Das Jungtier hier hat leider noch nie auf einen Abbruch der Althündin gehört, weder bei den lauten, noch bei den leisen fixierenden. Ich bin viel damit beschäftigt, das kleine liebliche Monster davon abzuhalten der Großen auf den Sack zu gehen 
Auch Hunde haben unterschiedliche Charaktere. Und nicht jeder Hund kann/will so vehement abbrechen, wie das Gegenüber es braucht. Dafür ist mancher für ein zarteres Gegenüber vielleicht zu heftig.
Mit Snaedis hatten wir am Ende 5 Hunde. Als letztes kam Thorin hinzu. Ein Welpe/Junghund, der davor noch niemals einen Abbruch kassiert hat, der nicht wusste was "Nein" (egal, ob auf hundisch oder menschich) bedeutet. Ein Welpe/Junghund, der ein starkes-Stressproblem hatte und sich praktisch nicht selber runterregeln konnte. Von den 4 erwachsenen Hunden gab es hier genau einen, der einen Abbruch so setzen konnte, dass er bei Thorin ankam. Die anderen 3 waren einfach viel zu nett. Noch heute ist es so, dass die 3 netten sehr deutlich werden müssen bzw. unsere Hilfe benötigen, wenn Thorin nervt. Bei Jin hingegen reicht oft sogar ein minimales Anspannen des Gesichts, damit Thorin sie in Frieden lässt.
Das macht die andren 3 Hunde in keiner Weise "schlechter". Sie sind ansich super mit Welpen. Aber eben mit "normalen" Welpen.
Jin hingegen mag keine Welpen und muss mit ihnen die ersten 1-2 Tage langsam vergesellschaftet werden - dann ist sie auch super (solange es nicht um ihren Napf geht).
Mir fallen halt echt nur ganz wenige Situationen ein, in denen ein Abbruch relevant wäre, und nicht die positive Verstärkung einer anderen Handlung das von mir angestrebte Trainingsziel wär.
Dann hattest du noch keinen Hund, der zu Handlungsketten neigt. Wenn Jin mir an einer Stelle wg. eines Geruchs losrennt und ich sie abrufe, dann passiert es sehr gern, dass sie anschließend an dieser Stelle immer wieder losrennt. Für rein Positivler käme jetzt wohl die Leine an den Hund. Ich setz einen Abbruch und die Sache ist fix wieder durch.
Es ist bei Jin ein Balanceakt, wann man mit positiver Verstärkung arbeitet und wann man besser einen Abbruch setzt oder (in seltenen Fällen in wirklich sicherer Umgebung) das Verhalten ignoriert.
Und ich Oute mich mal: ich bin ein Mensch. Ja, ich werde laut, wenn ich mich ärgere. Und ich war auch schon ungerecht zum Hund. Natürlich. Ich bin auch nur ein Lebewesen. Ich hab auch Gefühle. Ich hab auch unterschiedliche Tagesformen. Das, was ich dem Hund zugestehe, gestehe ich auch mir zu. Davon geht die Welt nicht unter. Jedenfalls, wenn man das bei der Rassewahl berücksichtigt. Bei Sensibelchen wie z.B. Border Collies mag das vielleicht anders aussehen. Aber die meisten Hunde können das gut ab - die wissen nämlich sehr genau, dass wir keine Maschinen sind.
Also, wenn das "mal" passiert. Wenn das laufend passiert, sollte auch Mensch an sich arbeiten. Aber in einem gewissen Rahmen ist es doch absolut normal.
Natürlich gibt es auch "leise" Menschen, die auch bei Ärger/Wut nicht laut werden. Aber genauso gibt es eben Menschen, die laut werden. Das eine ist nicht schlechter als das andere. Es ist einfach anders. Weil Lebewesen eben unterschiedlich sind.