Sind denn bei UP auch Hundehalter mit Welpen? Und wenn ja, durchlaufen die auch dieses "Programm"?
Ich habe es bisher so wahrgenommen, dass da hauptsächlich HH mit Hunden sind, die eben schon vorher andere Trainer und somit ein anderes Training durchlaufen haben. Sprich es sind Hunde, die durchaus schon etwas "können" (Sitz, Platz und zumindest die Anfänge eines Rückruf gehören da für mich dazu...), die aber mit einem Problem oder der gesamten Situation nicht weiter kommen und Alternativen suchen.
Vielleicht liege ich falsch, aber bei der genannten Übung zum Sitz glaube ich nicht, dass es um das eigentlich Sitz geht, denn ich gehe davon aus, dass der Hund von Vidar im Vorfeld "Sitz" kannte und auch konnte.
Ich denke es ist eher eine "Übung" um später ein Verhalten unaufgefordert zu bekommen. Z.B. im Freilauf: Wenn ich als HH stehen bleibe, dann soll mein Hund auch stehen bleiben und im Idealfall zu mir unaufgefordert zurück kommen.
Um dies zu erzielen bedarf es verschiedener einzelner "Übungen" die vielleicht zu Beginn erstmal nicht den Sinn erkennen lassen, sondern erst später... In Frankfurt gibt es eine Hundeschule, die arbeitet glaube ich in eine ganz ähnliche Richtung.
Gut, da könnt ich dann meinen erwachsenen Hund als Beispiel nehmen; den bekam ich erwachsen. Gut, er kannte an Kommandos nur Rückruf und konnte sich im Showring präsentieren. Das wars. Dafür n extremer* Pöbler. Mit und ohne Leine. Seine Wohlfühldistanz zu anderen Hunden war etwa 200m (bei rennenden Hunden sogar mehr)
Nehmen wir an, er hat verinnerlicht sich immer hinzusetzen, wenn ich stehen bleibe. Das Prinzip beruht darauf, dass er wahrnimmt, was ich mache. Nun ist es bei Puck aber so, dass er bei zu engen Kontakt alles ausblendet, außer den anderen Hund (da könnten dann 10 andere Hunde um uns rumrennen, solange er von diesen nicht berührt wird, würde er sie nicht bemerken. Und bei Berührung sowieso um sich Schnappen).
Nehmen wir also an, wir befinden uns auf einem Feldweg. Uns kommt ein Hund entgegen. Ich bleib stehen. Puck setzt sich. Der andere Hund kommt näher. Puck tickt aus. Und nun? Leine nach oben halten? War bei mir reines Management: Puck mit ausgestreckten Arm an der kurzen Leine halten und austicken lassen... und wenn der andere Hund vorbei ist, kommt Puck wieder runter und setzt sich. und nun?
Solche Begegnungen lassen sich bei mir in der Gegend kaum vermeiden. Ich hab einige Zeit gebraucht um meinen Ansatz zu finden:
Meine Trainingsansatz ist eine Art Zeigen und Benennen gemischt mit Ablenkung, nur abgesprochener Fremdhundekontakt und Management, wenn es nicht anders möglich ist.
In der obigen Situation hol ich Puck gedanklich zu mir, belohne jede Umorientierung zu mir, geh im Fuß soweit möglich dem anderen Hund entgegen (lauf eine Bogen wenn möglich) und sobald Puck sich nicht mehr gut zu mir orientieren kann lenk ich ihn mit Leckerchen ab. Klappt, wenn man keine Bogen laufen kann zu 60%.
Kann ich einen angemessenen Bogen laufen geht es ohne Ablenken zu 99%. Geht nur ein relativ kleiner Bogen, klappt es zusammen mit Ablenken zu 99%.
Er tickt noch regelmäßig aus, aber nicht mehr so schlimm, dass er um sich schnappt. Selten noch soweit, dass er gar nicht mehr ansprechbar dabei ist.
Seine Wohlfühldistanz zu anderen Hunden ist jetzt bei etwa 50-100m, je nach Aktivität und Aussehen des Fremdhundes (er unterscheidet nach Farbe, Größe, Fellmasse,...).
LG Anna
* jedenfalls für mich als Hundeanfänger.