Beiträge von l'eau

    Die Mutter, die DSH war aggressiv, musste weggepackt werden wenn Leute zu Besuch waren, daher habe ich sie nicht zu Gesicht bekommen. Der Vater, der Border Collie war eher misstrauisch, lief geduckt durch die Gegend und hat einen nicht aus den Augen gelassen.

    jau, also - herzlichen Glückwunsch, du hast dir Hunde gekauft, die weder genetisch noch epigenetisch dazu in der Lage sind, mit Besuch/Fremden klar zu kommen. Vmtl. waren/sind auch beide Eltern wesensschwach.

    Bei diesen Vorraussetzungen hätten deine Hunde von Anfang an lernen müssen, dass sie nie Kontakt zu Besuch aufnehmen dürfen und Besuch immer zu ignorieren haben. Genauso, dass Besuch sie nicht beachtet.


    Mit "30 Minuten Spielen" wirst du deine Hunde vmtl. unnötig hochgepuscht haben, dann noch 15 Minuten Training hinterher - viel zu viel. Deine Hunde, die eh schon schlechte Nerven hatten, wurden/werden so mit Stress überflutet. Der Abbau von Stresshormonen dauert einige Tage - das summiert sich also immer weiter auf, bis es dann halt irgendwann knallt, wenn man da nicht extrem dagegen steuert.

    Wie spielst du mit deinen Hunden?


    Dass deine bisherigen Trainingsansätze nur eine gewisse Zeit "funktioniert" haben, klingt für mich danach, dass du nicht konsequent trainiert hast und so die Signale mit der Zeit "verwaschen" sind.


    Deine Hunde haben mittlerweile mehrfach gebissen - nicht nur sich gegenseitig, wie du im Eingangspost schreibst, sondern auch (mind.) einen fremden Hund und andere Menschen! Ich hoffe sehr, dass du bereits gut sitzende, sichere Maulkörbe für deine Hunde besorgt hast und diese ihnen grundsätzlich aufziehst, wenn du mit ihnen raus gehst oder Besuch empfängst!

    Für mich liest es sich so, als seien beide Hunde auch einzeln für sich genommen schlecht erzogen. Offenbar hast du keinerlei Möglichkeit auf sie einzuwirken, außer sie an der Leine festzuhalten, weiter zu zerren oder weg zu sperren.

    Hast du bereits Hundeerfahrung? Wie bist du auf die Idee gekommen, dir gleich zwei Welpen zu kaufen? Und dann noch Wurfbrüder... So wie beim Menschen ist auch bei Hunden Blutsverwandtschaft keine Garantie dafür, dass man sich versteht. Im Gegenteil - gerade mit der Geschlechtsreife kann es hier zu starkem Konkurrenzdenken kommen.

    Warum hast du dich für diese Rassemischung entschieden? GebrauchshundxHütehund - dass diese Mischung extrem reizanfällig sein würde und Stress mit Aggression lösen möchte, erscheint mir nicht sonderlich überraschend.

    Dazu neigen beide Ausgangsrassen zu Kontrollverhalten - dass die beiden sich bislang scheinbar gut verstanden haben, kann einfach eine Missinterpretation des Kontrollverhaltens gewesen sein.

    Du solltest dringend einen guten Trainer konsultieren.

    Ich muss ja sagen, dass es mich bei meinem Start in die Agi-Turnier-Szene doch sehr überrascht hat, dass bei Wettkämpfen weder TA-Kontrollen durchgeführt werden noch überhaupt ein TA anwesend ist.

    Im Windhundsport ist während der gesamten Veranstaltung ein TA vor Ort und vor dem ersten Durchgang müssen alle teilnehmenden Hunde durch die TA-Kontrolle. Hunde unter 2 und über 6 Jahren dann nochmal vor dem zweiten Durchgang. Außerdem kann der TA bestimmen, dass Hunde, die im ersten Durchgang gestürzt sind, ihm vor dem zweiten Durchgang auch nochmal vorgestellt werden müssen (hab ich einmal erlebt mit einer Halbschwester von Jin. Den Sturz konnten wir aufgrund des Geländes gar nicht sehen, aber sie hat sich wohl mehrfach überschlagen - Kontrolle blieb ohne Befund. Es ist schon erstaunlich, was ein gut trainierter Hund alles wegstecken kann).

    So wie es den Cocker bei der Crufts hingesemmelt hat, fand ich auch krass - wäre aber wohl auch weitergelaufen, solange der Hund nix anzeigt.

