Anbellen und Rumhüpfen ist schon ganz krasses Jagdverhalten. Da liegt die Schuld wirklich bei deiner Freundin: Der Hund hat ganz klar gezeigt, als was er die Katze betrachtet (die sich vermutlich durch ihre Erblindung anders verhalten hat als gewohnt) , und sie hat die Zeichen übersehen und keinen konsequenten Einhalt geboten, als der noch möglich gewesen wäre. Nur mal ganz nebenbei: Ich hätte jedem anderen Haustier was erzählt, das meinen blinden Hund "nur geärgert" hätte - das finden die in ihrer generellen Verunsicherung nämlich alles andere als komisch.
Ähnlich liegt ja auch die lebenslange tödliche Gefahr, wenn etwa ein Terrier oder ein anderer jagdtriebiger Hund so nett mit der vertrauten Katze spielt: Es kann jederzeit kippen, wenn der Hund einmal richtig hochgeputscht ist oder die Katze sich anders verhält als gewohnt, zum Beispiel panishc flüchtet. Dann mancht es in Sekundenbruchteilen "klick", und da Jagdverhalten läuft ernsthaft ab. Gerade wieder von einem Weimaraner gehört, der die jahrelang vertraute Katze blitzschnell aus dem Spiel getötet hat. Daß Hund und Katze sich als "Rudelmitglieder" betrachten, ist einfach vermenschlichendes Wunschdenken. Sie leben unter menschlicher Regie friedlich zusammen, und die Verantwortung liegt bei dem ,der es von beiden verlangt.
Wenn deine Freundin sich darin so getäuscht hat, daß sie mit der Realität jetzt nicht leben kann, wäre es vielleicht wirklich besser, der arme Hund käme in andere Hände. Jetzt ignoriert und zurückgestoßen zu werden, kann er ja nun beim besten Willen nicht verstehen. Was da jetzt abläuft, ist für den Hund Höchststrafe aus unersichtlichem Grund - also eine anhaltende, wirklich grausame Quälerei.
Tiere verstehen nun mal nichts von menschlicher Moral - und das sollte Menschen, die mit ihnen leben wollen, eigentlich klar sein.