Beiträge von terriers4me

    Das ist die schrecklichste Entscheidung im Hundehalter-Leben - und es klingt, als hätte euer Hund sie euch schon abgenommen. Du kennst ihn am besten, und du kannst beurteilen, wann er dir "sagt", daß für ihn das Ende gekommen ist.

    Sieh ihn dir einfach mal an, als hättest du ihn länger nicht gesehen: Lebt er wirklich noch, so, daß es für ihn Qualität hat, oder schleppt er sich nur noch hoffnungslos vor sich hin, weil ihm niemand ein Ende schenkt, bevor die Qualen ganz unerträglich sind?

    Das könnt ihr wirklich nur miteinander ausmachen - und ich wünsche dir jetzt ganz viel Kraft!

    Ich bin als bekennender Mixfan zum VDH gekommen, als der Hundetyp, den ich so liebe, ein kleiner, cleverer, fitter Arbeitsterrier, plötzlich Mode wurde.

    Vorher konntest du dir so einen Traumterrier getrost aus jedem Pferdestall-Wurf holen, aber als Russells vor etwa 15 Jahren Mode wurden, wurden sie plötzlich an allen Ecken auf Teufel-komm-Raus vermehrt. Bald konntest du die jämmerlichen Ergebnisse überall an Flexileinen bewundern, und heute kennt so ziemlich jeder solche armen Karikaturen eines tollen Arbeitshundes.

    Wenn du heute noch einen möglichst gesunden, ursprünglichen Terrier dieses Typs möchtest und nicht Lotto spielen willst, bleibt dir nichts weiter übrig, als zu Züchtern zu gehen, die seit langer Zeit auf Gesundheit und Leistung geachtet haben.

    Und das ist in Zeiten von Google wirklich keine Atompysik: ein paar Mausklicks und ein bißchen Zeit reichen, um die Schwächen deiner Wunschrasse rauszufinden und vorab alle Züchter-Websites auszuschalten, auf denen zwar viel von niedlich, schmusig und bunt die Rede ist, die puren Informationen aber eher spärlich gesät sind.

    Übrig bleibt dann etwa sowas. Ich hab diese Hündin als willkürliches Beispiel rausgegriffen, weil ich weiß daß sie nicht nur schön ist, sondern vor allem auch sehr hart im angestammten Job arbeitet:

    http://www.rednock.com/?page_id=1003

    Und ich kann wirklich nicht sehen, wo solche Informationen einen potentiellen Welpenkäufer überfordern sollten?

    Da kannst du auf EINEN Klick sehen ,wie weit zurück ihre Vorfahren auf rassetypische Probleme (Augen, Ohr, Knie) getestet sind, welche Leistungsprüfungen und welche Schauerfolge sie alle haben - und ein Studium brauchst du dafür garantiert nicht.

    Und ich bin mir sicher, daß seriöse Züchter jeder anderen Rasse dir inzwischen ähnliche Informationen bieten, nach denen du dann entscheiden kannst, ob du mit ihnen Kontakt aufnimmst. DAS ist für mich der Sinn gezielter Zucht, nicht irgendwelche Preise und Pokale: ein nachvollziehbarer Ursprung, der einem Welpen den bestmöglichen Start ins Leben gibt. Und den findest du bei Moderassen leider kaum noch außerhalb eines seriösen Verbandes.

    Wenn du dir ein Tier ins Haus holen willst, das länger mit dir lebt, als die durchschnittliche Ehe dauert, sollte es doch der Mühe wert sein, sich vor der Entscheidung so weit zu informieren? Und das ist nun mal Käufersache - da hilft alles Rufen nach "der VDH/der Staat/der TÜV" soll's regeln nichts: genau da liegt die eigene Verantwortung, sobald man einen Hund möchte.

    Nein - Qualzuchten würden nur dann "weggezaubert", wenn niemand mehr sie kaufen würde.

    Verbote kannst du nämlich prima umgehen, z.B. indem du deinen eigenen Zuchtverband aufmachst - aber wenn solche Leute wirklich konsequent auf ihren Welpen sitzen bleiben, würden diese Hunde nicht mehr produziert. Wie schnell sowas geht, siehst du ja an den sinkenden Welpenzahlen, sobald eine Rasse ernsthaft aus der Mode kommt.

