Beiträge von terriers4me

    So viele schöne Pferde - vielen Dank!

    Vergrößern wir die Herde noch etwas: Hier hätten wir Mutter, 23 Jahre, topfitte Frührentnerin, und jüngste und letzte Tochter, 2 Jahre, beim Sonntagmorgen-Dösen. Mutter kam übrigens 1993 tragend aus Island zu mir, hat seitdem enorm viel Freude gemacht, macht sie noch immer und wird dafür hoffentlich noch viele, viele Jahre viel Spaß haben:


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    "Aber ich hab einfach Bauchweh beim Gedanken, dass Tier auf Teufel komm raus am Leben zu erhalten, bloß weil ich nicht loslassen kann."

    Krambambuli,
    da kann man dir wirklich nicht laut genug zustimmen. Was passiert, wenn man keine Entscheidung treffen will, sondern die Dinge einfach laufen läßt, immer in der heimlichen Hoffnung, eben keine Entscheidung treffen zu müssen, weil's einem ja selbst wehtut und man doch sooo tierlieb ist, habe ich inzwischen mehrmals miterlebt.

    Das würde ich keinem Tier wünschen - und eben auch nicht dem alten Pferd der TS.

    "...suche einen GUTEN Platz für ihn, wo man für den Rentner und seine Wehwehchen Verständnis hat und sich darum kümmert."

    Das wäre ideal, macht aber garantiert niemand umsonst, weil's ja so Spaß macht, und das kann auch niemand umsonst machen. Ein dreißigjähriges Pferd kostet nun mal nochmal eine ganze Stange mehr ein junges, gesundes das ohnehin schon tut. Das fängt beim Spezialfutter an, hört beim regelmäßigen Zähnemachen noch lange nicht auf, und vom Betreuungsaufwand reden wir da überhaupt noch nicht. Wenn das Pferd seinen Besitzern jetzt schon eher lästig ist, wer soll denn in der harten Realität dieses Geld aufbringen? Vielleicht noch über Jahre?

    Sehen wir's mal nüchtern: Wenn du, liebe TS, tatsächlich (und es liest sich wirklich so) absolut keine Lust mehr hast, in das nutzlose alte Tier zu investieren, weil du lieber schon auf ein reitbares neues sparst, mit dem du dann richtig Spaß haben kannst, wie du es möchtest, wäre es wirklich nur fair, sich das dann auch ehrlich einzugestehen und das "unnütz" gewordene Pferd ohne unnötiges Leid töten zu lassen.
    Nicht das, was die meisten hier tun würden, aber immerhin eine ehrliche Konsequenz und das Minimum an Verantwortung, auf das alte Tier ein Recht hat - dafür hat es lange genug für euch gearbeitet. Finanziell dürfte da wohl alles aufs Gleiche rauskommen - auch einen Schlachter wirst du fürs "Entsorgen" eines so alten Pferdes bezahlen müssen.

    Das Pferd einfach weiter humpeln, husten und bei den Kühen stehen zu lassen in der (heimlichen) Hoffnung, daß sich der Fall schon von selbst irgendwie erledigen wird, ist einfach nur feige und auch grausam - das hat es sicher nicht verdient. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß du das ernsthaft möchtest - sonst hättest du sicher nicht um Rat gefragt?

    "Was das sterben angeht ist es einfach Ansichtsache. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Pferde zum Schlachter gehen."

    Genau damit hätte ich das Problem: mit dem Hingehen. Bolzenschuß oder Einschläfern dürften sich in der Tat nichts nehmen, wenn's gut gemacht wird - aber irgendwo hinzugehen (sprich: Verladen plus Hängerfahrt auf schmerzenden Beinen)würde ich meinem so alten Pferd eben genau nicht mehr zumuten wollen.

    Anna Lisa,

    auch von hier herzliches Beileid - ich kann das so gut nachvollziehen!

    Mir geht es sehr viel besser mit der unvermeidlichen Trauer, seit ich es schaffe, sie nicht als "böse" anzusehen, als etwas, das ich schnell loswerden möchte, sondern sie akzeptieren kann - als Preis dafür, wie viel mir mein Hund gegeben hat. Einfach eine Art trauriger Gerechtigkeit: Ich habe so viel bekommen, da ist es nur natürlich, daß der Abschied lange schmerzt.

    Seit ich mir das wirklich klar gemacht habe, habe ich übrigens auch kein Problem damit, nach dem ersten Schock und dem ganz großen Kummer relativ schnell wieder mit einem anderen Hund zusammenzuleben. Die Liebe zu dem einen, der als völlig anderes Individuum wenigstens den leeren Platz füllt, und dem ich das weitergeben kann, was ich von den Vorgängern bekommen habe, hat ja nichts mit der Trauer um den anderen zu tun. Eigentlich vermisse ich jedes meine Tiere bis heute, auch immer mal wieder sehr schmerzhaft - aber die Beziehung zu den lebenden stört das nicht. Ich möchte auch gar nicht ganz darüber "hinwegkommen", irgendwo freut es mich auch, daß sie alle noch so präsent sind, selbst wenn der erste, akute Schmerz abgeklungen ist.

    Insofern: Versuch, die Trauer nicht nur als etwas Böses zu sehen oder wegzudrücken, sondern als etwas zu verstehen, das leider zum Leben mit Hunden dazugehört - dann tut es nicht so fürchterlich weh, und du bist eines Tages auch wieder offen für eine neue Beziehung. Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute - und hier wird dich sicher jeder verstehen!

    Dann würde ich doch mal einen andern TA zuziehen - Zähnemachen lohnt sich IMMER, gerade bei den Alten!

