Beiträge von terriers4me

    Wenn sie gerade läufig war, ist sie jetzt scheinträchtig.

    Eigentlich normal, aber manchen Hündinnen schlagen die Schwangerschaftshormone z.B. auch gut auf den Magen. Sie könnte also gerade das berühmte morgendliche Erbrechen durchmachen, und ihr Streßlevel ist natürlich im Moment viel höher als sonst, weil sie ja selber nicht weiß oder verstehen kann, was da gerade vorgeht und das Hormonchaos sie verstört. Bedeutet: Empfindlicher ist sie sowieso, und das könnte auch auf Darm & Blase schlagen.

    Sowas solltet ihr jetzt unbedingt in Erwägung ziehen, zumal, wenn sie das Verhalten so plötzlich verändert hat - manche Hündinnen nimmt das wirklich sehr mit.

    NUR gut gepflegtes Leder - wobei ich mir wohl eher sowas wie Chrom- oder sonstiges Zaumzeugleder gönnen würde, oder simples normales Rindleder zum Selberfetten.

    Viele fertige Fettlederleinen färben mir zu schnell, und ich finde den Sand in der rauhen Seite nervig. Meine älteste Lederleine ist übrigens gut dreißig Jahre alt, noch prima in Schuß und hat notfalls auch vierzig aggressiv pöbelnde Rüdenkilos anstandslos gehalten. Reißen tun Ledersachen eigentlich nur, wenn sie trocken & spröde werden, sonst werden sie nur immer weicher und angenehmer.

    Beim eigenen Hund kenn ich's so dramatisch nicht, die Boxerhündin von Bekannten hat sich mit einem Sprung aus dem zweiten Stock schwerst verletzt. Die war's im Haus gewohnt gewesen, aus einem Erdgeschoß-Fenster zu springen und tat's am ersten Tag in der neuen Wohnung dann auch, ohne zu zögern.

    Dafür war ich blöd genug, meiner ersten Hündin gezielt Springen beizubringen, mit dem (vorhersehbaren) Ergebnis, daß der 14Kilo-Hund nur noch aus Gefälligkeit hinter irgendwelchen Umzäunungen blieb. In einer Läufigkeit überwand sie dann, ausgerissen, im Dunkeln den 1,80-Maschendrahtzaun in einem fremden Garten, hin und zurück. Ergebnis: echter Unfallwurf.

    Seitdem hab ich nie wieder einen meiner Hunde so zum Springen ermuntert oder ihm auch nur mit langem Alleinlassen Gelegenheit zum Üben gegeben - bei meinem jetzigen Terrier, der 1,40 m locker aus dem Stand schafft, wäre das todsicher das Rezept für Desaster.

    Kommt völlig auf die Rasse an, das mit dem Körperkontakt. Was für meinen distanzbewußten Airedale eine Strafe gewesen wäre, hat der schnell frierende, superanhängliche Russell mit List, Tücke & Dickschädel durchgesetzt. Scheint rassetypisch zu sein: 99 Prozent dieser Spezis schaffen's irgendwann ins Bett, und für den Drang nach engem Körperkontakt sind sie wirklich berühmt.

    Mein jetziger Russell ist eher untypisch und wäre da nicht so scharf drauf, ist aber verrückterweise der erste Hund, den ich nahezu dazu zwinge. Darf sie den Schlafplatz nämlich frei wählen, geht sie mit Vorliebe unten ins Haus & schläft auf dem Sofa und übernimmt die Security. Und wie: Nachdem ich mehrmals bei aktuem Axtmörder-Alarm gegen drei Uhr früh zähneklappernd im Bett gesessen habe, muß die Dame zumindest ins Schlafzimmer oder, wenn draußen viel los ist, notfalls sogar mit ins Bett. Dann ist sie nämlich still, weil sie offenbar mich für verantwortlich hält, und die Lösung zieh ich eindeutig vor - plötzliche Adrenalinstöße zu nachtschafender Zeit muss ich echt nicht haben.

    Was das Rammeln angeht: das breche ich immer spätestens dann konsequent ab, wenn der andere Hund 25 Kilo plus wiegt, meine junge, Stärkeren gegenüber noch ängstliche Hündin aber höchstens sieben. Und noch schneller, wenn die Hündin unter sechs Monaten alt ist, also ganz schnell die noch nicht fest verknöcherten Hüften ruiniert kriegen kann. Die Rüden zu rammeln, die ich mithatte, hat noch nie einer versucht, die hätten das auch prima selbst geregelt.

    In den meisten anderen Konstellationen kriegt auch die Hündin das alleine hin, selbst wenn sie klein ist - was einem sehr hartnäckigen Rüden schon ein blutiges Ohr beschert hat. Da war Herrchen dann plötzlich TOTAL gegens Alleine-Regeln und dafür, daß so aggressive Hündinnen gar nicht frei rumlaufen dürfen.

