Beiträge von terriers4me

    Ach Mensch - ich wollte dir gerade schreiben, wie schön die Bilder sind...

    Wir drücken natürlich Daumen & Pfoten, daß das ungute Gefühl zu früh kommt, aber man kriegt ja doch besonders feine Antennen für einen kranken Hund. Und auch wenn man nie wirklich "vorbereitet" sein kann, glaube ich aber doch, daß ihr es seid, alle beide, jeder auf seine Art. Du bist bis jetzt so wunderbar mit der ganzen Situation umgegangen, und wenn es soweit ist, wirst du auch den Abschied so schaffen, wie es für Ringo am besten ist.

    Ist absolut kein Trost, wenn man gerade mitten in der Situation steckt, das weiß ich leider nur zu genau. Aber vielleicht hilft es dir wenigstens ein bißchen, zu wissen, wie viele nette "Hundeleute" (die alle dasselbe hinter- oder noch vor sich haben) gerade an euch beide denken?

    Alles Gute jedenfalls, hoffentlich war es einfach nur ein schlechter Morgen - und dir weiter ganz viel Kraft!

    Eure Trainerin ist, mit Verlaub gesagt, stockdoof (sorry - aber die botanische Anspielung KONNTE ich mir bei dem Thema nicht verkneifen!): Es gibt verdammt viel, was natürlich und gleichzeitig giftig bis sehr giftig ist - und natürlich würden Welpen eine Menge davon auch anknabbern/fressen. Die haben schließlich keinen eingebauten "Giftschutz", wenn's um oft exotisches Grünzeug geht, dafür aber diesen ausgeprägten Drang, alles im Maul "anzutesten".

    Keine Ahnung, wie euer Garten aussieht - aber schwer giftig für den Zwerg wäre es zum Beispiel, zu lange auf Zweigen von Eibe, Thuja oder Liguster rumzukauen. Auch Lorbeerkirschen können in manchen Teilen tödlich sein - und alle sind beliebte Heckenpflanzen. Nicht zu vergessen Goldregen, aber der ist ja ziemlich aus der Mode.

    Unter den Kübelpflanzen gibt's auch ziemlich fiese Kaliber: Oleander oder Engelstrompete zum Beispiel. Im Beet sollte sie um Gotteswillen nicht an Christrosen jeder Art knabbern (die wurden früher sogar als chemische Kampfstoffe eingesetzt), Fingerhut und Rittersporn sind auch schwer giftig, Eisenhut schon in ganz kleinen Mengen tödlich - aber bis auf die Christrosen hat da ja noch nix ausgetrieben. Narzissenzwiebeln sind übrigens auch giftig - und das war nur eine kleine Auswahl. Google verrät dir sicher gern mehr.

    Rindenmulch müßte theoretisch gehen, praktisch könnte natürlich auch mal Robinienrinde oder sowas drin sein, das wär dann wieder giftig. Was echt gefährlich werden kann sind diese reizvollen kleinen Steinchen, die Welpen so gern abschlucken, die über den Zaun geschmissene Kippe oder viele Düngersorten. Und ,was bei uns überhaupt nicht ging: diese Plastik-Sortenschildchen. Die fand der Welpe unwiderstehlich, aber sie splittern beim Zerkauen ganz, ganz fies. Ebenso einige Plastik-Blumentöpfe, die auch sonst nicht so supergesund sind.


    Ich weiß ,was du gerade durchmachst - ich hab meinem Welpen auch ewig alles aus der Schnauze geholt, als Fasterwachsene kann sie gottseidank apportieren & auslassen. Bei uns hat es sehr gut geholfen, Draußen-Kaukram, den sie durfte (frische Obstbaumzweige sind zum Beispiel super), überall im Garten zu verstreuen, damit der Zwerg ständig was Spannendes "finden" konnte, was nichts schadete.

    Das Thema ist wirklich superinteressant, wobei sich die Theorie, daß Hunde "Rücksicht" auf Gehandicapte oder Ältere nehmen, mehr mit meinen praktischen Erfahrungen deckt als aggressive Reaktionen.

    Ich fand es in den zwei Jahren mit meiner Blinden jedenfalls sehr faszinierend, daß sich fast alle Hunde, die wir trafen, Bekannte und Fremde, ihr gegenüber sowohl "rücksichtsvoller" als auch "gleichgültiger" verhielten.

    Die Begrüßung fiel freundlich, aber eher gedämpft aus (wobei sich die Blinde nach wie vor über jeden Kontakt freute): wo früher wild getobt wurde, gab's nur noch Schnüffeln und Wedeln - wobei auffiel, daß die meisten Hunde geduldig stehenblieben, wenn sich der blinde Zwerg erstmal ungeschickt über die Beine zum Hinterteil durchschnüffeln mußte. Es gab auch nie Ärger, wenn sie in einen anderen Hund hineinlief.

