Beiträge von terriers4me

    Wenn du den Hovawart verstehen möchtest: Das ist ein Hund mit einem angezüchteten, also in diesem Fall erstmal erwünschten, sehr starken Territorial- und Schutzverhalten. Und sein Territorium ist überall da, wo er spazierengeht. Hier findest du jede Menge sehr gute Infos:

    http://www.hovawart-info.de/hovawart.htm#Wesen


    PS: Den Worst Case habt ihr da sicher nicht erlebt, nur ein kleines, sozusagen "normales" Gerüpel...

    Klar, da gibt's sicher ganz verschiedene Problematiken, aber da bei meiner Hündin zunächst auch Verdacht auf Cushing bestand, erinnert mich diese Geschichte schon ein bißchen daran.

    Übrigens hatten wir das entgegengesetzte Problem wie bei Pepper: Ich hab der armen Hündin, die zusätzlich auch noch einen empfindlichen Magen hatte und nur sehr wenig vertrug, das Futter tatsächlich auf der Briefwage abgewogen, und trotzdem war sie kaum bei Figur zu halten. Auf dem Foto ist sie zehn und schon fast zwei Jahre sehr krank - aber ihre Lebensfreude hat das auch nicht groß beeinträchtigt.

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    Bei uns hat das auch neun Jahre geklappt, allerdings stand die Hündin absolut nicht auf den Rüden (ihren Sohn) und verdrosch den gnadenlos, wenn er ihr zu nahe kam. Insofern ließen sie sich ohne viel Theater zeitweise räumlich trennen. Geheult hat der Rüde nachts allerdings trotzdem gern mal, aber alles in allem war's nicht besonders problematisch.

    Ich möchte das jetzt nicht kleinreden, ich weiß ja selbst, wie groß der Schreck bei so einer Diagnose ist - aber deine Hündin kann durchaus noch eine längere gute Zeit haben.

    Meine damals achtjährige JR-Hündin bekam nach der Kastration eine schwere Stoffwechselkrankheit, SARDS, zu der bei ihr auch ein jenseits von gut und böse entgleister Fettstoffwechsel gehörte. Trotzdem hat sie sich, mit selbstgekochter Leberdiät (hauptsächlich gekochte Hirseflocken, hochwertiges mageres Fleisch und eine Ergänzung mit Caniconcept Senior, weil das den Leberschaden-Eisenmangel besonders gut ausgleicht), gegeben in mindestens drei kleinen Mahlzeiten am Tag und mit Mariendistel zusätzlich, wieder gut stabilisiert. Sie war beschwerdefrei, munter und hatte auch wieder unauffällige Blutwerte, natürlich weiter erhöhte Leberwerte, aber nichts Dramatisches mehr. Gestorben ist sie zwei Jahre später an einem rasant wachsenden Tumor, mit dem diese Krankheit oft endet - aber trotzdem war sie bis wenige Tage vor ihrem Tod noch munter und hat sich insgesamt erstaunlich gut gehalten.

    Wenn deine Hündin also jetzt ein Leberproblem hat, muß das erstmal noch lange nicht heißen ,daß sie bald stirbt - wir drücken euch jedenfalls Daumen und Pfoten, daß du sie gut auf eine Diät eingestellt bekommst und die Leber sich erholt.

    Das ist ja wirklich eine Sch***-Situation - nimm dir bloß erstmal die Zeit, selbst mit der Diagnose klarzukommen und brich jetzt keine Hunde-Entscheidungen übers Knie. Im ersten Schreck sieht vieles so viel schlimmer aus, als es später in der Praxis dann wird.

    Ich würde auch versuchen, für die Hunde während der OP/Reha-Zeit erstmal eine (professionelle?) stundenweise Betreuung zu finden. Dann kannst du dich ohne Druck erstmal auf dich selbst konzentrieren und siehst, wie sie darauf reagieren.

