Dankeschön - das paßt in unserem Fall genau: die Iren, die mein Doc züchtete, waren sehr kräftig, während die autistische Flitzerin hier auffallend klein und schmal ist, auch für einen English Setter.
Beiträge von terriers4me
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Das würde mich wirklich interessieren: Sind die Leistungszucht-Setter generell die etwas schwereren Typen? Er hatte natürlich massenhaft Fotos überall, und ich fand die Hunde so besonders schön, weil sie viel schwerere, prägnantere Köpfe hatten, als alles was damals als "hübsch" rumlief, und insgesamt auch viel kompakter waren.
Die rasende Hündin bei uns im Wald stammt übrigens eher nicht aus gezielter Zucht. Die Leute wollten eigenlich einen Dalmatiner, wegen dieser süßen Tupfen, und weil gerade kein Welpe greifbar war, haben sie sich eben einen englischen Setter via Kleinanzeige geholt. Die sehen ja auch sehr elegant aus!
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Die Ausnahme kannte ich übrigens auch, vor -zig Jahren: Ich hatte einen Hausarzt, der seit Jahrzehnten Irish Setter züchtete, seine Nachzucht selbst ausbildete und mit den Hunden Vögel jagte.
Der hat immer mit glänzenden Augen davon geschwärmt, wie er seine sensiblen, reaktiven Setter auch auf Hunderte von Metern Abstand per Pfeife oder Handzeichen dirigieren und noch ins Down holen konnte, wo andere Jagdhunde längst durchgingen, und davon, daß sie außer Dienst auch anstandslos am Pferd liefen, ohne durchzubrennen - aber das dürfte eben wirklich eine Ausnahme gewesen sein.
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Dann ist "unser" Pointer (vielleicht wg. spanischer Tierheim-Erfahrungen?)wohl die absolute Ausnahme - die versucht dir sogar gezielt die Taschen auszuräumen und hat trotz ihrer täglichen Raserei einen deutlichen Hang zum Übergewicht.
Was ich immer wieder faszinierend finde, ist die Reaktion der anderen Hunde auf ein und dasselbe Tempo. Der Pointer ist beim Toben immer "da", insofern ist der Vergleich mit einer Hasenzugmaschine ziemlich genial: Die Hündin paßt in jedem Tempo auf, daß die anderen auch dranbleiben. Notfalls legt sie einen kurzen Motivations-Stop ein und läßt sich vom Kleinzeug würgen, bevor sie wieder voll durchstartet. Dieser Hund kann sich vor Spielpartnern aller Größen kaum retten, ebenso wie zwei Weimaraner, die ähnlich drauf sind.
Der Setter dagegen rennt im Vakuum, ebenso wie eine ähnlich "autistische" Weimaranerhündin. Da haben die anderen Hunde jeden Kontaktversuch - ich hätte fast geschreiben: achselzuckend - längst aufgegeben. Selbst mein Terrier, der eigentlich gern mit allem mitrasen würde, was sich bewegt, hat an diesen Hündinnen absolut kein Interesse mehr und verscheucht sie nur wütend, wenn sie zu dicht vorbeirasen.
Ganz anders dann wieder die Reaktion, als wir vor ein paar Wochen einen Jäger mit einem großen Münsterländer getroffen haben, der sich seine Außer-Dienst-Bewegung mit Eichelhäherjagd durchs Unterholz holte. Da hab ich meinen Hund zum Schluß lieber abgerufen und bin getrennter Wege gegangen, weil die Kleine da sofort mit wild glitzernden Augen mithielt und ihr offenbar völlig klar war, daß der Kollege RICHTIG ERNSTHAFT JAGTE. Da wollte sie um jeden Preis mit von der Partie sein und geriet zusehend außer Kontrolle - aber der Setter im selben Tempo am selben Ort ist ihr völlig wurscht.
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Ich glaube, nur mit Rumrennen geht auf die Dauer auch daneben - da wird es wohl entscheidend sein, wie die Bindung zwischen den beiden ist, ob Herrchen also noch "präsent" ist, wenn der Hund unterwegs ist.
Bei "unserer" Pointerhündin, die erwachsen aus Spanien kam, klappt das mittlerweile relativ gut - der Hund hält schon noch Kontakt zu seinen Leuten, kommt zurück, bleibt außerhalb der Rennrunden in der Nähe - nicht zuletzt ,weil sie so verfressen ist, daß sie gern auf Belohnung reagiert.
