Alles anzeigenHabe noch eine Frage:
Ich war noch nicht auf so vielen Beerdigungen, zum Glück.
Jetzt steht eine von einem nahen Familienmitglied an.
Meine Fragen lauten:
* Sind (in der katholischen Kirche) kurze Reden über den Verstorbenen üblich / möglich? Also nicht vom Pfarrer, sondern von einem Angehörigen?
* Wenn die Verstorbene eine streitbare Person war und dies auch ganz bewusst gelebt hat, also "gerne" auch mal mit ihrer Meinung angeeckt ist und das ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeit war, darf man sowas dann sagen? Also natürlich nicht ins Negative gezogen, sondern positiv gemeint. Der Begriff "streitbar" passt einfach so wunderbar zu ihr...
(Ich persönlich finde es immer etwas schade, wenn der Pfarrer in seiner Rede den Verstorbenen so ganz anders darstellt. Natürlich zieht man niemanden durch den Kakao, aber die Persönlichkeit zu verzerren finde ich ganz schlimm. Über unseren Opa wurde z.B. gesagt "er war durch und durch ein geselliger Mensch und liebte es, unter Menschen zu sein". Ich habe mich damals gefragt, über wen er redet, denn das hat halt mal so gar nicht gepasst. Viel passender wäre gewesen zu sagen "er war manchmal etwas brummelig, aber sobald der Urenkel da war, ist er aufgetaut").
Sowohl mein Opa als auch meine Mutter wurden katholisch beerdigt, jedoch völlig unterschiedlich.
Mein Opa hatte eine wirklich übliche Beerdigung. Der Pfarrer hat viel gesprochen, unsere Familie hat Fürbitten vorgelesen, es gab viele katholische Lieder.
Die Fürbitten waren von Oma so ausgewählt und die Reden des Pfarrers waren eher so Standard-Floskeln.
Die Beerdigung meiner Mutter habe ich organisiert und eben so, wie sie sich das gewünscht hätte.
Es gab auch da eine Rede, jedoch deutlich persönlicher, ich hatte vorher auch mit dem Pfarrer über ihren Charakter und ihr Leben gesprochen.
Es gab Musik von Unheilig statt katholischen Liedern, das war auch kein Problem, wurde möglich gemacht.
Hätten wir selbst was sagen wollen, wäre das auch ermöglicht worden.
Ich würde halt darauf achten, dass es noch respektvoll bleibt, vielleicht auch mit einem Funken Humor, je nachdem, wie der Mensch eben war und wie die Beerdigung dann auch gestaltet ist.
Und bei demjenigen nachfragen, der die Beerdigung organisiert (wenn du das nicht selber bist). Sollte natürlich zum Konzept passen.