Beiträge von terriers4me

    Ich denke, "deep down inside" kennst du die Lösung schon: ein neues Zuhause für die Jüngere.

    Zwei Hündinnen, die sich wirklich nicht ausstehen können oder von denen eine die andere so deutlich aus dem Revier haben will, sind die gefährlichste Hunde-Konstellation, die du überhaupt im Haus haben kannst: Kaum Chancen auf Versöhnung, dafür aber einer "guten" Chance auf einen tödlichen Ausgang.

    Es ist leider einfach Hündinnen-Biologie, daß sie ihr Revier notfalls gnadenlos von weiblichen Rivalen räumen, und dazu paßt bei eurer Junghündin ja auch der Zeitpunkt: Sie war zum ersten Mal läufig und ist jetzt scheinträchtig, heißt: Sie ist erwachsen, will das Territorium für sich allein - das macht sie ja gerade sehr deutlich.

    Wenn du die beiden nicht rund um die Uhr getrennt halten kannst (und selbst das ist noch Streß), hilft da leider wirklich nur eine Abgabe.

    "Manchmal habe ich das Gefühl, wenn ich die Kennelmaße sehe, jo... die Maße hatte mein Kaninchenkäfig auch - also hatte Aladin ne Luxusbude."

    So isses. Legehennen dürftest du (umgerechnet) auf so enger Fläche nicht halten, und die Hersteller wissen schon, warum sie sowas vorsichtshalber als TRANSPORTboxen anbieten.

    Verglichen mit dem, was vielen Hunden inzwischen an Wohnungs-Käfighaltung zugemutet wird, hatte ein Kettenhund anno dunnemals wirklich schon die ganz große Freiheit.

    Bei uns gehört "alles jederzeit wegnehmen lassen" genauso zu den Basics wie Bürsten, Halsbandanlegen oder Pfotenabtrocknen. Das diskutiere ich von Welpenpfoten an nicht, es ist selbstverständlich und wir machen kein Theater drum. Ich laufe ganz sicher nicht Gefahr, daß mir der Hund an irgendwas verreckt, was er sonstwo aufgelesen hat.

    Dem kleinen Knurr-Mops hätte ich mit einem mahnenden "Spinnst du?", aber ohne Aufregung den Knochen schlichtweg abgenommen, ohne mich weiter um einen Zwergenaufstand zu kümmern - SOFORT gefolgt vom Riesenlob für seine Kooperation und Knochen-Rückgabe samt tollem Extra-Leckerbissen obendrauf. Fertig.

    Wie gesagt, sich alles jederzeit abnehmen zu lassen, hat bisher für jeden meiner Hunde zu den Selbstverständlichkeiten gehört. Dafür mache ich von dieser Möglichkeit nur Gebrauch, wenn's sein muß und nicht als Machtspielchen, oft kriegt Hund das Ding sogar samt Draufgabe zurück - und alles ist total undramatisch.

    In den Rassen ist überhaupt nichts "vorprogrammiert" (mein Terriernachwuchs hat sich in keiner Weise so benommen), und mit der Mutter hat das auch eher weniger zu tun (die Mutter meiner Hündin jagt Wildschweine, deswegen muß sie das noch lange nicht tun)

    Es ist viel einfacher: Dein Junghund (natürlich längst kein Welpe mehr) ist zum einen von eurem Programm überdreht bis zum Geht-Nicht-Mehr und zum anderen absolut nicht erzogen. Sie weiß einfach nicht, ws sie soll und was nicht.

    Keine gute Kombination, wie du gerade erlebst - der pubertierende Hund, der nichts möchte als deine Führung, dreht schon total am Rad. Das wird mehr werden, nicht weniger. Ob du laut oder leise irgendwas dazu sagst, ändert leider gar nichts: dein Hund versteht den SINN deiner Worte nicht.

    Du könntest doch auch nicht nach einer chinesischen Gebrauchsanleitung Klavierspielen lernen - aber das ist die Situation, in der die Kleine gerade steckt: von ihr werden in einer fremden Sprache Dinge verlangt, die sie noch nie gelernt hat.

    Wenn dir noch so abslout das Basiswissen fehlt, (was ja keine Schande ist ,wenn du's ändern willst!), bleibt dir einfach nichts weiter übrig, als samt Hund zu jemandem zu gehen ,der euch die Grundlagen für ein gutes Zusammenleben beibringt, sprich: Schule oder Trainer. Auch wenn du dafür erstmal knackig sparen mußt - mit Internet-Tips wird das eher nicht getan sein.

