Wir fahren sehr gut damit, daß ich mich ein bißchen dem Jagdhunde-Rhytmus angepaßt habe, der für die arbeitende Terrier-verwandtschaft gilt: ab &zu verausgabt man sich wärend der Arbeit total, dann wird aber auch wieder tagelang entspannt auf dem Sofa gepennt. Also nicht regelmäßig, berechenbar dasselbe, sondern wirklich nur eine richtig knackige Belastungsspitze in ein paar Tagen und dann wieder längere "Ruhe".
Meine Hündin, die mit ihren zwei Jahren vor Kraft beinahe platzt, bekommt so etwa einen Tag kompletten Wahnsinns pro Woche: da darf sie mit den Kumpels morgens & nachmittags nochmal toben, bis die Augen querstehen. Das Tempo und den Spaß, die da etwa Pointer, Weimaraner & Co vorgeben, könnte ich ihr auf keine andere Weise bieten.
Sie liebt es natürlich, aber es braucht Maß: mach ich sowas mehr als zweimal pro Woche, fängt sie an, insgesamt hochzudrehen und im Haus unruhig zu werden. Mach ich's garnicht, wird sie irgendwann unkonzentriert, fiepig und fahrig, weil sie einfach zu viel Dampf aufgebaut hat, den sie nur körperlich rauslassen kann. So aber klappt es prima: Den Rest der Woche sind wir immer noch flott unterwegs, und mit Hundefreunden spielen darf sie natürlich auch mal, aber da lege ich dann eben mehr Wert auf Konzentration und schnelle Reaktion auf mich - da geht's also um eine andere Art von "Arbeit". Und im Haus ist sie ruhig und entspannt und hält auch Frustzeiten durch, ohne zu nerven oder Schaden anzurichten.
Das hätte ich ursprünglich ganz anders befürchtet, denn sie ist ein Hund mit sehr viel Temperament, der rasend schnell hochdrehen kann, möglichst ständig irgendwas rumschleppt, gern knabbert und rassetypisch wenig Frust verträgt - die klassische Deko-Kandidatin, und ich hatte also auch erst heftig Sorge um meine Inneneinrichtung. Aber bis auf ein paar durch die Gegend geschleppte Schuhe, wenn sie alleinbleiben muß, war hier bisher Ruhe.