Beiträge von terriers4me

    Ich hab mir das Buch 1995 gekauft und füttere meine Hunde seitdem im Großen & Ganzen danach - und hier ist auch noch nie einer von Getreide die Wände hochgegangen. Ich habe, ehrlich gesagt, überhaupt noch nie gemerkt, daß Getreidefütterung auch nur die geringste Auswirkung aufs Hunde-Temperament gehabt hätte.

    Oh ja, wie Tisch, Fußboden und sonst noch so einiges aussehen, kann ich mir bestens vorstellen, weil ich meine Vögel ja sozusagen gebarft habe, die haben wirklich einem großen Teil vom Frischzeug von draußen gelebt. Besonders gut kamen dabei auch Birkenzweige mit Samen im Herbst - wenn sie die zerpflückt hatten, waren diese feinen, fliegenden Samenstände wirklich ÜBERALL....

    Weil man wirklich aus jeder Zeile lesen kann, wieviel Spaß du an den beiden hast - vielleicht magst du euch noch ein bißchen mehr machen? Kennst du jemanden, der jetzt seine Obstbäume, oder anderes, ungiftiges Weichholz schneidet? Solche Äste jetzt, kurz vor dem Knospen-Aufbrechen, waren für alle meine Vögel, die Wellensittiche ebenso wie die Zeisige, immer das absolut Größte.

    Ich hab sie ihnen in eine schwere Vase (entweder eine mit ganz dünnem Hals, oder eine mit Netz über der Öffnung, daß bloß kein Vogel ertrinkt!) ins Zimmer gestellt, und die Vögel hatten die Zeit ihres Lebens dabei ,auf diesem "Baum" zu klettern und erst die Knospen sorgfältig auszufressen, dann die Rinde teilweise zu schälen und zu fressen. Manche kleinen Papageien nehmen diese feinen Rindenstreifen ünrigens auch gerne als Nist-Unterlage. Meine liebten jedenfalls Kirsch- und Apfel- und Pflaumenzweige total, Erlen, Weiden und Buche fanden sie auch sehr lecker, Birke wurde total verschmäht.

    Sowas ist jedenfalls, wegen enorm vieler Vitamine und Mineralien, eine hervorragende Frühjahrskur samt Abenteuerspielplatz für die Vögel, und das Zusehen, wenn sie so geschickt Schnabel und Krallen benutzen, macht total Freude.

    Die anderen haben's dir ja schon gut erklärt, und die Kleine sagt es euch ganz deutlich: Sie ist noch in einem Alter, in dem sie den ganz engen Körperkontakt mit euch dringend braucht. Dieses "Kontakliegen" gibt so einem Zwerg die Sicherheit, die er ja zum Beispiel zum Alleinbleiben dringend braucht: die Sicherheit, daß er zu euch gehört und nicht ständig von euch getrennt wird.

    Meinen Achteinhalb Wochen-Welpen habe ich übrigens NUR unter der Bedingung so früh von der Züchterin bekommen, daß die Kleine erstmal im Bett schläft. Was natürlich auch die Stubenreinheit supereinfach gemacht hat: Meist schlief sie durch, und wenn sie sich mal rührte, war ich rechtzeitig wach.

    Später, wenn der junge Hund selbständiger und selbstbewußter wird, läßt dieser Drang zu engem Körperkontakt ganz von selbst nach, und dann kriegt ihr ihn z.B. auch gut wieder aus dem Bett.

    Aber im Moment seid ihr die einzige Sicherheit ,die so ein Zwerg im Leben hat, und davon solltet ihr ihm so viel wie möglich bieten. Damit "verzieht" ihr den Welpen wirklich nicht, sondern legt eine gute Basis dafür, daß es ein selbstbewußter und sicherer Hund wird.

    Die USA haben uns ja nun diesen Riesen-Vorteil voraus: Platz, Platz und nochmal Platz. Da findet sich sicher auch für vergleichsweise schwierige Hunde ein Umfeld, in dem sie nicht mehr groß gefährlich werden können?

    Wie soll das denn im Zweifelsfall in einem so dicht mit Mensch & Hund bevölkerten Land wie Deutschland klappen - in einem Land noch dazu, in dem die Stimmung gegen Hunde im Allgemeinen und "Kampfhunde" im Besonderen so dicht an der Hysterie-Grenze ist?

    Ich hab letzten Herbst blutenden Herzens darauf verzichtet, einen Staff in Pflege zu nehmen ,der überhaupt nicht "resozialisierungsbedürftig", sondern ein toller Bursche war. ABER: Es sah aus wie das Urbild eines "Kampfhundes", und ich hätte mangels Auto null Möglichkeit gehabt, ihn aus der Dauer-Öffentlichkeit zu nehmen. Hätte dieser Hund ein paarmal im Auslaufgebiet seine Hündin so vor all den freilaufenden anderen Kerlen abgeschirmt, wie Rüden es nun mal tun, hätte er hinter meinem Innenstadt-Zaun ein paarmal mit dem Terrier gebellt, wäre er einfach bloß täglich mit uns am Schulhof entlangangen, hätten wir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit das OA bös an der Backe gehabt, was für diesen Hund das Ende aller Vermittlungschancen bedeutet hätte.

    Vielleicht ist das Umfeld hier wg. Hamburg-Nähe noch besonders kraß, aber ich könnte mir absolut nicht vorstellen, in einer "normalen" Umgebung einen wirklich gefährlichen Hund dieses Typs zu managen, ohne ihn zu einem Leben komplett an kurzer Leine zu verdammen?

