Beiträge von terriers4me

    AnnaAimee,

    der Vorteil ist, daß Einschläfern durchaus auch sehr ruhig gehen KANN und dann ein wirklich sanfter Tod ist. Ich hab's jetzt zweimal unter solchen Umständen erlebt: da wurde das alte Pferd erstmal nur soweit sediert, daß es sich noch selbst hinlegen konnte, also nicht gleich haltlos torkelte oder gar fiel, sondenr einfach sehr müde wurde. Wenn das dauerte, hatten alle rundum Zeit. Dann wurde von vertrauten Menschen nochmal ausführlich beruhigt, bis es döste, und erst dann ging's weiter. Da war nichts von Panik im Auge, aber beide Tiere waren auch schon sehr schwach und nicht tierarzt- oder spritzenängstlich - das sah wirklich aus, als ob die sich einfach fallen ließen und erloschen. Ich hab's, zugegeben, auch schon anders erlebt - es ist wohl wirklich immer ein Einzelfall.

    Und natürlich hat's den Vorteil, daß das Pferd am Ort verbleibt. Die eigentlich sehr humane Lösung mit dem erfahrenen Schlachter, der kommt, ist z.B. hier in den letzten Jahren so gut wie unmöglich geworden.
    Einmal, weil es aus hygienischen Gründen eine Menge Formalitätenkram gibt (eigentlich darfst du außerhalb eines geeigneten Raumes eben nicht schlachten - aber da gibt's Hintertürchen). Zum anderen, weil für sehr viele Pferdebesitzer(innen!) "Schlachten" und "Erschießen" inzwischen dermaßen mit Grausamkeit gleichgesetzt ist, daß es in den Ställen schon bei dem Wort "Schlachter" reichlich Aufruhr gegeben hat, inklusive Ärger für den Schlachter - und das hat hier keiner mehr nötig.

    Insofern gibt's für uns nur noch die Alternative: TA oder Transport - wie das anderswo aussieht, weiß ich nicht.

    sinaline,

    ich find's auch nicht schlimm, stimmt ja oft sogar. Muß aber eben nicht sein und war deshalb so ein schönes Beispiel dafür, wie bei einer bestimmten Rasse prompt diese Assoziationen auftauchen - wie eben der angeblich generell katzenartig unerziehbare Podenco...

    Wenn du übrigens "spielsüchtig" draus machst, stimmt es ganz genau: da fällt wirklich auf, daß der Podenco mit zunehmendem Erwachsenwerden eher ins Würdige tendiert, während der genau gleich alte Terrier nach wie vor der totale, am liebsten ewig kaspernde Kindskopf ist - und wohl auch bleiben wird.

    maroula,

    der Rüde ist relativ klein, ich würde ihn mit seinen zwei Jahren auf so etwa 50 cm schätzen. Daß er 14 Kilo wiegt, weiß ich aber genau, weil wir uns öfter darüber amüsiert haben, daß er zwar doppelt so schwer ist wie seine Terrier-Freundin, dafür aber nur halb so schnell, insofern sind sie gut ausgeglichen...
    Reinrassig ist er wohl (aussehen tut er auf jeden Fall so), seine Besitzerin hat eine Freundin, die seit langem auf Ibica lebt, sich da gut auskennt und gelegentlich den "Ausschuß" der Jäger über eine Orga vermittelt - darunter damals auch diesen Welpen. Angeblich gibt es gerade auf Ibiza diesen besonders kleinen, zierlichen Podenco-Schlag?

    AnnaAimee,

    es muß nicht immer Schlachthof sein - bei uns gab's auch lange den Pferdemetzger "um die Ecke", der zuhause schlachtete und eine unglaublich ruhige Hand mit den Tieren hatte. Ich hab ihn zweimal verletzte bzw kranke Pferde zur Notschlachtung abholen sehen, deren Besitzer sich in die Büsche geschlagen hatten, und selbst in dem Zustand (und noch mit einem total panikenden Stallbesitzer dabei) bekam er sie mit unglaublicher Ruhe und Gelassenheit in den Hänger.
    Laut Aussagen einer Bekannten ,die mit ihrem schwer krebskranken Wallach mitgefahren ist (was jederzeit möglich war), lief es bei ihm im Schlachtraum genauso friedlich, sogar inklusive Trost für die Besitzerin. Da er ein Pferd auf Wunsch auch zuhause tötete, hätte ich ihm meine Pferde wohl ebenso anvertraut wie einem TA, aber er hat inzwischen aus Altersgründen aufgehört - und vielleicht war das auch die ganz große Ausnahme?

    Das Einschläfern in gewohnter Umgebung und bei einem ruhigen TA, der sich Zeit läßt, muß absolut nicht der Horror sein. Wir hatten es gerade erst bei einer sehr alten, sehr kranken Stute, die sich, mit ein bißchen Hilfe, ruhig hinlegte und dann unter dem Barbiturat buchstäblich erlosch - ohne eine Spur von Gegenwehr oder panischen Augen. Ähnlich lief es bei dem uralten Wallach einer Bekannten, der ebenfalls in seiner gewohnten Umgebung eingeschläfert wurde. Wohingegen meine gesunde, verletzte Stute, die nur zu einer OP narkotisiert werden mußte, tatsächlich heftig gekämpft hat - es hängt also vielleicht auch da viel von den generellen Umständen, also vom Streßlevel des Pferdes ab?

    Ein guter Schlachter, der kommt, ist sicher auch eine sehr schonende Option, hier aber seit einigen Jahren nicht mehr möglich. Und auf irgendwelche Reisen würde ich mein sehr altes oder todkrankes Pferd eben keinesfalls mehr schicken - also bleibt eh nur der TA.

    "Was mich interessieren würde ist, worin ihr dann den Unterschied zum Hund seht"

    Der Unterschied ist - abgesehen von der Tatsache, daß Pferdehaltung nun einmal sehr viel aufwendiger und teurer ist und Tierleibe allein da leider nicht reicht- daß du einem Hund, der eng mit dir lebt sich auf dich bezieht, gewisse Krankheiten und Probleme deutlich erleichtern kannst. Zum Beispiel: Als meine Hündin plötzlich erblindete, konnte ich ihr durch die massive Schockphase dadurch helfen, daß sie mir beim Arbeiten einfach stundenlang auf dem Schoß saß und so den Körperkontakt bekam, der sie beruhigte. Wäre bei einem Pferd deutlich schwieriger gewesen...

    Außerdem stehen Pferd und Hund an verschiedenen Enden der Nahrungskette, und das hat gravierende Folgen: Bewegungseinschränkungen, mit denen das Raubtier Hund noch klarkommt, führen beim Beute- und Fluchttier Pferd schon zu sehr viel mehr Streß. Es "weiß", wie viel verwundbarer es jetzt ist. Generell ist ein Pferd bei Problemen mit den Bewegungsapparat immer viel, viel schlimmer dran als ein Hund: Es kann eben nicht über längere Strecken entspannt im Körbchen oder auf dem Sofa liegen. Es kann generell nicht lange liegen, sondern ist ist für ständige langsame Bewegung gebaut und zum Gesundbleiben darauf angewiesen. Entsprechend leidet es dann, wenn jeder einzelne Schritt wehtut - täglich, stündlich, pausenlos.