Beiträge von l'eau

    Hunde erkennen und Menschen als (nahezu) gleichwertigen Sozialpartner an. Daher ist es für die meisten Hunde gar kein Problem, als Einzelhund zu leben. Je nachdem wie gesellig Hund ist, sind für ihn aber Sozialkontakte mit andren Hunden mehr oder weniger wichtig.

    Ich hab zwei Hunde. Jin braucht seit Sookies Einzug ansich keine Kontakte zu familienfremden Hunden mehr (was nicht heißt, dass sie sich nicht darüber freut, Hundefreunde zu treffen). Sookie hingegen braucht es durchaus auch Kontakt zu familienfremden Hunden zu haben - sie wird jetzt 3, es könnte sich noch verwachsen. Aber ich glaub es eigentlich nicht, da Sookie einfach ein sehr geselliger Hund ist.

    Beide Hunde gehen übrigens auch deshalb gern mit mir zur Arbeit, weil sie dort ihre menschlichen Freunde treffen.

    Außerdem gibt's immer Individuen, die ein bisschen anders sind. Wenn man z.B. nur Jin als Whippet kennt, hat man einmal optisch ein etwas andres Bild: Jin ist eine Hündin, aber optisch maskuliner als mancher Rüde, der Rasse. Aber auch charakterlich. Whippets sind eigentlich stapelbar. Jin ist das nicht, sie ist für einen Whippet ungewöhnlich stark auf ihren Individualabstand bedacht.

    Ich glaube die Schwierigkeit besteht darin dass es einfach X Interpretationen von Worten wie „sensibel“ gibt. Für mich bedeutet sensibel zB nicht, huschig und unsicher in der Reaktion zu sein, sondern reizoffen(er) und fein in der Wahrnehmung.

    Ich denke, dass viele Interpretationen von sensibel stimmen - aber halt für jede Rasse immer ein bisschen anders.

    Manches lässt sich auch relativ einfach auf den (ursprünglichen) Verwendungszweck zurückführen. Ein Border Collie z.B. muss aus seiner ursprünglichen Arbeit heraus sensibel auf den Hundeführer reagieren und sensibel auf die Umwelt achten, ein Whippet hingegen braucht sich für seine Arbeit gar nicht vom Menschen beeinflussen lassen, muss aber sehr sensibel auf die Umgebung reagieren. Wenn Whippets aber im Team eingesetzt werden (teils auch mit Frettchen oder (selten) Greifern) müssen sie aber durchaus auf ihren Teampartner achten und ggf. mit ihm interagieren (wir haben mal 6 Whippets ein Coursingtraining zusammen laufen lassen - es war schon spannend zu sehen, wie sie sich zur Hatz aufgeteilt und unterschiedliche Aufgaben übernommen haben), das ist dann aber eine Absprache zwischen Jagdpartnern und kein Ausführen von Kommandos wie bei Bordern.

    An die Hundehalter/innen die nur einen Hund haben: Woran und wann habt ihr erkannt, dass euer Hund keine andere Hunde im Leben braucht? Oder wie habt ihr erkannt, dass der Hund andere Hundekontakt benötigt?

    Irgendwie ist das ein Thema bei dem ich sehr verunsichert bin und manchmal ein schlechtes Gewissen habe.

    Jin hatte jahrelang die Hunde meiner Schwester als Sozialpartner, weil wir zusammen gelebt haben. Nach ihrem Wegzug hab ich gemerkt, dass Jin der Hundekontakt fehlt, es war einfach die Art, wie sie auf ihre Hundefreunde reagiert hat, wenn wir diese getroffen haben.

    Der Einzug von Sookie hat ihr definitiv gut getan (auch wenn sie manchmal von dem kleinen Wirbelwind genervt ist und sicher auch manchmal ihrem Einzelprinzessinenstatus nachtrauert).

    Hundefreunde draußen sind auch in Punkto Sozialkontakt was andres als ein Hund, der mit zur Familie gehört.


    Aber: wenn es nicht möglich gewesen wäre, dass bei uns ein zweiter Hund einzieht, dann wäre das für Jin auch nicht dramatisch gewesen. Ist aber durchaus auch Individuell. Ich bin mir relativ sicher, dass Sookie als Einzelhund unglücklich wäre, sie hätte sicher auch nix dagegen, wenn zu unserer Familie noch ein bis zwei weitere Hunde gehören würden - zum Glück für Jin und mich, liegt diese Entscheidung aber nicht bei Sookie xD

    Was soll der Aspekt "extra dunkel" für Benefits mitbringen?

    Es heißt, dass hier genetisch was anders läuft, wodurch die Hunde dunkler sind, als hellere Hunde. Natürlich ist deshalb nicht jeder extra dunkle Hund ein Gewinn für die Rasse. Aber es gibt auch keinen objektiven Grund, den Hund nur wegen der Farbe nicht zur Zucht zu nutzen.

    Wobei das allgemeiner gemeint war und nicht nur auf den Labbi bezogen: in vielen Rassen gibt es unsinnige Farbregelungen zur Zucht. Diese sind mMn unnötige Einschränkungen des Genpools.

    Ja, ich denke, dass die Sensibilität von Border/Hütehund und Whippet sich unterscheidet - beide Rasse(gruppen) sind sensibel, aber jede auf seine Weise. Je nachdem, wie Mensch ist, kommt er mit dem einen oder andren besser klar (oder merkt es gar nicht) bzw. manche Menschen können auch mit beidem.

