Beiträge von terriers4me

    "Du kannst nicht wie bei anderen Hunden ihr "Herrchen" sein, maximal ein gleichberechtigter Partner, wobei sich der Podenco das rausnimmt, Dir die Gleichberechtigung jeden Tag aufs Brötchen zu schmieren... aus seiner Warte natürlich. Wenn Du ihn motivieren willst, mit Dir was zu tun, musst Du den Knopf erst mal finden, denn er macht das nur wenn es ihm Spaß macht. Da man hierzulande aber meist nur schlecht sagen kann, OK, alter, du weißt ja wo Du zuhause bist, ich seh Dich dann später, bleibt oft nur, auf irgendeine Weise sein Wächter zu sein... wenn man glück hat und das richtig anstellt nimmt er einem das nicht übel und wird/bleibt Dein Freund, aber eigentlich ist ein Podenco ein Hund für Katzenliebhaber "

    Auch das könnte exakt eine Terrier-Beschreibung sein, es scheint also doch gravierende Gemeinsamkeiten zu geben. Ich hab nämlich auch gelernt (und akzeptieren gelernt), der Terrier sei in Wirklichkeit das "missing link" zwischen Hund und Katze, und Regel Nr. 1 für den Umgang laute: "Beschütze deinen verrückten Hund vor den Folgen seiner Handlungen - er selbst tut's eher nur selten..."

    Ich glaube, ich lerne hier gerade, weshalb sich ausgerechnet diese beiden Hundetypen so besonders gut verstehen....*ggg*

    Erstmal auch von hier vielen Dank für die Erfahrungen - ich les dann mal still interessiert weiter mit.

    Bißchen grinsen mußte ich auch schon, denn das hier...

    "man kann solch einen Hund zb.nicht mit einem quirligen, schnellen, tobsüchtigen Terrier vergleichen"

    ...ist nämlich exakt das, was ich meine: diese bei jeder Rasse automatisch fallenden Zurodnungen. Ich hab in mehr als 30 Jahren Terrier-Haltung noch keinen gehabt, der auch nur entfernt "tobsüchtig" gewesen wäre - das ist nun wirklich eine Sache der Zucht und des Managements. Ich würde viel eher einige der hier beschriebenen Podenco-Reaktionen in diese Kategorie einordnen...wobei ich es aber auch völlig normal finde, daß ein erwachsener Rüde andere Rüden partout nicht ausstehen kann. (Wie er sich dann benimmt, ist natürlich eine ganz andere Frage!)

    Insofern traue ich diesen generellen Rassebeschreibungen nicht so ganz und finde es um so dankenswerter, aus erster Hand erzählt zu bekommen, wie ein Podenco denn nun "anders" reagiert. Denn, wie gesagt, unser Ibicenco-Freund unterscheidet sich nicht dramatisch von anderen Hunde-Spezialisten.

    "Fundiertes Wissen bedeutet , sich endlich mal von dem Gedanken zu lösen, dass der Hund ein reiner Fleischfresser ist"

    Genau so - und viele Wildcaniden wissen's offenbar auch besser. Oder wo packen wir sonst die Füchse hin, die doch a. zweifelsfrei Caniden, b. zweifelsfrei hochintelligent und c. hier im Spätsommer/Herbst mit einem reichlichen, vielfältigen Nahrungsangebot gesegnet sind - und sich von August bis Oktober am reifenden und reifen Mais, also ausgerechnet an diesem Gottseibeiuns-Getreide für die Anhänger der reinen Fleisch-Lehre, geradezu mästen?

    Erstmal natürlich ganz viel Glück mit Ivo - ich hoffe, ihr findet die passenden Trainer und die niederschmetternden Tage werden immer seltener!

    Generell würde mich auch sehr interessieren, weil einer der besten Kumpel meiner Hündin ein entzückender knapp zweijähriger, reinrassiger Ibicenco ist - sind Podencos denn wirklich soooo anders?

    Alles, was in dieser verlinkten Charakterbeschreibung steht, ließe sich 1:1 auf meinen Terrier übertragen, inklusive der Lauflust, die bei ihr sogar noch ausgeprägter ist als bei diesem Podenco. Schneller ist sie übrigens auch, ausdauernder sowieso, und sinnlose Härte verträgt auch kein Terrier. Insofern: Sind das nicht generell die Grundeigenschaften eines unabhängig arbeiten, noch sehr ursprünglichen Jagd- und Hetzhundes, also eines hochtourigen Arbeitstieres - quer über alle Rassen, Schläge und Nationen?

    "Unser" Podenco hat übrigens ein völlig normales Sozialverhalten allen anderen Hunden gegenüber: einige mag er, andere nicht, und im Moment versucht er als typischer Halbstarker gerade fürchterlich zu mackern, wenn andere Rüden sich seinem Mädel nähern. Niederlagen akzeptiert er allerdings deutlich schneller und kommentarloser als ein gleichalter Terrier. Was den Jagdtrieb angeht: Die Besitzer lassen ihn tatsächlich nie in Wildgegenden frei, wußten aber vorher, daß das sehr wahrscheinlich lebenslang auf sie zukommt und können gut damit leben - da war die vermittelnde Orga sehr, sehr deutlich.

    Ansonsten benimmt er sich auch wie der normale Halberwachsene: dem hundeerfahrenen, freundlich konsequenten Teil der Familie folgt er gut, den anderen wickelt er charmant um die Pfoten und macht, was er will. Als überdurchschnittlich unerziehbar empfinden ihn die Besitzer nicht. Er ist jedenfalls ein entzückender Kerl, und da sowas der Traum-Zweithund meines Terriers wäre, nochmal die interessierte Frage: Sind die generell wirklich so anders - oder ist da, wie bei anderen Rassen auch, nicht auch viel stolzes "meiner ist eben was Besonderes, daher kann man...nicht von ihm verlangen" im Spiel ?