    Wunschdenken natürlich - aber in der Hundezucht ist es kein Stück anders als sonst auch in der Wirtschaft: Die Nachfrage regelt das Angebot.

    Der Käufer mit seinem Geld ist der, der letztlich wirklich entscheidet, was angeboten wird. Und solange er Hunde süß findet, die in Fell ersticken, in eine Teetasse passen, beim Atmen röcheln oder kreuzdoof bzw. "nicht zum Laufen gemacht" sind, so lange werden die auch reichlich angeboten werden.

    "Tja was wäre dann Deine Idee?"

    Es wär doch eigentlich ganz einfach: KEINE Zuchtzulassung (und auf Ausstellungen sind ja meist Zuchttiere oder potentielle Zuchttiere) ohne bestandene Leistungsprüfung - auch nicht für z.B. eine englische Bulldogge.

    Es müßte ja nicht jede Rasse Bäume ausreißen - aber z.B. eine gewisse Strecke laufen und sich moderat anzustrengen, ohne unter Belastung Herz- oder Atem- oder Skelettprobleme zu kriegen, müßte für jeden Hund die absolute Minimal-Voraussetzung sein.

    Sieh es mal aus ihrer Sicht: Bis jetzt hat sie sich ja noch nicht an eine Box gewöhnt, sondern nur an einen etwas seltsamen (Schlaf)platz. Es ist die Tür, die den Unterschied markiert und aus dem neuen Ort einen Käfig macht, und deshalb fürchtet sie die.

    Ging meiner Hündin übrigens so ähnlich, als sie nach einer OP zuhause in einen Käfig sollte: Offen ertrug sie's halbwegs, ging die Tür zu, fing sie vor Angst sofort an, sich zitternd zu übergeben. Ging absolut nicht, aber ihr habt ja zum Glück Zeit und Möglichkeit zum Üben.

    Wenn's nur fürs Auto sein soll, würde ich sie überhaupt nicht in der Wohnung einsperren und ihr so womöglich noch eine Angst einjagen, die sie bisher noch nicht hat. Ich würde den Schritt zum Zumachen gleich im Auto gehen, erstmal immer nur für eine kurze Fahrt zu einem tollen Spaziergehgebiet. Autofahren ist für einen Hund ja ohnehin eine "eingeschränkte" Situation, anders als Wohung, und das gehört eben von jetzt an dazu. Einmal lernt sie gleich, daß die Haft nur zeitlich begrenzt ist, so, wie eine Autofahrt auch, an die sie sich ursprünglich ja auch gewöhnen mußte. Zum anderen wird sie schnell raushaben, daß am Ende immer was ganz Tolles steht, daß dieser neue Teil des Rituals also ebenso was Aufregendes, Schönes verheißt wie das Autofahren an sich.

    Natürlich passiert doch was, sobald die Tür zugeht: Du sperrst sie ein, auf engem Raum - und hab noch keinen Hund erlebt, dem das Freude macht. Dafür aber sogar Kleinvögel, die klug genug waren, zu wissen ,was eine sich schließende Käfigtür bedeutete, und die blitzschnell noch durch die Spalte flitzten.

    Aus ihrer Hundesicht bringst du sie also gerade in eine sehr unangenehme Lage. Die zu ertragen und zu lernen, daß nichts Schreckliches passiert, werdet ihr genauso trainieren müssen wie z.B. das Alleineblieben - mit viel Geduld und ganz kleinen Schrittchen.

    Treppensteigen an sich fände ich nicht so dramatisch - aber seit ich zwei Hunde hatte, die in jungen Jahren ganz unverhofft so krank wurden, daß ich sie zeitweise tragen mußte, schaffe ich mir keinen Hund mehr an, den ich nicht notfalls wochenlang über alle Treppen bugsieren könnte.

    Sooo selten ist's nämlich doch nicht, daß einen sowas erwischt - und dann wäre ich nicht so gerne mit 50 Kilo Hund allein im ersten Stock.