    "Nein. Das ist natürlich keine erzieherische Maßnahme. Das ist dann plötzlich Eingreifen in einer Notsituation. Als ob dein Hund das verstehen würde."

    In einer Notsituation ist mir erstmal ziemlich latte, was der Hund versteht - Hauptsache die Not ist abgewendet. Der springende Punkt liegt doch ganz woanders: Ich kann in einer Notsituation viel wirkungsvoller und problemloser eingreifen, wenn es für den Hund eben NICHT Alltag ist, für jeden Pipifax körperlich gemaßregelt zu werden.

    Und genau deswegen behalte ich mir sowas für den Fall vor, wenn's nötig ist: Wenn dein Hund eben keine immer wieder schmerzzufügende Hand kennt, kannst du ihm notfalls auch ohne Streß und ohne Schmerz für den Hund ins Maul greifen. Was meinst du, wieviel zwischen den Backenzähnen klemmende Stöckchen ich vom Russell bis zum Schäferhund über die Jahrzehnte schon rausgepult habe, während sich der arme Hund Mühe gab, mir nicht in die Hand zu beißen?

    Übrigens raten selbst die Hardcore-Hundeprügler vergangener Zeiten durchgängig eines: Schlag NIE mit der Hand - und die wußten vermutlich, warum...

    Anderes Beispiel: Ich hab eine alte, sehr selbstbewußte und ranghohe Stute. Der Typ Pferd, der alles für dich tut, wenn du ihn gewonnen hast, eine dämlich Trainerin für "Klapsen" als Kampfansage so ernsthaft auf den Hinterbeinen angegagen hat, daß die sich zum Glück nie wieder in ihre Nähe traute. Der Stute konnte ich, als sie krank war, ein ekliges Medikament buchstäblich mit der Hand an den Gaumen kleben, und sie hat das Maul dabei von selbst aufgehalten.

    Ich bin da einfach ein bequemer Typ: Ich hab's gerne reibungslos.

    Die Viecher müssen mich zwar als weisungsbefugt ansehen (ich seh sie nämlich mitnichten als gleichberechtigte Partner, sondern als Geschöpfe, für die ich die Verantwortung habe und viele Entscheidungen treffe) - aber wie gesagt: für Kleinkram wie "Sitz" oder Napfwegnehmen den dritten Klaps-Weltkrieg anzuzetteln, wär mir einfach zu albern.

    Ganz einfach: Unterkiefer greifen, Daumen in Maul, Maul auf, Hand rein, Happen raus. Ende der Geschichte.

    Wenn dein Hund keinen Grund hat, deine Hand zu fürchten, ist das absolut kein Thema. Was meinst, du, was ich über die Jahre so schon alles aus Hundemäulern geholt habe...

    "Das ist wie mit dem Leineziehen. Wenn ich nicht immer konsequent stehen bleibt bei JEDEM Mal wird das nichts. Und mit draufhauen auch nicht!! . Das dauert ca. 4 bis 6 Wochen und dann hat man das Problem eigentliche im Griff."

    Ein bißchen OT, aber da kann ich mir ein hohles Lachen nicht verkneifen. Ich bring sowas jetzt dem achten eigenen Hund bei, von vielen Besuchs-Hunden mal ganz abgesehen. Bei keinem vor Fräulein Terrier hab ich dafür mehr als ein paar Tage gebraucht, nicht mal dann, wenn zwei Hunde gleichzeitig an den Leinen waren - aber diese junge Dame hab ich nach zweieinhalb Jahren noch nicht leinenführig. Sie kann's wunderbar, aber es gibt Momente, da WILL sie schlicht nicht, weil ihr Vorwärts wichtiger ist als ALLES andere.

    Ich geb's ehrlich zu: das ist der erste Hund, bei dem ich ab & zu mal ernsthaft an die handelsüblichen Folterinstrumente gedacht habe. Aber, da sonst alles so gut klappt, hab ich mich stattdessen damit zufriedengegeben, daß das nun mal unser Schwachpunkt ist: ich bin eben schlecht in Mathe, mein Hund im Temperaments-Mäßigen. Dafür hat sie einen Superappell für so eine Rakete. Und komischerweise: seit ich mich da ein bißchen nobody is perfect-locker gemacht habe, klappt's an der Leine deutlich besser. Ich schätze, bis wir beide altersschwach sind, haben wir's geschafft.

    Was ich eigentlich sagen wollte: die Viecher sind SO verschieden, daß generelle Aussagen eh nicht klappen...

    Wenn er normalerweise mit Kleinen klarkommt, Kläffzwerge aber nicht bloß auf die harte Hunde-Tour einnordet, sondern tatsächlich schüttelt, dann bleibt leider nur eine logische Folgerung: Er jagt er sie. Er sieht sie in dem Moment also nicht mehr als Artgenossen, sondern als Beute.

    Das wirst du wohl nur durch ein sehr konsequentes Im-Gehorsam-Halten abwenden können, und natürlich auch müssen, weil's so gefährlich ist. Das klingt tatsächlich nach einer Konstellation wie der aus unzähligen Hund-Katze-Unfällen: irgendein Auslöser, hier wohl das Zappeln und Kläffen, läßt den Hund blitzschnell in die Ernstfall-Jagd kippen - und der Schwächere hat keine Chance mehr.