Beiträge von terriers4me

    Für dich ist die Frage jetzt sehr einfach, wenn auch sehr heftig: Bist du bereit, den Hund, den du dir selbst ausgesucht hat, jetzt auch als das anzunehmen und zu führen, was er ist? Also von allen "sie hat so viele Freunde" und "sie spielen so schön"-Träumen Abschied zu nehmen, zu akzeptieren ,dass der Hund in Zukunft noch mehr auspacken wird, zu managen und zu lernen - also die selbst gewählte Herausforderung anzunehmen? Oder schmeißt du hin - und überläßt deine Hündin einem sehr ungewissen Schicksal, denn um solche Tiere reißt sich keiner mehr?

    Das ist allein deine Entscheidung nur eins darfst du jetzt nicht: dir irgendwie schön reden (lassen!), was da passiert ist, und so naiv weitermachen. Das würde ein ganz böses Ende nehmen ,böser noch, als es jetzt schon passiert ist.

    Ich wünsche dir wirklich viel Glück, und den drei anderen Beteiligten erst recht!

    Ihr habt recht, ich korrigiere mich: Dir gegenüber wird sie JETZT noch nicht aggressiv werden - das würde ich aus dem Verhalten schließen, das die TE schildert, und das für mich wie eine sehr anhängliche Hündin klingt, die gerade die Welt nicht mehr versteht. Dafür ,was passiert, wenn sie auch weiterhin so falsch eingeschätzt und entsprechend geführt wird, würde ich auch nicht die Hand ins Feuer legen.

    Und noch was: Dir gegenüber wird sie sicher nicht aggressiv werden, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Im Gegenteil: sie wird sich wahrscheinlich immer enger an dich binden und dich als ihren "Besitz" immer massiver verteidigen, vor Artgenossen ohnehin, aber vielleicht irgendwann auch vor anderen Menschen.

    Sie ist nun mal ein Schäferhund, sie verhält sich wie einer, und du solltest dir dringend Hilfe von jemandem holen, der diese Hundetypen kennt und dir "übersetzen" kann. Ihr habt sie ja offenbar bisher eher für einen Riesenmops gehalten - und furchtbar erleben müssen, wohin das führen kann.

    Das ist entsetzlich und sicher zu einem großen Teil eurer Naivität geschuldet (was es nicht weniger furchtbar für euch macht). Eine vierjährige Hündin, zumal mit diesem Hintergrund, "spielt" nicht , die wird erwachsen, hat sich nach einem halben Jahr Abtasten eingelebt und fordert jetzt ihre Rechte ein - in dem Fall war's die Beute. So sind diese Hundetypen nun mal. Da ist sicher schon einiges vorab gewesen, keiner hat eingegriffen, und jetzt ist das Faß übergelaufen.

    Weil weder ihr noch der genetisch so anders gestrickte, nichtsahnende, lebenslang freundliche Mops das erkannt habt, hat der kleine Hund furchbar gebüßt, eure Freundschaft steht auf der Kippe - eine scheußliche Situation, in die ihr ohne böse Absicht, nur aus Unwissen getappt seid.

    Du mußt jetzt entscheiden, ob du lernen willst, einen erwachsenen, ernsten und wahrscheinlich immer mehr artgenossenaggressiven Wachhund (dafür war so ein Hund in Rumänien nun mal da!) zu führen, oder du musst sie tatsächlich abgeben. Da müßtest du im Moment allerdings ein Riesenglück haben, dass sich jemand so einen Hund auflädt, und ihre Chancen, Wanderpokal zu werden, sind ziemlich hoch.

    Was du akut tun mußt, weißt du ja eh: Maulkorb drauf, Leine drauf, und keine Nähe mehr zu Artgenossen, vor allem nicht zu kleineren. Ich wünsche euch allen vieren wirklich viel Glück!

    Zitat

    Haben eure Hunde eigentlich freien Zugang zu Spielzeug?

    In dem Alter hatte mein Terrier das nicht. Das hatte aber rein praktische Gründe: Weiches war nicht im Haus,weil zu schnell zerlegt, und beim Harten habe ich durch Schmerzen gelernt: Es ist einfach fies, auf Socken ständig auf Knochen, Hartgummibälle & Co zu treten. Daher hab ich sowas immer in einen Korb gepackt, und der Terrier baute sich auffordernd davor auf, wenn er ausnahmsweise mal Lust auf eine Runde Spielzeug hatte. War aber selten, nebenher Anfallendes wie Papprollen oder zerknülltes Zeitungspapier zum Schreddern war immer wesentlich begehrter.

    Ich frag mich gerade, zu wem du unfairer, oder, wie du es ausdrücken würdest, "gemeiner" bist: zu den armen Katzen, die, eben noch das Lieblingsspielzeug, von heute auf morgen abgemeldet und in ihrem eigenen Zuhause einem flegelhaften Rüpel ausgesetzt sind? Und die im Gegensatz zu dir längst kapiert haben, dass das kein "Spiel", sondern der Probelauf für bitteren Ernst ist - und entsprechenden Streß haben? Immerzu, ohne Pause?

    Oder doch zu dem armen Junghund, den du mit deiner "die kleine, kuschelige Prinzessin darf alles"- Grundeinstellung quasi zwingst, ein sehr unerfreulicher, weil total verkorkster Erwachsener zu werden?

    Leiden tun sie jetzt schon allesamt, weil du ihnen vorenthältst, was sie gerade am nötigsten brauchen: die Katzen Sicherheit, der Hund feste Grenzen, in denen er ebenfalls Sicherheit findet.