    Bei Coursings gibt es teils ähnliche oder gar schlimmere Stürze und da hat man keine Möglichkeit einzugreifen (sofern der Hund nicht offensichtlich verletzt ist, zieht der Hasenzieher weiter). Und nach meiner Erfahrung haben die Hunde hinterher (erstaunlicherweise) selten was; vllt mal ein paar Hämatome oder wenn's schlimmer ist, Prellungen. Glücklicherweise sind schwerere Verletzungen selten.

    Vmtl. bin ich daher auch recht entspannt, was Stolpern, Ausrutschen usw. im Agi angeht.

    ich glaube, wir haben im Verein gar keinen Sacktunnel :???:

    Und bislang wurde dieser weder auf den paar Turnieren noch bei Seminaren, bei denen ich war, genutzt.

    Ärgerlich ist, dass wir im Verein keine Mauer haben - Jin setzt beim ersten Mal auf der Mauer immer auf. Aber solange sie nix schmeißt, ist das ja auch Wurst.

    Und der Weitsprung im Verein ist beim Sturm kaputt gegangen - der ist ansich für Jin gar kein Problem, aber ich habe beim letzten Seminar festgestellt, dass Jin den so gern macht, dass sie dann die vorletzte Slalomstange überflüssig findet und schonmal Gas gibt :muede: Das kann ich jetzt also nicht nachtrainieren...

    Ich müsst mich zwar wieder einlesen, aber natürlich kann die Seite wechseln bzw haben Hunde ja auch ne individuelle Händigkeit.

    ja, doch, alle (Säuge-)Tiere haben eine bevorzugte Hand/Seite. Ich meine, die meisten Hunde sind linkspfotig.

    Beim Kurven laufen kann wechseln nötig werden,

    jap, bei Coursings gibt es durchaus mal "fliegende" Galoppwechsel (genauso wie im Freilauf) - wobei man da schon sehr genau drauf achten muss, um das zu sehen. Rennbahn mit nur einer Richtung macht einen Galoppwechsel natürlich überflüssig.

    Versammelter Galopp ist nicht "Renngalopp".

    Genau. Beim versammelten Galopp ist Pferd idR ja doch eher langsam unterwegs, dabei geht es ja gerade darum, dass das Pferd die Bewegung besonders konzentriert und bewusst ausführt, Gewicht auf die Hinterhand aufnimmt - das mag zwar wichtig sein, um einen Reiter rückenschonend zu tragen, aber ist was Geschwindigkeit betrifft, nicht sonderlich effektiv. Im Renngalopp zeigen auch Pferde die doppelte Flugphase.

    Muss der normalo Hund für ein Rennen auch extra „auftrainiert“ werden?

    Jeder Hund sollte gut trainiert sein, um am Windhundsport teilzunehmen. Wobei man im Training die Streckenlänge auch relativ variabel anpassen kann. Ein gesunder Hund sollte auch mit normaler Gassi-Kondition einen kurzen Trainingslauf problemlos absolvieren können.

    Allerdings sieht man im Training durchaus auch (Wind-)Hunde laufen, die eigentlich gar nicht die Konstitution dafür haben. Das richtet dann oft aber keinen akut sichtbaren Schaden an, führt aber über kurz oder lang zu stärkeren Verschleißerscheinungen (Arthrose usw.)

    Und das muss einem auch bewusst sein: ein Hund, der den Windhundsport halbwegs ernst nimmt, wird bei jedem Lauf immer alles geben - das ist also grundsätzlich Hochleistungssport. Daher entwickeln praktisch alle Hunde, die das regelmäßig machen - genauso wie menschliche Leistungssportler - irgendwann Arthrosen.

    Als Halter ist man also dafür verantwortlich, den Hund so gut wie nur möglich auf den Sport vorzubereiten und ggf. eben nicht laufen zu lassen.

    Allerdings ist diese Einschätzung nicht immer ganz einfach - im letzten Jahr hab ich Jin ein Coursing laufen lassen, obwohl mein Bauchgefühl leise Zweifel anmeldete. Aber sowohl ihre Züchterin (TA-Helferin) als auch die TA, die die Hunde vor dem Wettkampf überprüft und die ich explizit darauf angesprochen habe, sagten mir, dass Jins Bein wieder gesund sei. Nunja, Ende vom Lied war, dass Jin sofort nach dem Lauf, also bereits beim Wegführen vom Kill, wenn der Hund noch mit Adrenalin vollgepumpt ist, wieder humpelte.

    Deshalb darf Jin derzeit keine Coursings - auch keine Trainings - laufen (wobei das mit den Trainings auch daran liegt, dass unser Vereinsgelände durch eine Hanglage auch sehr anspruchsvoll ist). Ich bin mir nicht sicher, ob sie fit genug ist, weil wir derzeit (aufgrund meiner Gesundheit) nur kurze Spaziergänge machen (ich bin schon stolz, wenn ich 5 km schaffe)...