Beiträge von terriers4me

    tagkm,

    ich fürchte, nicht immer - ich kann mich da allerdings nur auf Eberhard Trumler berufen, der das sowohl in seinen Büchern immer wieder schreibt, als auch mal nach einem Vortrag auf eine ähnliche Schilderung hin erzählt hat, daß er diese Tötungsreaktion auch bei einer Haushündin durchaus nicht für unnormal hält, wenn sie einen fremden Welpen im eigenen Revier "vorgesetzt" bekommt. Der Drang, das innere Revier und die Ressourcen eigenem Nachwuchs vorzubehalten, sei auch bei vielen Haushündinnen noch sehr ausgeprägt, eben nicht unnormal und solle deshalb nie unterschätzt werden.

    Eigene Erfahrungen zum Thema hab ich da gottseidank nicht - aber in so einem Fall wär mir das Risiko einfach zu hoch.

    Ich glaube, Junimond hat's auf den Punkt gebracht - ich halte es auch für ein insgesamt untragbares Risiko.

    Vergiß nicht, daß das Töten (nicht das Vertreiben, wirklich das Töten!) fremder Welpen-Eindringlinge im eigenen Revier für eine erwachsene Hündin absolut nicht unnatürlich ist, und gerade ältere Hündinnen können da sehr rigoros sein. Woher weißt du, daß die Große nicht schlicht auf den richtigen Moment gewartet hat und das wieder versuchen wird?

    Ein Risiko, das ich für beide Hunde niemals weiter eingehen würde. Ich würde mich auch so schnell wie möglich von dem Welpen trennen, aber natürlich mit der Zusage, alle durch die Verletzung anfallenden Extra-Kosten zu tragen. Und auf jeden Fall würde für mich bei jedem Entschluß meine alte Hündin immer vorgehen - aber das ist ja eigentlich selbstverständlich.

    So ein Exemplar hatte ich hier auch, und da ich nun mal nicht zu morgendlicher Fröhlichkeit neige, hab ich's gnadenlos ausgelegen: Nachdem klar war, daß der Hund absolut nicht mußte, gab's nur noch unmißverständliches Wegschicken, und mehr noch: ich hab sie dann eine zeitlang nach dem Aufstehen erstmal nur aufs Garten-Notfallklo geschickt und den Morgenspaziergang deutlich nach hinten verschoben. Da war's dann plötzlich nicht mehr so eilig.

    Das war bei uns nämlich der Kern des Problems: der junge Hund war so heiß auf die frühmorgendliche Party mit netten Artgenossen, daß er immer eher und aufgeregter zu drängeln anfing - und ich war blöderweise zunächst drauf eingegangen, weil ich dachte, das arme Tier müsse so nötig. Seit klar ist, daß ich und nicht der Terrier die Ausgehzeiten bestimme, leben hier Frühaufwacher & Morgenmuffel gut miteinander. Hund fragt zwar gelegentlich mal kurz an, gibt sich aber mit einem unwilligen Geknurr meinerseits sofort zufrieden & pennt ruhig weiter.

    Ein Armutszeugnis für viel zu viele Hundehalter, daß wir jetzt für die absoluten Basics (minimale Sachkunde beim Halter und vor allem Versicherungsschutz für den Hund) schon ein Gesetz brauchen!

    Übrigens hab ich es bis jetzt so verstanden, daß die Versicherungspflicht hier in NS fortan glücklicherweise für JEDEN Hund gilt, nix mit 20/40??

    Hier lebt auch noch ein Urtyp, ein Parson Russell terrier "original type".

    Hier ist einer der Stammväter der Rasse (und übrigens auch der Foxterrier), Carlisle Tack, geboren 1883...

    http://www.google.de/imgres?imgurl=…YGMjYsgaLtpTxDg


    ...und hier eine seiner entfernten Nachkommen, meine Hündin, die heute noch dieselbe Arbeit tun könnte:

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    Ja, komischerweise gibt sowas sehr viel Ruhe: Man WEISS plötzlich, daß der Kampf (und damit der lange, quälende Abschied) jetzt vorbei ist, nur noch eines bleibt und dieses eine rundum richtig ist - und ich hatte jedes Mal das Gefühl, die Tiere wußten und empfanden das ebenso...