    Die einzige Problemsituation, tolpatschige Pfoten, mit denen nach ihr getatzt wurde, entschärfte sie mit einer kurzen, heftigen Attacke - aber auch darauf gab es nie eine aggressive Antwort, sondern bloß ein "verlegenes" Wegdrehen des Gegenübers. Ich fand das schon sehr erstaunlich - ich hätte eigentlich mehr Hilflosigkeit bei der alternden Blinden und weniger "Rücksicht" bei den anderen Hunden erwartet.

    Eigentlich geht es ja meist um Küken-Knochen - Masthühner werden ja bloß vier bis fünf Wochen alt.

    Die Knochen sind also wirklich noch ziemlich weich, aber ich verfüttere trotzdem nur Flügel und Rücken. Mein Siebenkilohund schlingt fürchterlich, und ein zu großes abgeschlucktes Stück Röhrenknochen aus dem Schenkel möchte ich lieber nicht riskieren. Mag eine unberechtigte Angst sein, aber das Risiko ist's mir nicht wert.

    Bei unserem Mutter-Sohn-Gespann gab's sowas bis zum Schluß nicht. Selbst als die alte Dame während ihrer letzten Krankheit deutlich abbaute, reichte immer noch ein Blick von ihr, der Rüde trat zurück und überließ ihr, was immer sie wollte. Von sich aus bedrängt oder gar angegriffen hätte er sie ohnehin nie.

    Ich schätze aber, daß sowas in einer Rüde-Hündin-Konstellation ohnehin nochmal deutlich anders läuft als unter Gleichgeschlechtlichen?

    Absolut nicht hilfreich, ich weiß - aber genau deshalb benutze ich lange Leine nur zum Absichern, nicht als Erziehungshilfe: Ich hab noch keinen auch nur halbwegs intelligenten Hund kennengelernt, der nicht ganz genau weiß, wann das Ding dran ist und wann eben nicht - egal, wie man die Viecher auch auszutricksen versucht.

    Bei meiner ersten Hündin hat nicht mal superleichter, immer kürzer geschnittener Bindfaden ohne Haken geklappt, die merkte den Unterschied zwischen "dran" und "frei" trotzdem.

    Wir hatten neun Jahre lang zwei Hunde, eine mittelgroße Mixhündin und ihren großen, noch gemixteren Sohn. Die beiden lebten völlig reibungslos miteinander, weil eh immer klar war, daß die Alte das Sagen hatte, gingen einzeln oder gemeinsam überallhin mit, lagne im Restaurant brav unter dem Tisch und waren rundum gut zu handeln -das war alles nicht das Problem.

    Das Problem lag anderswo: Sie waren einander herzlich gleichgültig. Jeder wäre viel lieber Einzelhund gewesen. Sie warne im Temperament total verschieden und gemeinsame Interessen hatten sie absolut nicht. Sie lebten nett nebeneinander her, aber jeder lebte sofort auf, sobald er "Einzelzeit" bekam. Was damals in unserer Familie kein Problem war, denn sie hatten auch verschiedene Bezugspersonen. Einzeln zwei solche Hunde zu halten, könnte da schon schwieriger sein.

    Ganz deutlich wurde der Unterschied, wenn wir mehrmals im Jahr den Wurfbruder des Rüden in Pflege bekamen: Dann interagierten alle ständig und hatten deutlich Spaß miteinander: Die (intakten) Rüden spielten, kloppten sich auch mal, waren dann wieder Kumpels, selbst die gravitätische alte Hündin ließ sich mit dem Rüden, der schon ihr Lieblingswelpe im Wurf gewesen war, zu einem Spielchen herab, und alle drei waren ständig zusammen. Mit dem Sohn, der geblieben war, hat die Hündin übrigens nicht ein einziges Mal gespielt, und sobald der Besuch weg war, gingen unsere beiden draußen und drinnen wieder getrennte Wege.

    Als die Hündin schließlich starb, blühte der neunjährige Rüde total auf und hatte fortan die Zeit seines Lebens.

    Insofern bedeutet Doppelhundehaltung nicht automatisch zwei miteinander glückliche oder aufeinander bezogene Hunde. Es können auch zwei "Einzelhunde" werden, die einander nichts geben, dafür aber entsprechend mehr Zeit von ihrer Bezugsperson brauchen - auch sowas sollte man vorher einkalkulieren.