Beiträge von DSH Bauer

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    Einen ausgebildeten Hund darfst du in D nicht halten. Das geht nur mit massiven Auflagen, dann ist der "Schutz" flöten.

    Das ist noch die Frage. Hängt nämlich entscheidend davon ab, wo man wohnt.

    In solchen Dingen gibt es kein Deutschland. Da gibt es Brandenburg, Sachsen, Hamburg, Hessen, Bayern, ... Aber Deutschland? Nö, was ist das, wo liegt das?

    Das habe ich zu einem anderen Thema geschrieben, lässt sich hierher wunderbar übertragen:

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    Ich stelle mir gerade zwei Gezellen-Babys vor, die sich gegenseitig ihr Leid klagen. Eines ist im Zoo geboren, hat nur seine paar Quadratmeter Gehege und außer so komisch bunten Zweibeinern ist kaum was los. Die andere lebt in der Savanne und muss ein paar Mal am Tag vor Löwen und Geparden flüchten, die ihr nach dem Leben trachten.

    Die können beide klagen soviel sie wollen, wir können sie bedauern oder ihnen einen Vogel zeigen, egal, beide müssen in der Umwelt leben und zurechtkommen, in die sie hineingeboren wurden.

    So ist das auch beim Welpen. ...

    Und wie bereits geschrieben, es ist eine Entwicklungsphase, durch die man durch muss. Bär ist ein ganz normaler Hund wie millionen andere auch. Er lebt auch in ganz normalen (normallen, nicht idealen) Verhältnissen wie millionen andere auch. Und Bär wird wie millionen andere Hunde auch lernen, dass die Welt eben so und nicht anders ist und dass er sich artig zu benehmen hat, wenn er ein angenehmes Leben mit vielen Freiheiten genießen will.

    Ich habe 4 Tage nach ihr Geburtstag und bin kein Westfale sondern habe einen niedersächsischen Sturkopp. Nö, kein Thema, sowohl mit meinem vor Selbstbewusstsein strotzenden niedersächsischen Widder als auch mit der manchmal recht zickigen westfälischen Löwin komme ich ganz gut klar.

    Lob gibt es immer dann, wenn Lob verdient wurde. Hier also nicht für das Anschlagen, sondern für das Ruhe geben. Die Kunst ist es, dass genau das auch rübergebracht wird.

    Beispiel:
    Hund schlägt an.
    Ist gut.
    Hund gibt Ruhe.
    "So ist es prima, das mag ich, braver Hund!"
    Vielleicht noch ein Komm her und eine Streicheleinheit hinterher.

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    Es gibt für alles eine Grenze, und die beginnt für mich da, wo als "Hundeparkplatz" wegen Überforderung eine Box vorgeschlagen wird! Und als Erziehungsmittel Schläge eingesetzt werden.

    Nur kam (und kommt immer wieder!) der Vorschlag mit der Box von anderer Seite. Und auch die Schläge hat der TS nicht als Erziehungsmittel genannt. Ich behaupte mal das die Mehrheit hier im Forum schon einmal einem Hund "eine Backbord" hat zukommen lassen, ohne dass das als Erziehungsmethode Eingang in das tägliche Verhalten gegenüber Hunden gefunden hat und ohne dass das in Schläge ausgeartet wäre. Man will das nicht, das ist auch nicht erstrebenswert, aber nicht einmal die Götter sind perfekt. Wieso dann die Menschen?

    Der TS hat auch, soweit mir erinnerlich, nicht gefragt was nicht geht, es geht vielmehr um die Frage, was getan werden kann, damit sich die Situation verbessert.

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    Und bis ein Hund überhaupt seinen Schutz und Wachtrieb so richtig entwickelt, dauert es auch mal lockeres 2 Jahre, je nach Rasse.

    Wachtrieb haben die Hunde schon sehr früh, das ist ja nur das Anschlagen, wenn ... Auch der Schutztrieb ist schon früh vorhanden. Mein Rüde wollte z.B. mit 4 Monaten einer unbekannten jungen Dame zu Hilfe eilen und einen jungen Mann zum Tenor, äh, machen eben :lol: .

    Wie gesagt, der Trieb, die Veranlagung oder wie man es auch immer nennen mag, ist schon sehr früh da und zeigt sich auch sehr zeitig. Was man daraus macht und ob ein Hund mit Schutztrieb auch ein Schutzhund wird, das ist eine andere Frage und das kann durchaus länger dauern.

    Das mit den Gänsen ist nicht die schlechteste Idee, zumal sich da noch eine Zweitnutzung anbietet :hust: . Nur stellt sich dann die Frage: Wer schiebt nach Weihnachten Wache :lol: ? Bliebe doch nur der Hund übrig, der bis zum Schlachten die Gänse gehütet und in der Zeit das Wacheschieben von ihnen gelernt hat ;) .

    Für deinen Bedarf kommt ein großer Hund in Frage, der zwar anschlägt, aber sonst ruhig und gelassen ist. Am besten eine freundliche Dogge, die sich schwanzwedelnd auf den Eindringling stürzt, ihn auf den Rücken wirft und so lange durch sein Gesicht schleckt, bis du ihn befreist. :D

    Kurz: Du brauchst einen großen, lieben, selbstbewussten und sonst ganz natürlichen Hund.

    Mir kommen die Probleme mit Bär ganz bekannt vor, hat also mit Sicherheit keine genetischen Ursachen, liegt auch nicht am Verhalten der TS sondern ist ein wenig erfreulicher Entwicklungsabschnitt. Wenn man hier im DF mal ein bisschen rumblättert, dann fällt das einem wie Schuppen aus den Haaren.

    Im vorliegenden Fall liegt der Irrtum darin, dass eine Verantwortung auf die Hündin geschoben wird, der sie nicht nachkommen kann. Das wird sie auch nie tun. Was hat sie z.B. die Tapete zu interessieren? Nichts. Warum soll sie dann verhindern, dass Bär sich daran zu schaffen macht? Dafür gibt es aus ihrer Sicht doch keinen Grund.

    Des Rätsels Lösung sind Geduld und Konsequenz. Wenn Bär "freiwillig" mit dem Unsinn nicht aufhört, dann muss eben konsequent verhindert werden, dass er Unsinn machen kann. Die Ansatzpunkte liegen beispielsweise beim Kind, das Bär eben nichts aus der Hand geben darf. Oder in der Räumlichkeit, in der sich Bär bei Abwesenheit seiner Menschen aufhält. Ein Maulkorb könnte z.B. über Nacht für eine geraume Zeit eine Hilfe sein. Mitnehmen von Bär zur Arbeit wäre für ein paar Wochen sicher auch überlegenswert.

    Konsequenz aber auch, wenn einemal etwas passiert ist. Schuhe geklaut? Na und, die werden schön wieder an ihren Platz zurück gebracht - von dem, der sie dort entfernt hat.

    Wie gesagt, ist eine wilde Zeit, geht vorüber und fordert est einmal Geduld und Konsequenz.