    Paar Beispiele aus meinem Erleben:

    Gruppenfoto. Border, Cattle und Whippet, alle sollen Sitz machen. Whippet (meine Jin) steht auf, weil sie keinen Bock hat. Ich wiederhole "Sitz!", normale Lautstärke, aber mit etwas Nachdruck in der Stimme. Border duckt sich etwas "Ich sitz doch? Ich mach doch alles richtig?", Cattle war's egal, er wusste, dass er nicht gemeint war, und Jin hat sich gefühlt schulterzuckend wieder hin gesetzt "Wenn's denn sein muss..."

    Bei den meisten Hütehunden muss man nach meiner Erfahrung die Strafe deutlich sensibler dosieren - da reicht eine hochgezogene Augenbraue oder etwas mehr Nachdruck beim Sprechen. Bei den Whippets fängt die Strafe eher beim Nachdruck in der Stimme langsam mal an.

    Border, Cattle, Sheltie, die nach einem blöden/schmerzhaften Erlebnis mit einem Agi-Hindernis dieses deutlich vorsichtiger anlaufen/nutzen (in einem Fall auch erstmal stark meiden - schieb ich hier aber eher auf die Herkunft (TS), als auf die Rasse). Meinen Whippets ist sowas idR egal, die brettern trotzdem weiter drüber/durch. Nur einmal hat Jin sich bei der Wippe rein durch's Zuschauen beim Mitbewohner-Hund, der diese gruselig fand, davon überzeugen lassen, dass die Wippe gruselig ist :roll:

    Bei (unbewusstem) Druck seitens des Hundeführers oder unklaren Anweisungen neigen Whippets eher dazu, einfach nichts mehr zu machen, derweil Border eher dazu neigen, einfach irgendwas zu machen. Der Sheltie im Verein fängt eher an, sein Frauchen zu maßregeln (durch Ankläffen - natürlich), weiß aber nicht, ob das für Shelties allgemein gültig ist. Die Cattles sind da eher stoisch, ignorieren den Druck oder warten einfach ab, was sie machen sollen.

    Auch kann das "Außen" beim Whippet meiner Erfahrung nach im Agi-Parcours etwas mehr Einfluss auf den Lauf haben, als bei Bordern - der Border ist eher mit 95-100 % bei der Aufgabe, der Whippet eher mit so 90-95 %, beim Sheltie seh ich hier Schwankungen: entweder wie Border oder wie Whippets, die Cattles grundsätzlich eher wie Border.

    Hütehunde tun sich im Generalisieren etwas leichter und finden's auch witzig, die gleiche Aufgabe 10x hintereinander zu machen (wenn die Belohnung stimmt). Der Whippet neigt bei Wiederholungen dazu, diese als Korrektur wahrzunehmen und fängt dann an, andre Lösungen zu suchen - egal, wie hochwertig man die vorherigen, richtigen Ausführungen belohnt hat.

    Im Alltag hab ich das Gefühl: dem Border erklärt man 1-2x die Regeln und er hält sich dran (naja, nachdem die Junghundeflausen sich verwachsen haben), derweil Whippets ihr Leben lang immer mal nachfragen, ob die Regeln auch heute gelten.

    Nein, die Krallen weden regelmäßig gekürzt. Es waren, bis auf einmal, auch immer die Daumenkrallen. Das passiert meistens wenn sie sehr stark auf der Wiese aus dem vollen Hundegalopp abstoppt.

    Je nachdem, wie oft der Hund sich verletzt, kann es Sinn machen, dass du die Daumenkralle für den Freilauf ans Bein tapst - das wird bei kurzhaarigen Windhunden gar nicht so selten gemacht (wenn auch oft für den Sport), wenn die Daumenkralle "schlecht" sitzt (abstehend und/oder zu lose)/zu Verletzungen neigt. Beim Agility und Flyball kann man das auch gelegentlich bei andren Rassen sehen.

    Danke für die Infos :smile:

    Also grundsätzlich möglich, aber wenn man nicht grad drauf selektiert, extrem unwahrscheinlich, weil seit "sehr lang" unerwünscht.

    Ich find's immer schade, wenn Farbe ein zuchterschwerender oder -ausschließender Grund ist - abgesehen von Farben, die in dieser Rasse tatsächlich zu gesundheitlichen Problemen führen natürlich. Das schränkt den Genpool einer jeden Rasse unnötig ein. Aber es ist für den Genpool der Rasse dann halt auch nicht gut, wenn man außerhalb des Verbands auf genau die unerwünschten/verbotenen Farben selektiert, was dann im Umkehrschluss - je nachdem sogar schneller - zu den gleichen Problemen führt, wie wenn man nach Standard züchtet.

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    so :)

    Hab aber auch tatsächlich schon etwas dunklere gesehen. Gerade Kinder von Brando. Der hat nämlich kein gelbes Unterfell und ist komplett rot. Meiner hat hingegen gelbes Unterfell

    ja, das kommt hin. Glaub ich...

    Aber dein Hund ist ja nicht aus FCI-Zucht?


    Auf jeden Fall sind Ridgebacks und bspw. Irish Red Setter ja auch "gelb" vom Prinzip her.

    ja, stimmt... aber ich dachte, dass man die Trennung Ridgeback/Setter Farbe rot, Labbi gelb durchaus macht, weil das beim Labbi eben aufgehellt ist. Daher meine Verwunderung, einen so dunkelrot-braunen Labbi zu sehen.


    Vllt sollte ich die Frage spezifizieren. Ich meinte mit reinrassig schon VDH-/FCI-Zucht. Bei allen andren Zuchten ist die Reinrassigkeit halt nicht ganz so sicher.