Beiträge von terriers4me

    Natürlich passiert doch was, sobald die Tür zugeht: Du sperrst sie ein, auf engem Raum - und hab noch keinen Hund erlebt, dem das Freude macht. Dafür aber sogar Kleinvögel, die klug genug waren, zu wissen ,was eine sich schließende Käfigtür bedeutete, und die blitzschnell noch durch die Spalte flitzten.

    Aus ihrer Hundesicht bringst du sie also gerade in eine sehr unangenehme Lage. Die zu ertragen und zu lernen, daß nichts Schreckliches passiert, werdet ihr genauso trainieren müssen wie z.B. das Alleineblieben - mit viel Geduld und ganz kleinen Schrittchen.

    Treppensteigen an sich fände ich nicht so dramatisch - aber seit ich zwei Hunde hatte, die in jungen Jahren ganz unverhofft so krank wurden, daß ich sie zeitweise tragen mußte, schaffe ich mir keinen Hund mehr an, den ich nicht notfalls wochenlang über alle Treppen bugsieren könnte.

    Sooo selten ist's nämlich doch nicht, daß einen sowas erwischt - und dann wäre ich nicht so gerne mit 50 Kilo Hund allein im ersten Stock.

    Ich fand es auch undramatisch und in diesem speziellen Fall wohl unumgänglich. Der Hund war der weitaus lernfähigere Teil dieses Teams, und einem Trainer blieb kaum etwas anderes übrig blieb, als die Dinge direkt mit ihm zu "verhandeln". Wenn Frauchen bei -zig Hunden noch nicht mal gelernt hat, Jagen von Schmusen zu unterscheiden, wird sie kaum plötzlich im Schnellkurs Hundeverstand & Timing kapieren.

    Insofern hätte der Yorkie bei allen Trainingsversuchen, die diese Besitzerin einbezogen hätten, mit Sicherheit sehr viel mehr Streß ausgestanden, und der Erfolg wäre eh ausgeblieben.

    So war's dann eben learning by doing, und der Hund hat es ja offenbar nicht weiter dramatisch genommen. Ich würde da allerdings eine hohe Wette eingehen, daß sich ein so cleveres kleines Tier mittelfristig ein neues Jagd-Hobby suchen wird, um das langweilige Püppchen-Leben mit ein paar Endorphinen aufzulockern....

    Beste Wünsche für deine Hündin, und sei bloß ganz, ganz vorsichtig - während ähnlicher Probleme hat meine Hündin auch nie verändertes Verhalten gezeigt. Daß da was stimmte, sah man immer nur auf dem Ultraschall.

    Wir hatten hier was Ähnliches: Entzündung nach der ersten Läufigkeit, Antibiose, scheinbar alles wieder gut (US und Blutbild unauffällig). Zwei Monate drauf spielten die Rüden plötzlich wieder verrückt, und ein US ergab wieder jede Menge Flüssigkeit in der Gebärmutter.

    Das war's dann: Kastration mit 10 Monaten, drei Monate nach Abschluß der Läufigkeit. Heute ist die Hündin drei Jahre alt und, sich soweit ich das im Vergleich mit den intakten Vorgängerinnen beurteilen kann, sozial gesehen ganz normal erwachsen geworden. Was allerdings auffällt, ist ihr oft "rüdiges" Benehmen - damenhaft ist wirklich was anderes.

    Außerdem ist ihr Fell nie wieder so schön geworden wie vor der OP, und leicht inkontinent ist sie seitdem auch, obwohl das bei kleinen Hündinnen angeblich selten ist. Solange sie ihre gemahlenen Kürbiskerne ins Futter kriegt ist alles gut, kriegt sie die nicht, verliert sie im Schlaf tropfenweise Urin.

    Bei einem körperlich harten Hund kannst du wirklich nicht vorsichtig genug sein - wir drücken natürlich Daumen & Pfoten, daß jetzt erstmal alles gut ist!

    Waldorf-Exemplare trifft's wirklich auf den Punkt - zumal Frauchen gern vor Hysterie anfängt, ihren Namen zu tanzen, wenn du dem Riesenschnuckel nur etwas deutlicher erklärst, daß er deinem Zweikilo-Welpen bittedanke aus dem Kreuz bleiben oder deinem angeleinten, total nicht mehr amüsierten Terrier nicht penetrant "Hallo sagen" soll.

    Früher erkannte man solche Typen weitem an diesen Inka-Halsbändern, heute eher am hilflos hinterherwehenden Frauchen. Insofern würde ich den Trend zum Mini manchmal sehr begrüßen!

    Kompetente Hilfe wäre wirklich um so wichtiger, als die Hündin ihre "Freunde" ja offenbar blitzartig angegangen ist und sofort in verletzliche Körperteile gebissen hat (Bauch, Leiste).

    Sowas ist ein absoluter Ernstfall, der nichts mehr mit normalen Raufereien zu tun hat, und aus dem heraus sie durchaus das nächste Mal töten könnte.

    Maulkorb ist sicher unumgänglich, weil du die Verletzungsgefahr abschwächst. Den Stress für die Kleinen minderst du damit leider in keiner Weise. Auch mit Maulkorb kann die Hündin sie noch so "bedrohen", daß sie in Dauerangst leben. Nur weil du das nicht siehst, heißt das leider nicht, daß da nicht eine Menge abgeht, wenn du sie weiter zusammenzwingst. Die steigern sich also nicht etwa in irgendwelche "Rollen" rein, die reagieren auf Signale, die dir entgehen.

    Sowas, zusammen mit einer gewissen Vermenschlichung der Tiere, die in deinen Zeilen durchscheint ("Freunde", "Opferrolle", "gezwickt, nicht gebissen") ist eine denkbar schlechte Voraussetzung für jeden einzelnen von euch. Für mich klingt das auch nach viel zu vielen zusammengeholten Hunden in einer Konstellation, die schließlich für diese Hündin zuviel wurde - und da würde ich schleunigst ansetzen, bevor noch mehr passiert.

    Wir lassen die Dinge komplett auf uns zukommen und nehmen, was sich draußen anbietet: Spielen mit anderen Hunden, Rennen aus Spaß an der Freude, viel ungestörtes Hundsein und zwischendurch auch mal Abliegen, Abrufen, Balancieren - auch das je nach Situation & Tagesform.

    Spielzeug nehm ich nie mit, festes Programm ebensowenig. Unterwegs sind wir zwischen etwa zweimal einer und allerhöchstens zweimal zwei Stunden täglich, letzeres aber eher selten. Wenn der Terrier sich an so einem Tag komplett verausgaben durfte (etwa bei sowas wie Rennspielen mit Pointer & Weimaraner & Co), oder ich extrem viel arbeiten muß, bleiben wir auch mal ganz zuhause, und der Hund ratzt in Rückenlage auf dem Sofa durch.