Ich bin gerade etwas durch den Wind.... Red hat mich gestern gebissen. Es war kein Schnappen, sondern Beißen. Er hing an meinem Arm und hat wie blöd geknurrt. Jetzt zieren mich drei Löcher und ein paar Hämatome. War beim Arzt, ist zum Glück keine schlimmere Verletzung, hat nur stark geblutet und tut jetzt weh.
Keine Ahnung, ob ich Hilfe will oder einfach nur mal die Geschichte los werden...
Zur Vorgeschichte allgemein:
Red hatte bereits drei Vorbesitzer, die ihn anscheinend alle nicht mit Samthandschuhen angefasst haben. Er beschwichtigt sehr viel und am Anfang hatte er bei jeder schnellen Handbewegung Angst. Gleichzeitig ist er aber ein recht fröhlicher und gutmütiger Hund. Es gibt Situationen, wo er knurrt, weil er unsicher ist (hochheben oder wenn er wieder mit dem Hintern unter Bett gerutscht ist und nicht aufstehen kann. Dann muss man ihn etwas hervorziehen). Das hat aber sehr stark nachgelassen, er merkt wohl, dass man ihm hier nichts tun will. Ach ja, er hat außerdem Spondylose, also manchmal Schmerzen, worauf wir natürlich Rücksicht nehmen.
Zur Vorgeschichte gestern:
Wir hatten ein für alle recht stressiges Wochenende (Grillen mit 30 Leuten plus recht unerzogenen Kleinkindern bei uns, Besuch in Lüneburg, Freitag musste er 3 Stunden allein bleiben, was aber eigentlich kein Problem darstellt).
Außerdem sind mein Mann und ich derzeit aus privaten Gründen etwas angespannt.
Gestern hatten wir daher einen ziemlich ruhigen Tag, wir waren morgens lediglich zur Physio, die Red gern mag. Nachmittags wollen wir kurz zu einem Bekannten, der umgezogen ist und dort ein paar Möbel aufbauen. Red haben wir mitgenommen und dachten, er könne sich dort dann in Ruhe hinlegen und etwas schlafen. Wahrscheinlich haben wir den Stress der Situation unterschätzt (fremde Umgebung, zuviel neue Eindrücke).
Und da ist es passiert. Red lag neben mir, ich saß auf dem Boden. Um ihn zu beruhigen, wollte ich ihn kraulen. Da schoß er auf einmal herum und hing mir am Arm. Ohne jegliche Vorwarnung.
Mein Mann ist die Hauptbezugsperson für Red, einfach sein geliebter Herr und Meister, für den er alles tut und der quasi alles mit ihm machen kann. Bei ihm kann er sich auch mehr erlauben als bei mir (anknuffen, anbellen beim Spiel). Ich rangiere an Stelle zwei und gehe z. B. zum Physility oder zur Physio mit ihm. Unsere Beziehung war meiner Meinung nach völlig ok und wurde durch die Arbeit beim Physility sogar immer besser. Er legte sich dort beim Warmmachen auf Kommando auf den Rücken, das war ihm vorher immer zu unsicher und das machte er nur freiwillig beim Auskämmen oder Kraulen. Ich lege Wert auf Gehorsam, aber ich muss ihn auch nicht krampfhaft zu so etwas zwingen, eben wegen der Vorgeschichte. Wir arbeiten uns da langsam vor. Er ist aber auch nicht der Prinz hier, der sich alles erlauben darf.
Ich mache weniger ihm sondern mir Vorwürfe, weil ich gesehen habe, dass er sehr gestresst war. Sicher darf ein Hund dann nicht einfach beißen, aber keiner weiß genau, was dieser Hund für Erfahrungen gemacht hat und was wir durch unser Verhalten ausgelöst haben.
Bei einigen Sachen habe ich ein ungutes Gefühl für die Zukunft, wie das Auskämmen oder das Geschirr umlegen, obwohl das ja völlig andere Situationen sind.
Derzeit ist für ihn völlige Ruhe angesagt bei Herrchen im Büro und dann nur noch zu Hause etwas Gassi gehen. Ich weiß noch nicht mal, ob wir Fr. zum Physility gehen.
Wir haben uns den restlichen Abend recht normal verhalten, als ob nichts passiert wäre. Er war sehr verunsichert und auch etwas gestresst, von daher hat er Notfalltropfen ins Wasser bekommen.
Ein Trainer ist leider finanziell akut überhaupt nicht drin, vielleicht lässt sich meine HuSchu auf einen Deal für eine Einzelberatung ein oder jemand aus dem Forum mag mal einen Spaziergang mit uns machen und einfach mal "draufschauen", ob wir irgendwelche Signale übersehen und die Beziehung ganz falsch einschätzen...
Ach, alles Mist. 