    Das kriegt ihr ganz bestimmt hin, ein Jahr ist ja nun wirklich kein Alter - und wahrscheinlich wird ein so intelligenter Hund wie ein Terrier sogar begeistert bei der Sache sein. Die fahren normalerweise total auf "Aufgaben lösen, bewundert und belohnt werden" ab, wenn sie nur die Möglichkeit dazu bekommen. Daß der Hund sonst so brav ist, zeigt ja schon, wie sehr er eigentlich "will".

    Da bleibt nur noch, euch viel Spaß zu wünschen - nur was Leinenziehen angeht, stellst du dich für den Fall des Falles vielleicht besser auf eine Geduldsprobe ein. Muß aber auch nicht sein!

    Nein, du bist bestimmt nicht übervorsichtig, nur angemessen. Ich würde an deiner Stelle in der Klinik anrufen (die müßten doch auch am WE erreichbar sein?), die Situation schildern, mir da Rat einholen und den Hund in jedem Zweifelsfall auch nochmal vorstellen. Wir drücken die Daumen, daß es "nur" noch OP-Folgen sind - und gute Besserung für Gina!

    Der alte Hund meines Vaters hat sich bei derartigen Gras-Krisen immer sehr gern helfen lassen - aber da haben wir uns auch immer gefragt, wie das wohl für Außenstehende aussieht: großer schwarzer Zottel, der jammervoll winselnd, mit gekrümmtem Rücken und hilfeflehenden halbweißen Augen seitwärts im gehockten Krebsgang auf Herrchen zukrabbelt...?

    So schlimm wie Jabba war er gottseidank nicht - da hätte ich als Passantin wohl auch ausgesprochen blöd geglotzt...

    Lunamaus,

    ich kann dich sooo gut verstehen. Ich hab auch zweimal erlebt, wie mein absolutes Lieblingspferd zum Schlachter ging, nachdem ich selbst versucht hatte, es zu retten, mir aber als Teenager schlicht kein eigenes Pferd leisten konnte. Sowas zeichnet wirklich fürs Leben, und die eigene Ohnmacht ist am schrecklichsten dabei. Vielleicht der tiefere Grund, aus dem ich mich jetzt, sehr viel später, sozusagen über jede Rechnung freue, die meine eigene Rentnerin verursacht - diesmal ist es endlich meine eigene Entscheidung...

    "Ich kann mein Pferd doch nicht monatlich mit 50kg Leckerlis und hundert neuen Bürsten bewerfen , nur um bloß nichts für ein neues Handy etc. anzulegen und bloß alles für das Pferd auszugeben"

    DAS sagt jetzt allerdings wirklich alles über deine Einstellung - dann schließ ich mich nun auch denen an, die von Anfang an der Meinung waren, daß du hier nichts suchst als einen Vorwand, den unmodernen alten Gaul wegzuschmeißen und dir was Schickeres zu besorgen. Ist dir denn überhaupt nicht klar, daß es hier alsolut nicht um Luxus geht, sondern um die blanken Lebensnotwendigkeiten: um pferdegerechte Unterbringung, angemessene tierärztliche Versorgung und altersgerechte Pflege für dein altes Pferd?

    Ich bin dann hier weg, weil's sinnlos ist, nur noch eins zu Knautschgesicht: Du hast leider wahrscheinlich recht, hier geht es doch nur ums Entsorgen. Ich teile deine Einstellung dazu und hoffe inständig, daß mein eigenes altes Pferd noch sehr lange meine neuen Handys, Klamotten, Autos etc "auffressen" kann. Und in meinem Freundeskreis gibt's inzwischen reichlich Senioren, die den Besitzern in jeder Hinsicht sehr teuer sind. Das sollte eigentlich der Normalfall sein - ist es aber nun mal nicht. Moralische Empörung nutzt da leider wenig.

    Insofern bleibe ich auch dabei, daß unter den hier geschilderten Umständen (die Autorin hat ja eben selbst ihren Stall indirekt als nicht pferdegerecht bezeichnet) für ein Pferd dieses Alters und bei Besitzern mit solcher Einstellung ein schneller Tod deutlich fairer sein kann, als einfach so weitermachen zu müssen, hustend und mit Schmerzen bei jedem Schritt (!) - immer mit der Einstellung im Hintergrund, jeder Aufwand für das nutzlose Tier "lohnt sich ja doch nicht mehr".

    Da habe ich wirklich noch mehr Respekt vor den "Entsorgern", die ihr Pferd wenigstens rechtzeitig töten lassen, bevor es an unbehandelten Problemen verreckt. Auch wenn der Grund blanker Egoismus ist, bleiben dem Pferd doch wenigstens einige Leiden erspart. Verstehen kann ich beide Fraktionen nicht, aber es ist nun mal das Schicksal der weitaus meisten Pferde, nach Gebrauch "weggeschmissen" zu werden - die großen Renten-Schwüre halten in der Praxis selten lange. Wenn aber die Besitzer nun mal so eingestellt sind, dann sollten sie verdammtnochmnal wenigstens ehrlich sein und die letzte Konsequenz ziehen, statt das Tier auch noch verkommen zu lassen. Das meine ich mit dem Minimum an Fairneß, die ein altes Pferd verlangen kann.