Aber immerhin: Die ersten etwa zehn Jahre seines Leben hat der Jagdterrier alles, was ihn störte/reizte/ihm im Weg war, sofort, lauthals und ohne Rücksicht auf Verluste einfach frontal angegriffen - und die zweiten zehn hat er seine Technik dann laufend verfeinert.
Sie WERDEN also altersweise - nur eben auf ihre ganz spezielle Art!
Beiträge von terriers4me
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Da darfst auf jeden Fall hoffen, Gaby! Die Frage ist nur, wozu er Reife und Weisheit dann einsetzt...
Mein Jagdterrier-Freud, der ja, wie gesagt, in älteren Tagen aufs Land zog und da fast zwanzig wurde, hatte mit so etwa fünfzehn die nötige Reife und Weisheit erlangt, um zu erkennen, daß Nachbars täglich vorbeigetriebene Kühe viel zu schnell vom Zaun wegsprangen, wenn er sie einfach mit Anlauf lauthals attackierte - was seinen artgerechten Spaß natürlich erheblich einschränkte.
Also kam er eines Tages auf die Idee, sich einfach still und strategisch günstig zu drücken und zu lauern, bis die neugierigen Kuh-Nasen schön dicht am Zaun waren - und dann faßte er blitzschnell zu. Die menschlichen Beteiligten hatten anschließend richtig Spaß dabei, Terrier, Kuhnase und Drahtzaun zu trennen und die Kühe wieder einzusammeln, und der Bauer war begreiflicherweise absolut nicht amüsiert.
Der Terrier indes weitete den tollen Lauer- und Überfall-Trick am nächsten Tag prompt auf den Briefträger aus, der normalerweise nicht mal mehr in die Nähe kam, wenn er den Hund hinter der Pforte geortet hatte - soviel zur Jagdterrier-Altersweisheit....
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Ja, es gibt sich eventuell, wenn sie so um die drei Jahre alt werden. Dann sind sie nämlich erwachsen und können unter Umständen etwas ruhiger werden...*g*
Im Ernst: Ich würde ihnen in dem Alter noch nicht so viel Nonstop-Toben erlauben, einfach, weil ihr Skelett, vor allem die Hüften, unter sechs Monaten noch nicht "fertig" sind und eine übertriebene Belastung da noch ernsthaft schaden kann. Außerdem steigt natürlich mit der Müdigkeit auch die Verletzungsgefahr.
Ich hab meiner jungen Wilden in dem Alter höchstens eine Stunde Toben am Stück erlaubt, und das war schon reichlich (fand sie allerdings nicht!) Bringt sie zwischendurch lieber immer mal wieder zur Ruhe, man sieht doch ganz gut, wann sie eigentlich längst stehend KO sind, aber viel zu überdreht, um noch selbst aufhören zu können.
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Jep, so ähnlich läuft das hier auch seit mehreren Ewigkeiten - aber wir wohnen ja auch inne Nähe von Hamburch!
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Nein, ich meinte Samojanas Speisezettel weiter oben. Liest sich so lecker, daß ich gerade echt ins Zweifeln komme, was da für wen ist - ich glaube, wenn mein Hund sowas kriegte, könnte ich glatt futterneidisch werden!
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Dann habt ihr echt was, worauf es sich zu freuen lohnt! Ich hab nen Nachbarn, der früher Großstadt-Streifenpolizist war - und rat mal, wovor die Kollegen sich kollektiv am meisten gefürchtet haben?
Genau - davor, mal wieder wg. Wildschadens ins Forsthaus am Stadtrand zu müssen. Da kriegte die kollektive Ordnungsmacht nämlich keinen Fuß auf den Hof, wenn die beiden Jagdterrier das nicht wollten. Die kleinen Mistkerle schnappten nicht nur wie die Alligatoren, sie hüpften dabei auch ganz gezielt so hoch, daß sie ihre Opfer in den Bauch oder wahlweise in den Hintern kneifen konnten. Der Förster soll sich jedes Mal grandios amüsiert und sie nur gaaanz langsam eingefangen haben - so unterhalten macht sicher auch das Altwerden richtig Spaß! -
Ihr Verhalten ist wirklich völlig normal und sogar eher nett: Sie tut dem Welpen ja nichts, läßt ihn machen und versucht nicht etwa, ihn mit den Zähnen komplett zu vertreiben oder schlimm zu attackieren.