    Übrigens halte ich meine kleine Hündin deswegen natürlich nicht von jeglicher hündlicher Kommunikation fern, im Gegenteil: da hier im Revier grundsätzlich alles frei läuft, kennt jeder Hund jeden, und wir sind sehr selten mal auf einer Runde alleine. Von Bordeauxdogge bis Chimix geht da in wechselnder Besetzung alles mit. Und das Miteinander läuft so gut wie immer bestens, die Hunde regeln also das meiste wirklich prima alleine, inklusive Einander aus dem Weg-gehen bei Abneigungen - ganz ohne daß man da groß drüber reden müßte.

    Nur bei Hunden von Besitzern, die den besagten Spruch wie ein Banner vor sich hertragen, bin ich inzwischen sehr zurückhaltend geworden. Das sind hier nämlich regelmäßig, wirklich regelmäßig, die wenigen auffallenden Rüpel, deren Besitzer absolut nicht daran denken, sie in irgendeiner Weise zu regulieren, sondern am "dominanten" (das Wort fällt dann meist als nächstes, sobald der Kleinere drunterliegt) Gehabe ihres Lieblings enorm viel Freude haben.

    "Der Satz impliziert doch nicht "Mein Hund ist der Stärkste...""

    Meiner Meinung nach bedeutet er in 99 von hundert Fällen genau das, mit dem unausgesprochenen Zusatz "und ich find's cool, wie er andere runtermacht."

    Ich kenn da nur eine Ausnahme: den Besitzer eines ängstlichen Kanichendackels, der immer protestiert, wenn ich den Terrier daran hindere, das arme Tier als Quietschbeute zu benutzen, "weil sie doch lernen soll ,sich zu wehren."

    Ansonsten ist mir der berühmte Satz bisher NUR begegnet, wenn ich mit einer ängstlichen bzw. sehr kleinen Hündin allein unterwegs war, die es nicht lustig fand, ständig von viel Größeren dauerbetatzt, überrannt oder in den Grund gerammelt zu werden.

    Hatte ich dagegen einen großen, kräftigen Rüden oder zur Kleinen den kloppfreudigen Airedale-Bodyguard dabei, ist mir noch NIE jemand begegnet, der da die Hunde irgendwas "ausmachen" lassen wollte. Im Gegenteil: da konnten dieselben Leute, die ihre Rüpel fröhlich auf die Kleine losgelassen hatten, sie plötzlich gar nicht fix genug zu sich holen und sich gar nicht laut genug über den "aggressiven" Airedale aufregen, der den anrennenden Rüpel kurz umgedreht hatte. Dabei hatten die wirklich nur was unter sich ausgemacht, und dann war Ruhe.

    Von Hundehaltern ,die eine Situation wirklich einschätzen können, hab ich den Spruch übrigens auch noch nie gehört - da ist man sich komischerweise stillschweigend einig, läßt die Hunde machen und merkt rechtzeitig, wenn's eben nicht geht.

    TOLL!!!

    Bei solchen Erfolgen wünsch ich mir ja immer, die "Abschieber" könnten ihren verkorksten Hund jetzt mal sehen - aber vermutlich würden solche Leute auch dann noch nix kapieren. Jedenfalls großartig, wie schnell Foxi lernt - er ist ja immer noch nicht mal ein Jahr bei dir!

    Ich würde das sogar nur bedingt auf den Blinden schieben - meine blinde Hündin kam nach wie vor bestens mit allen Artgenossen klar. Mag die Ausnahme gewesen sein.

    Ich würde dahinter aber was anderes, ganz Normales vermuten: Eurer Rüde ist jetzt zwei, nähert sich also dem Erwachsenenalter - und daß erwachsene Rüden nicht mehr jeden anderen Geschlechtsgenomssen automatisch toll finden, ist die normalste Sache von der Welt. Die wollen nicht mehr dauernd mit jeden Fremden "spielen" oder automatisch jeden mögen. Die wollen einfach sehen, wo sie stehen im Leben und auch mal ihre Ruhe haben.

    Häng das also nicht zu hoch, mach dir keine Riesensorgen, sondern kalkuliere einfach ein, daß dein Hund langsam aus dem Spiekind-Alter raus ist, und manage Rüdenbegegnungen entsprechend vorsichtig. Daß er sich jetzt erstmal den Blinden zur Brust genommen hat, kann tatsächlich an dessen Unsicherheit gelegen haben, aber dabei wird es sicher nicht bleiben. Wie gesagt: alles normal - aber dein Management ist jetzt gefragt.