    Was später wird, wirst du einfach auf dich zukommen lassen müssen aber ich würde da nicht zu schwarz sehen: Hunde sind genau deshalb Hunde geworden ,weil sie so enorm anpassungsfähig sind. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch, daß ihr später zusammen etwas findet, was euch allen Spaß macht und dich körperlich nicht überfordert.

    Und falls du sie langfristig teilweise fremdbetreuen lassen müßtest, wäre auch das für die Hunde sicher ein geringeres Problem als für dich selbst. Ich habe früher sowohl Hunde gehütet, zeitweise so, daß sie mehr mit mir zusammen unternahmen als mit ihren gerade intensiv studierenden Besitzern, als auch meinen Hund krankheitshalber weitgehend meiner Familie anvertraut. Für diese Hunde war das Hin - und Herwechseln absolut kein Problem - die wußten, wohin sie gehörten und nahmen die Fremdbetreuung eher als willkommenes zusätzliches Angebot.

    Insofern: Versuch jetzt erstmal, dir Zeit für dich zu organisieren und krieg keine Panik wegen der Hunde. Die werden sich veränderten Umständen vermutlich bestens anpassen, wenn nur die Basis stimmt - und alles Gute für dich!

    Null Problem, wirklich. Meine erste Hündin hatte auch nach dem Umzug zu mir weiter täglich Kontakt zu ihren Eltern, weil ich mit denen spazierenging, wir haben uns die Hunde hin- und hergehütet, und oft war noch eine Wurfschwester mit von der Partie. Das hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht, aber jeder Hund wußte auch, zu wem er gehörte - also absolut keine Bindungsprobleme.

    Viel Spaß für euch alle - genießt das Familientreffen!

    schara,
    tröste dich damit, daß auch sehr vertraute Hunde ohne schlimme Vergangenheit beim TA Theater machen, und eigentlich haben sie aus ihrer Sicht ja oft auch recht.
    Ich hab meinen Eltern als Kind ganz bestimmt vertraut, fand Impfen deswegen aber immer noch kein bißchen angenehmer...

    Mir fällt jetzt auch eine Knurr-Situation ein, in der ich wohl echt mehr Glück als Verstand hatte: Nachbars Airedalehündin war wie üblich bei meiner zu Besuch, beide Airedales lagen mit mir im Garten und kauten Ochsenziemer. Dann zog ganz schnell ein Gewitter auf, es wurde duster und gleichzeitig kamen die Wespen wie verrückt auf dieses Kauzeugs geflogen- also allerhöchste Zeit, die Veranstaltung indoors fortzusetzen.

    Eigentlich hätte ich die Damen ihr Futter selbst reintragen lassen, wollte aber wegen der plötzlich massenhaften Wespen nichts mehr riskieren, bestimmt keinen Stich ins Maul. Also habe ich erst schleunigst das Stück meiner Hündin eingesammelt (die mit sowas absolut kein Problem hatte) und wollte dann ganz selbstverständlich das der anderen greifen - und die knurrte mich an.

    Da habe ich überhaupt nicht überlegt, die Hündin hatte ihren Knuff ein lautes "Spinnst du?!" wirklich im Reflex weg, ließ daraufhin das Ding sofort fallen und fing an, mir heftig beschwichtigend und "grinsend" um die Beine zu gehen, so a la "Sorry, war nur'n Witz!" Damit war's dann natürlich auch gut, ich hab das Teil geschnappt, sie sehr gelobt und bin mit den Hunden reingeflitzt, wo sie die Beute zurückbekamen. Ich hatte diesem Hund dann noch jahrelang fast täglich mit und nie wieder Probleme, ihr irgendwas abzunehmen, auch nicht die Ekelbeute draußen.

    Daß das aber auch ganz anders hätte ausgehen können, wurde mir erst hinterher, nach der akuten Streßsituation, klar...wie gesagt: mehr Glück als Verstand!