Mir ist auch einmal - ein einziges Mal! - das freilaufende Rudel (mein eigener und die beiden Hunde meiner Freundin) weit draußen zum Jagen durchgestartet, und ja: Es war eindeutig menschliches Versagen, nämlich meins.
Ich habe aus Mangel an Erfahrung einfach nicht sofort geschaltet, als einer der Hunde plötzlich stutzte und die Nase hob, und als das Reh aus dem Getreide schoß, war alles zu spät: den langsamsten der drei hab ich noch bekommen, die beiden anderen waren hinterher.
War ein absolut furchbarer Moment, die Jagd über mehrere hundert Meter zu beobachten, auch wenn das Reh die beiden weit abgehängt hat. Als es in einem hohen Feld verschwand, kehrten sie gottseidank um und kamen zurück, aber da hätte wirklich sonstwas passieren können.
Eine knallharte Lektion, die, nicht durch mein Verdienst, gut ausging, und von da an hab ich den Boß dieses Rudels nicht nur an unübersichtlichen Stellen angeleint, sondern auch auf jedem Spaziergang UO geübt, bis sich zumindestens die beiden Jäger auf ein Signal hin zuverlässig ins "Platz" fallen ließen.
Es ist dann mit diesen Hunden über Jahre nie wieder irgendwas vorgekommen, aber den Ansatz zur Jagd eine Millisekunde zu spät zu bemerken, ist bis heute noch meine Horrorsituation - einfach, weil man da so blitzschnell so total machtlos ist. Insofern leine ich einen fremden Hund auch nur dann ab, wenn wir uns sehr gut kennen, und selbst dann bin ich noch supervorsichtig - einmal hat gereicht!