriert und die einzige Interaktion Zurechtweisungen sind, heißt das nicht, dass die sich später nicht mögen werden.

    Genauso kann es sein, dass die Hunde sich für kurze Zeiten zusammen super verstehen (mal ein gemeinsames Gassi, vielleicht auch mal ein Besuch über's Wochenende), aber auf längere Zeit dann doch nicht miteinander können.

    Prinzipiell muss man bei Mehrhundehaltung um die Charaktere und Eigenschaften der einzelnen Hunde wissen und diese ggf. anleiten und managen. Man muss sehen, ob es Konflikte gibt und dann entscheiden, ob man diese vermeiden kann oder, ob es Konflikte sind, die die Hunde untereinander ausdiskutieren können oder, ob es tiefer gehende Konflikte sind, die man dringend trainieren sollte - oder gar zu einer Trennung der Hunde führen können (letzteres kommt aber recht selten vor).

    Wenn man seine Hunde gut kennt und ein bisschen Ahnung von Hundeverhalten hat, geht das meist ganz nebenbei.

    Außerdem darf man nie vergessen, dass man als Mensch ja auch eine Beziehung zu den Hunden hat und die Hunde zu einem. Hat man eine gute Beziehung zueinander, spielt sich schon allein darüber sehr viel ein.