Ein erschreckendes Gegenbeispiel haben wir aber auch im Revier: eine englische Setterhündin mit Besitzern, die an nichts weiter interessiert sind als daran, daß der Hund bloß keine Arbeit macht. Sobald da die Leine ab ist, ist diese Hündin wirklich autistisch unterwegs, rennt mit Vollgas, starren Augen und Schaum vor dem Fang ihre Runden, nimmt dabei weder andere Hunde noch ihre eigenen Besitzer wahr, die währenddessen irgendwo stehen und sich unterhalten. Was dabei besonders erschütternd ist, ist, daß sie "sinnlos" rennt, also auf keiner Spur, in keinem Spiel, sie scheint sich einfach stereotyp in Trance zu rennen - erinnert mich immer an einen Hamster im Rad.
Neulich hat sie uns beinahe über den Haufen gerannt, ohne auch nur mit dem Ohr zu zucken und reagierte erst, als sie den umgekegelten, wütenden Terrier buchstäblich an den Haxen hängen hatte. Diese Hündin hört wirklich erst auf ,wenn der Tank leer ist. Was man wörtlich nehmen darf: Sie mußte schon mehrmals mit Kreislaufkollaps vom "Spaziergang" direkt zum Tierarzt.
Das kann's also auch nicht sein - es wird also wieder mal vom Besitzer abhängen, ob er da eine Balance findet. Der Hund selbst ist sicher mit nur Rennen zufrieden (für ihn ist ja eben nicht "nur", sondenr der Sinn des Lebens) - aber die Jäger im Revier dürften sowas auf die Dauer weniger witzig finden?
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Sowas Ähnliches flitzt hier auch durchs Auslaufgebiet: eine kleine spanische Pointerhündin, die im Zivilleben sozusagen als Fitneßtrainerin für die anderen Hunde arbeitet.
Mein Terrier liebt sie abgöttisch, weil sie im entscheidenden Punkt ziemlich gleich gestrickt sind: Der Sinn des Lebens ist RENNEN, bis die Pfoten glühen.
Sie passen da wunderbar zusammen: Der größere Pointer ist eine Terrierbeute der Spitzenklasse, einer der wenigen Hunde, der deutlich schneller ist, sich sogar mal zum Rangeln auf den Weg legt und ein unglaubliches Tempo vorgibt. Der kleinere, wendigere Terrier hält begeistert mit und ist auch noch von weitem abrufbar, bringt den Pointer also gut im Schlepptau zurück, wenn die Bögen mal zu groß werden.
Wenn ich diese beiden so fliegen sehe, kann ich mir schlicht nicht vorstellen, daß ein Jagdhund dieses Typs je mit "Kopfarbeit" & Co ausgelastet oder gar zufrieden sein kann. Es gibt nun mal Hunde, die einfach zum Laufen geboren sind - und insofern gehört "Krambambuli" sicher zu den Glücklichen.
ER weiß ja nicht ,daß er nicht "sinnvoll" beschäftigt ist - er hat einfach Freude.
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Ich lach mich kaputt - er sieht immer noch aus wie ein leicht konfuser Teddy, mit dem ganz großen "Was ist denn hier los?!" in den Augen.
Hoffentlich verzeihen euch die beiden Reviermachos diese Spaßbremse (ich nehme an, der Schäfer wundert sich auch ziemlich...LOL) - aber wir wünschen natürlich auch viel Erfolg beim Üben!
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PS: einfach nur so eingeweicht kann ein Hund Hirse nicht verdauen - ganz Körner mußt du nach dem Quellen auf jeden Fall noch aufkochen.
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Hirseflocken (die kannst du gleich aufbrühen/kochen und verfüttern) gibt's für Menschen im Reformhaus/Drogeriemarkt/Supermarkt - in größeren Mengen in Hundefutter-Onlineshops, z.B. bei Lunderland.
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Ich hab inzwischen von einigen Leuten gehört, die die Krallen mit so einer Dremel-Feile (Google hilft weiter) abschleifen - soll nach behutsamem Eingewöhnen selbst bei sehr zimperlichen Terriern bestens funktionieren. Hund unter den Arm, Pfote in die Hand, Feile immer näher dran.
Geb ich mal ohne Garantie weiter - bei uns reicht bisher die Krallenzange. Bei schwarzen Krallen hab ich übrigens immer nur diese ersten, sehr spitzen Millimeter abgekniffen, im Notfall dann eben mehrmal nacheinander. Generell halte ich sie so kurz wie nur möglich, weil mein Hund beim Toben ständig blitzschnell dreht und sich dabei auf Kahlfrostboden schon eine Kralle rausgerissen hat.