    Nimm als Beispiel des 36jährigen Rentner einen Freundin, für den jährlich einmal neben dem normalen TA der Pferdezahnarzt kommt. Da zittert zwar immer die ganze Familie mit ,weil der Senior das Sedieren nicht mehr so besonders gut verträgt, aber das Risiko ist es wirklich wert. Seit die Zähne so gut sind,wie sie in dem Alter eben sein können (und er hat noch alle!), kann er sein Futter auch wieder tiptop verwerten, kommt mit sehr viel weniger aus und das Fell glänzt wieder richtig. Laß dir da also bitte nichts erzählen - es lohnt sich GERADE bei den Alten und Ganz-Alten!

    Was die Haltung angeht: Mir würde es auch nicht einfallen, ein Pferd einzeln zu halten, einfach, weil ein Herdentier den Kontakt so sehr braucht. Aber wenn der Rentner bis jetzt klargekommen ist, wird er das wohl auch weiterhin, da würde ich einem Dreißigjährigen auch keine Umstellung mehr zumuten.

    Wie dicht steht er denn im Winter an den Kühen? Als die Pferde früher noch oft in "gemischten" Ställen standen, gab das sehr häufig Lungenprobleme, weil die Pferde das Einatmen von Kuh-Ammoniak wohl nochmal schlechter vertragen als Pferdemist - könnte da eventuell auch eine Ursache für seinen Husten liegen?

    Wenn das Pferd leidet (also zum Beispiel chronische Schmerzen am Bewegungsapparat hat) oder du es aus anderen Gründen wirklich nicht behalten kannst/willst, würde ich es vom Tierarzt zuhause einschläfern lassen. Das ist ein wirklich sanfter Tod, und den bist du einem alten Freund nach so vielen Jahren einfach schuldig, statt ihm vorher nochmal Transport und Aufregung zuzumuten. Was für das alte Pferd sicher sehr viel belastender ist als das Ende selbst, da ist auch ein guter Schlachter sehr gnädig. Aber, wie gesagt: das Drumrum würde ich meinem alten Pferd auf keinen Fall mehr zumuten.

    Das älteste meiner Pferde ist gottseidank erst 23 und topfit, steht also noch ganz normal in der Herde und braucht nichts als altersgrechtes Zufutter. So lange es der Stute auch später gut geht, sie also Lebensqualität hat, freut es mich sehr, ihr ein glückliches Rentnerdasein ermöglichen zu können und dafür notfalls Knäckebrot zu essen.Sie hat genug gegeben, tut das auch heute noch und soll einfach ihr Leben genießen.

    Sobald das nicht mehr geht (und diese Grenze würde ich deutlich früher ziehen als bei einem Hund), wird sie auf dem Hof eingeschläfert. Glücklicherweise hat die Freundin, bei der sie jetzt steht, reichlich Erfahrung mit Senioren - ihr erstes Pferd ist gerade mit 41 (einundvierzig!) Jahren gestorben. Also bin ich mir sicher, daß wir den passenden Zeitpunkt finden werden. Zum Schlachter wird die alte Rote jedenfalls nicht gehen müssen.

    Gut gemacht geht Einschläfern übrigens so ruhig, daß es auch für anwesenden die Menschen nur traurig, aber nicht schrecklich ist. Ich hab's gerade letzte Woche bei einer alten Rehe-Stute mitbekommen, und das Pferd ist so friedlich eingeschlafen, daß es wirklich eine Erlösung war. An deiner Stelle würde ich einfach mal mit meinem TA darüber sprechen, jetzt und in Ruhe - dann wirst du im Notfall nicht so von allem überfallen, weißt, was auf euch zukommt und hast einen Plan. Auf jeden Fall noch alles Gute für den alte Herrn - so lange wie möglich!

    Vielleicht sollten wir mal einen analogen Thread für "forumsgeschädigt" aufmachen, falls es den nicht schon gibt....?

    Neulich, als ich unverhofft nur noch dem Kondensstreifen des abflitzenden Terriers nachsehen durfte und dann die Leine mit einem ziemlich lauten und absolut unpädagogischen "Gottverdammter Scheißköter!!" auf den Boden geknallt habe (der Hund war ja schon weit, weit weg), habe ich mich echt bei dem Gedankenblitz ertappt: "Wie gut, daß DAS jetzt keiner postet...."

    Hatte den Vorteil, daß ich dann selber lachen mußte und alles gleich wieder halbwegs easy war - aber einen gepflegten Knall kriegt man hier bei längerer Benutzung offenbar doch!

    Ich habe bis jetzt genau einen einzigen live erlebt, und den habe ich zuerst für einen nicht besonders geglückten Terrier-Pinschermischling gehalten: an der Leine sehr nervös, sehr, sehr kläffig (angeblich immer so), und abgeleint hab ich ihn nie gesehen ("sonst ist er weg").
    Seine Leute fanden ihn glücklicherweise trotzdem super und waren stolz auf seine Seltenheit - aber die Vorteile gegenüber einemschlecht ge- und erzogenen Terrier oder Pinscher hab ich nicht wirlich erkennen können?

    Mein nächster Hund wird garantiert wieder der Beste und Tollste von allen - das sind die eigenen Viecher ja gottseidank immer.

    Das it aber auch das einzige, was ich jetzt schon sicher weiß. Ansonsten dürfte es "eigentlich" wieder was in Richtung verrückter Terrier werden, aber un-eigentlich wär ich auch für eine Überraschung offen. Wer weiß schon, wann und unter welchen Umständen der nächste kommt - und was einem das Leben dann so über den Weg schickt?