"Ich kann mein Pferd doch nicht monatlich mit 50kg Leckerlis und hundert neuen Bürsten bewerfen , nur um bloß nichts für ein neues Handy etc. anzulegen und bloß alles für das Pferd auszugeben"
DAS sagt jetzt allerdings wirklich alles über deine Einstellung - dann schließ ich mich nun auch denen an, die von Anfang an der Meinung waren, daß du hier nichts suchst als einen Vorwand, den unmodernen alten Gaul wegzuschmeißen und dir was Schickeres zu besorgen. Ist dir denn überhaupt nicht klar, daß es hier alsolut nicht um Luxus geht, sondern um die blanken Lebensnotwendigkeiten: um pferdegerechte Unterbringung, angemessene tierärztliche Versorgung und altersgerechte Pflege für dein altes Pferd?
Ich bin dann hier weg, weil's sinnlos ist, nur noch eins zu Knautschgesicht: Du hast leider wahrscheinlich recht, hier geht es doch nur ums Entsorgen. Ich teile deine Einstellung dazu und hoffe inständig, daß mein eigenes altes Pferd noch sehr lange meine neuen Handys, Klamotten, Autos etc "auffressen" kann. Und in meinem Freundeskreis gibt's inzwischen reichlich Senioren, die den Besitzern in jeder Hinsicht sehr teuer sind. Das sollte eigentlich der Normalfall sein - ist es aber nun mal nicht. Moralische Empörung nutzt da leider wenig.
Insofern bleibe ich auch dabei, daß unter den hier geschilderten Umständen (die Autorin hat ja eben selbst ihren Stall indirekt als nicht pferdegerecht bezeichnet) für ein Pferd dieses Alters und bei Besitzern mit solcher Einstellung ein schneller Tod deutlich fairer sein kann, als einfach so weitermachen zu müssen, hustend und mit Schmerzen bei jedem Schritt (!) - immer mit der Einstellung im Hintergrund, jeder Aufwand für das nutzlose Tier "lohnt sich ja doch nicht mehr".
Da habe ich wirklich noch mehr Respekt vor den "Entsorgern", die ihr Pferd wenigstens rechtzeitig töten lassen, bevor es an unbehandelten Problemen verreckt. Auch wenn der Grund blanker Egoismus ist, bleiben dem Pferd doch wenigstens einige Leiden erspart. Verstehen kann ich beide Fraktionen nicht, aber es ist nun mal das Schicksal der weitaus meisten Pferde, nach Gebrauch "weggeschmissen" zu werden - die großen Renten-Schwüre halten in der Praxis selten lange. Wenn aber die Besitzer nun mal so eingestellt sind, dann sollten sie verdammtnochmnal wenigstens ehrlich sein und die letzte Konsequenz ziehen, statt das Tier auch noch verkommen zu lassen. Das meine ich mit dem Minimum an Fairneß, die ein altes Pferd verlangen kann.