Daß Hunde das Gefühl des Eingesperrtseins nicht kennen, halte ich für ein absolutes Gerücht, das die Situationseinsicht eines Hundes total unterschätzt - was natürlich für den Menschen mitunter sehr praktisch ist.
Mein Welpe sah das mit etwa zehn Wochen völlig anders: Nach der Aufzucht von sieben boxfreien Hunden wollte ich mal mit der Zeit gehen und Welpen Nr. 8 an einen Käfig gewöhnen - man weiß ja nie, wozu es gut ist. Box kam da nicht in Frage, weil ich noch nie einen Hund erlebt habe, der nicht nur die Liegeposition, sondern auch den Platz gern regelmäßig wechselt, und keinen, der es NICHT haßt, vom freien Rundumblick abgeschnitten zu werden.
Also habe ich meinem Zweikilo-Zwerg einen wunderschönen Welpenauslauf gekauft, in dem auf den Werbefotos ein Ridgeback-Wurf samt Mutter komfortabel Platz hatte, die Kleine mit offener Tür an den Zaun ums Körbchen gewöhnt, und alles war schick...
...SOLANGE besagte Tür offenblieb!
Als ich sie schloß, war der Welpe schon sehr viel weniger entspannt, fügte sich aber zunächst, peilte dann die Lage -und überwand dann die 70 (in Worten: siebzig!) Zentimeter im ersten Versuch: anspringen, nochmal abstoßen, rüberziehen - fertig.
Und das tat sie nicht etwa, weil sie den Platz nicht mochte: Sie legte sich nämlich prompt wieder ganz friedlich direkt vor das Gehege. Es war das Eingesperrtsein an sich, das ihr zuwider war. So blieb es dann auch: Tür offen: Welpe pennte entspannt drinnen, Tür zu: Welpe überwand die Begrenzung und legte sich einfach VOR den Käfig.
Natürlich hätte ich jetzt mit einer Box nachrüsten können, aber die Botschaft war angekommen: Ich hab den tollen Auslauf zerlegt, mit den praktischen Gittern Kabel, Rooter & Co geschützt, und auch dieser Welpe wuchs ungekäfigt und mit völlig freier Platzwahl auf:
War einfach streßfreier so - und kaputt ging nix.