Egal, was dir erzählt worden ist: Dein Welpe braucht nicht nur keinen Käfig (daran kannst du den Hund notfalls später immer noch in Ruhe gewöhnen), das Einsperren ist auch noch total kontraproduktiv: Du bringst ihr damit nämlich gerade zwangsweise bei, auf ihren eigenen Platz zu machen - also genau das Gegenteil von dem, was sie lernen soll.
Stubenreinheit ist ja eigentlich ganz einfach, weil jeder Welpe mit dem Drang geboren wird, seinen "Wohnraum" nicht zu beschmutzen, den saubergehaltenen Radius ständig erweitern lernt und, wenn du das ermöglichst, bald auch zwischen "drinnen" und "draußen" unterscheiden kann. Das ist dann schon alles - Unfälle passieren den Zwergen natürlich, aber sobald der Unterschied zwischen Wohn- und Toilettenzone sitzt, hast du gewonnen.
Wenn du einen Welpen nun länger fest einsperrst, unterbrichst du diesen Lernprozeß. Das Hündchen hat ja noch sehr wenig Blasen- und Darmkontrolle, muß also - zwangsweise - sehr schnell in seine Box machen. Es lernt dabei ganz fix zweierlei: 1. Es ist offenbar normal, sein eigenes Lager zu beschmutzen, und 2. das weiche Zeugs darin ist ein viel angenehmerer Untergrund zum Pinkeln als was Kaltes, Hartes draußen. Das zweite hat deine Kleine ja offenbar schon kapiert - du beschreibst es ja sehr schön.
Sperr sie also keinesfalls mehr ein, einmal, weil Streß (den sie dabei ja hat), sehr auf Darm und Blase geht, zum anderen, weil sie wirklich schon auf einem unerwünschten Weg zu sein scheint. Überspitzt gesagt: besser, sie geht wenigstens ein paar Schritte von ihrem Lager weg, als immer wieder zwangsweise dahin machen zu müssen, wo sie schläft und Unsauberkeit auf diese Weise erst richtig zu lernen.
Wenn's ein kleiner Welpe wäre, würde ich dir raten, sie erstmal mit ins Bett zu nehmen, da schlafen sie nämlich meist durch, und du bist sofort wach, wenn sie sich rührt. Bei einem größeren ist die Methode mit Körbchen/Pappkarton am Bett und deiner von oben reingehängten Hand aber auch prima - da hat das Hundebaby den Körperkontakt, den es im Moment noch dringend braucht, und du ersparst dir auch gleich Nächte auf dem Fußboden.
Draußen wirst du jetzt einfach mehr Ruhe und Geduld aufbringen müssen. Ein Welpe kann sich nur lösen, wo er sich total sicher fühlt, und die große weite Welt ist für die Kleinen oft so aufregend ,daß sie ihre Geschäft schlicht "vergessen" und in der sicheren Wohnung nachholen müssen. Geht einfach immer an den gleichen, ganz ruhigen Platz und trödelt da ganz ruhig und langweilig rum, bis die Kleine sich entspannt und du sie loben kannst.
Was Action angeht: da zeigt dir der Welpe das richtige Maß ganz gut. Geht die Lütte hinterher entspannt in die nächste Runde Schlaf, war's genau richtig, ist sie zu aufgedreht oder so total erschöpft wie gestern ,war's zuviel.
Sowas merkst du genau, sobald ihr euch in ein paar Tagen besser kennt - Hauptsache, du bringst jetzt erstmal Ruhe in die ganze Sache und streßt weder dich noch den Zwerg mit zu hohen Erwartungen. Mach dich einfach locker und freu dich an deinem Hündchen: Es ist ein bezaubernder Welpe, keine Atomphysik, und ihr kriegt das alles schon hin - Zeit habt ihr ja genug vor euch!