Beiträge von terriers4me

    "Klapsen ist beim Menschen sogar Teil des Liebesspiels."

    DANKE! Jetzt ist mir doch weningsten endlich klar, weshalb mein Köti immer noch bei jeder Gelegenheit in die Leine explodiert. Der kleine Teufelsterrier hält die ganze Halsband & Strick-Aktion bestimmt für ein nettes Fesselspielchen - zumal er dabei ja auch noch schickes schwarzes Leder trägt....*muahaha*

    Die Tollwut-Impfmarke hab ich hier in Niedersachsen seit 1974 bei jeder Impfung bekommen. Inzwischen trägt mein Hund die nicht mehr, aber früher, als die Tollwut noch regelmäßig aufflackerte und dann Tollwut-Sperrgebiete eingerichtet wurden, war mir das Ding am Halsband weitaus wichtiger als die Steuermarke. In einem Tollwut-Sperrgebiet durfte nämlich jeder nicht nachweislich geimpfe Hund im Zweifelsfall getötet werden.

    Das war der ursprüngliche Sinn dieser Marke: den Hund schon mit einem Blick aufs Halsband gegen eine "vorsorgliche" Tötung abzusichern. Inzwischen gilt die Tollwut in Niedersachsen als erloschen, flackert aber in unserer Ecke immer mal wieder in Feldermausbeständen auf. Deshalb lasse ich noch impfen, wenn auch die Marke nicht tragen. Aber soweit ich weiß gilt nach wie vor: Impfne muß niemand, aber ein Hund, der irgendwie unter Tollwutverdacht kommt und nicht nachweislich geimpft ist, muß getötet werden. Da geht kein Weg dran vorbei.

    Klingt im Moment gottseidank illusorisch - aber vor dem großen Auslandshunde-Boom hätte auch niemand gedacht ,daß die Staupe hier je wieder ein Problem wird.

    *grins* - ist es nicht immer wieder erstaunlich, wie sich die Terrier-Erfahrungen ähneln?

    Der Steilhang war vor allem deshalb der Supergau, weil er ganz hoch oben auch noch von einem Riesenfuchsbau durchlöchert war - und der Hund in der Sekunde, die du brauchst, um dich umzudrehen, eine Kamera aufs malerische Meer abzudrücken und dich zurückzudrehen, plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Und, zusätzlicher Horror: du hörst über die Brandung keine Hundemarke klappern! Und WO kriegst du um 5.36 Uhr früh am Ende der Welt einen Förster samt Erdhund her??

    Jedenfalls - als ich dann irgendwann heulend und hundelos durchs Dorf Richtung Ferienwohnung schlich, kam sie von hinten angerast, auf einem Weg, den sie nicht kannte, Nase tief auf meiner Spur, total zerkratzt und ebenso aufgelöst wie ich. War offenbar beim Turbo-Rennen über die obere Hangkante gesprungen, hatte klugerweise aufs Runterhüpfen am Steilhang verzichtet, war dann in den Gärten und Hangbefestigungen gefangen gewesen, bis sie sich irgendwie rausgekämpft hatte...

    Wir sind dann also, beide sehr kleinlaut, gemeinsam nachhause geschlichen, und ich hab mich bloß noch gefragt: WIE halten das die Leute nur aus, deren Hund regelmäßig außer Sicht jagen geht???

    Abessinierin.

    das Reh war fiktional, als Beispiel für einen Reiz, der stärker ist als sämtliche positive Bestätigung, denn

    1. ist in mehr als 30 Jahren noch KEINER meiner Hunde stundenlang weggewesen, da wär ich nämlich längst tot. Der Rekord waren 20 Minuten außer Sicht, als wir uns letztes Jahr in Rügen am Steilhang verloren haben, und das hat mir schon fast ein Herzversagen beschert. Mit einem Hund, der mir wirklich außer Sicht durchgeht, könnte ich echt nicht leben.

    2. bin ich natürlich nicht so dämlich, mit Gottweißwas zu werfen, wenn ich eh keine Chance mehr habe - daß Timing das erste ist, was man mit so einem Hund lernt, weiß glaube ich, jeder Terrierbesitzer...*ggg*

    aber 3. gebe ich durchaus zu, daß die Kleine das Bei-Wildgeruch-Abstoppen auf verbales Kommando auf die aversive Tour gelernt hat, und zwar sehr früh.
    Zwangsweise: Nachdem sie mit drei Monaten versucht hat, ihre Milchzähnchen allen Ernstes an einer Sau auzuprobieren und fortan auch auf verbales Abbruchkommando plus lange Leine nicht wirklich von den Wechseln abzubringen war, hab ich sie frei an eine passende Stelle gebracht, und ihr auf das ignorierte NEIN eine Wurfkette nachgeschmissen. Ich habe Glück: der Hund ist weich, war sehr beeindruckt und blitzschnell wieder neben mir (natürlich HOCH gelobt!)wir brauchten die ganze Zeremonie nur noch einmal vor Rehen zu wiederholen. Mit Strafe hat sowas für mich übrigens nichts zu tun - das war ein kühl kalkuliertes und eingesetztes Mittel zum Zweck.

    Seitdem sitzt das mit dem Jagdbeginn-Abbrechen auf verbales Kommando, und das Verhalten bei Wildsichtung liegt nur noch an mir: reagiere ich rechtzeitig, brauch ich auch nix zu schmeißen. Reagiere ich nicht mehr rechtzeitig, geht der Hund ab.

    und 4, da hast du natürlich recht: DANN ist alles zu spät! Ist uns aber in zweieinhalb Jahren erst zweimal passiert, beide Male kam der Hund im selben Tempo zurück, als der Bewegungsreiz weg, also der Hase im Busch war. Natürlich war da nix mehr mit "Strafe" - ICH hatte ja schließlich nicht aufgepaßt.