    Koch dir eine Tee, atme tief durch und stell dir ganz nüchtern, ohne Psychodrama, Selbstmitleid und Endlostränen die eine, entscheidende Frage: Willst du einen Hund oder nicht? Bis du nur momentan überrrumpelt, weil sich der Welpe wie ein Welpe benimmt - oder hast du tatsächlich, wie du es zweimal schreibst, überhaupt keine Freude an dem kleinen Tier?

    Ist das Lebewesen Hund, das nun mal nicht als Schmusetier, Kumpel, "Fellnase" oder Lifestyle-Accessoire mit An- und Abschaltknopf geboren wurde, in Wirklichkeit überhaupt nicht das, was du wolltest? Mach dir nichts vor: Welpen mit ihrer Baby-Kondition sind vergleichsweise einfach, richtig fordernd wird das erst noch, wenn der Kleine kräftiger und selbstbewußter wird.

    Das ist alles kein Problem, nur eins muß wirklich immer dasein: diese Freude. Wenn du, bei allem Streß, nicht grundsätzlich lächeln kannst, wenn du den Kleinen ansiehst, wenn du dich nicht ganz simpel freust, ihn in deinem Leben zu haben, hat das alles wenig Zweck.

    Das zuzugeben, ist keine Schande, wenn du schnell die Konsequenzen ziehst und dem Welpen einen besseren Neustart ermöglichst. Damit, ihn unter Psychodramen, Seelenmatsch und "hab ich mir nicht so vorgestellt" widerwillig weiterzuschleppen, bis du den geplatzten Traum nur noch um jeden Preis loswerden willst, ist weder dem Hund noch dir gedient.

    Also: komm zur Ruhe, denk an den Hund, nicht an deine verletzten Gefühle, triff eine Entscheidung, steh dann wirklich dazu - und dafür alles Gute!

    Mein Terrier ist mit 12 Wochen mit Schwung in den Teich gesprungen, um Goldfische zu greifen und fand die Oktober-Kälte und die Bodenlosigkeit so fies, daß sie bis heute, mit fast drei Jahren, nicht schwimmt. Wasserfreudig ist sie bis zum Geht-Nicht-Mehr und läßt keine Pfütze aus, aber den Boden unter den Pfoten möchte sie lieber nicht verlieren.

    Ich forcier's allerdings auch nicht - ich war schon sehr froh darum, daß sie einer tollen Beute nicht schwimmend nachsetzt. Vor allem bei den Schwänen auf der Ostsee, als ich mich schon selbst in eiskaltem Wasser mit Steinuntergrund und ablandiger Strömung schwimmen sah, um meinen abtreibenden Kleinhund zu retten - aber gottseidank blieb sie kurz vor dem Loschwimmen im Wasser stehen und ließ sich abrufen.

    Bei ihren Vorgängern war übrigens alles dabei, von spontan lospaddeln im Welpenalter über das erste Schwimmen mit vier Jahren bis hin zum absoluten Wasser-Vermeiden. Irgendwelche Regeln, an die sich dein Welpe halten müßte, gibt's da also nicht.

    Darf ich mich da bitte mal wärmstens anschließen, mit einer kleinen Ergänzung: im Mai werden garantiert nicht "alle Felder niedergemäht".

    Dann fiele nämlich die Ernte aus, der Bauer wäre pleite, und du könntest hungern. Das grüne Zeugs, das da auf Feldern steht, ist frühstens im Juli erntereif, wenn's gelb ist. Erkennt man daran, daß danach a.) überall Stoppelfelder sind und b.) dein Hund wieder frei laufen darf - mit der Getreideernte kommt nämlich auch das Ende der Brut- und Setzzeit.

    Was jetzt niedergemäht wird, sind Wiesen, und das passiert, damit andere Tiere als unsere Hunde was zu fressen haben. Und weder diese Tiere noch die bösen Bauern stehen auf geschnetzelte Rehkinder in der Silage - dann kannst du das kostbare Futter nämlich wegschmeißen.

    Sportlich, peppig, ein toller Allrounder und nicht plüschig, sondern drahthaarig wäre zum Beispiel ein Airedaleterrier - vielleicht siehst du dir hier mal den Henry & Harvey-Thread an?

    Ist sicher nicht so kompliziert, daß nicht auch ein Anfänger mit ihm glücklich werden könnte - allerdings müßtest du schon eine Menge Lauflust, ein fröhliches Temperament und einiges an Jagdtrieb handhaben lernen. Ist beim Airedale aber deutlich einfacher als bei den kleineren Terriern, weil der Airedale insgesamt mehr als Allround-Gebrauchshund gezogen, also viel führiger und kooperationsbereiter ist. Einer der wenigen Hunde, die so ziemlich alles können und mitmachen, wenn du es ihnen nur beibringst.