Viele erwachsene Hündinnen können mit fremden Welpen herzlich wenig anfangen, die sind einfach von Natur aus so "programmiert", daß sie ihre Fürsorge nur ihrem eigenen Nachwuchs zukommen lassen. Rüden reagieren da oft ganz anders, da gibt es viele, die auch fremde Welpen mit Begeisterung erziehen und betütern - auf die wirkt also das "Kindchenschema" genereller. Aber Hündinnen sind da wirklich prinzipiell erstmal mit Vorsicht zu genießen.
Deine Hündin ist also weder gemein noch bös, sondern einfach ganz normal - sie muß keine fremden Welpen mögen.
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"...danach ein paar Knochen zum Zähneputzen"
...ähm....wer kriegt die - du oder der Hund...?
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Ja - allerdings mach' ich mir da weniger theoretische als praktische Gedanken: Ich selbst mag das ganze Fix & Fertig-Zeug schlicht nicht und hasse vor allem diesen pelzigen Glutamat-Geschmack im Menschen-Fertigfutter. So bin ich ganz automatisch beim Frisch-Kochen für uns gelandet, was ich auch nicht groß aufwendig finde - und da futtert der Hund dann gleich mit. Für den kauf ich manche Fleischsorten wie Pansen und ein paar Zusätze extra, der Rest stammt einfach aus der Küche.
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Wenn du deinen Freund nicht zum Umdenken bewegt bekommst (und ich glaub dir unbesehen, daß das superschwer ist, wenn ihn das chaotische Verhalten seiner Hunde nicht mal selbst stört), sieh bloß zu, daß du Tiffy möglichst nicht mehr solchen Situationen aussetzt - das könnte Folgen haben, die irgendwann kaum noch zu reaparieren sind. Nicht nur körperlich, sondern vor allem in ihrem Verhalten gegenüber anderen Hunden.
Ich kenne solche chaotischen Dreier-Konstellationen ungewollt gut, da meine kleine Parson Russell- Hündin einen Hunde-Freundeskreis hat wie ein geselliger Teenie, fast alle beträchtlich größer als sie. Wenn dann zwei große Rüpel spielerisch-trampelig auf einen weitaus Kleineren losgehen, gibt's zwei Möglichkeiten: entweder der Kleine reagiert defensiv und versucht in Deckung zu gehen (wie meine Hündin es meist tut), oder er beginnt sozusagen in vorbeugender Selbstverteidigung immer aggressiver mitzuhalten und putscht sich dabei auf bis zum Geht-nicht-mehr, so wie Tiffy.
Das ist einmal saugefährlich, weil das Chaos irgendwann in einer hemmungslosen Beißerei enden wird, und zum anderen, weil Tiffy lernt, daß sie gegen die überlegenen, wahscheinlich auch körperlich trampeligen Großen nur noch auf diese überdrehte Tour bestehen kann. Das heißt, sie "spielt" immer schneller aggressiv, bis sie sich kaum noch kontrollieren kann - und schon steckt ihr in einem Teufelskreis.
Ich fürchte, das erlebt ihr da gerade, und wenn du da nicht energisch einschreitest, wird Tiffy am Ende die Rechnung zahlen müssen, mit Verletzungen oder zumindest mit einem immer mehr verkorksten Sozialverhalten gegenüber Größeren - was wiederum sie selbst in Gefahr bringt.
Mein Hund käme mit den Großen schlicht nicht mehr zusammen, bis deren Besitzer mitzieht und hilft, das Chaos zu ordnen - die Situation wäre mir einfach viel zu explosiv und viel zu gefährlich für Tiffy.