    Alles Gute nochmal für euch!

    Ich hab's im anderen Thread schon geschrieben: Meine junge Hündin war letztes Jahr drei Tage übelst krank in der Klinik, genau wg. einer Infektion mit hämorrhagischen Ecoli. Also so ziemlich dasselbe wie EHEC, nur daß der Keim gottseidank sehr gut auf Antibiotika reagierte.

    Hier war der Infektionsweg Hund zu Hund im Auslaufgebiet, und in ganz Norddeutschland hat's offenbar heftig grassiert, die Klinik hatte gleich mehrere Hunde mit diesem blutigen Durchfall da. Die Symptome waren übrigens verschieden, von mild bis ganz heftig wie in unserem Fall.

    Insofern sind die Erreger immer präsent, und theoretisch könnte man sich auch über den eigenen Hund mit sowas anstecken. Ist mir übrigens nicht passiert, obwohl der Hund sehr eng mit mir lebt - da hat ganz normale Hygiene schon ausgereicht.

    Sobald der Hund wieder normal fressen konnte, gab's übrigens auch wieder rohes Rindfleisch aus der (norddeutschen) Region - und heute gibt's rohen grünen Pansen.

    ...und dann sind da leider immer noch die dicken Tierarztkosten, die sich nicht vorausplanen lassen, aber im Hundeleben so sicher kommen wie das Amen in der Kirche - irgendwann.

    Meine jetzige junge Hündin hat da gleich ein sensationelles erstes Jahr vorgelegt: nach der ersten Läufigkeit Gebärmutterentzündung, Antibiose und dann doch Zwangs-Kastration, und im Herbst drei Tage intensiv Klinik wg. blutigen Durchfalls & totalen Zusammenklappens, inklusive Auf-den-Kopf-Stellen des Hundes. Es waren dann hämorrhagische Ecoli, geholt im Hunde-Auslaufgebiet - und das an sich fitte und gesunde Tier hatte den Kaufpreis allein damit schon mal locker überboten...

    Will heißen: Ein Extra-Hunde-Sparbuch, auf dem zumindest die Anzahlung für einen unerwarteten dicken Brocken liegt (diese Infektion wäre ja nicht zu versichern gewesen), beruhigt ganz ungemein - auch wenn ihr es hoffentlich nie braucht!

    Das Wohlfühlen kommt, glaube ich, auch sehr auf den Hundetyp an. Ich hatte eine Hündin, die geradezu großstadtbegeistert war, Bummeln, Schnüffeln, Bahnfahren und vielleicht noch eine Eistüte an der Alster über alles liebte. Die freute sich über die Aktentasche und das "Stadtgeschirr" tatsächlich weit mehr als über die Outdoor-Ausrüstung. Und ich hatte (und habe gerade) Hunde, die das genaue Gegenteil waren, Lärm ebenso haßten/hassen wie Gedränge, ein enormes Laufbedrüfnis haben und so schon vor der Disposition her totale "Landeier" sind. Die in eine Großstadt zu verpflanzen, würde ich als Quälerei empfinden.

    Für den Hund ist sowas leider auch kein Spaß. Meine junge Hündin war im Herbst genau wegen hämorrhagischer Ecoli drei Tage in der Klinik am Tropf - ich habe noch nie einen Hund so rasant abbauen sehen.

    Ich hab mich übrigens nicht angesteckt, obwohl es theoretisch allemal möglich gewesen wäre, bei uns ging's als Hund zu Hund-Infektion um. Ob Hunde nun auch genau den akuten Infekt kriegen können, können euch hier sicher Schlauere als ich beantworten - im Prinzip kriegen sie sowas jedenfalls auch.