"Dann hat man einen Hund der in die Box pinkelt und in die Wohnung sowieso und ist bei Null."
Das fürchte ich auch, nicht aus Ideologie, sondern aus Erfahrung - und meine Erfahrung nach achtmal Hundeaufziehen ist die, daß das A und O bei der Sache ist, daß der Welpe sich möglichst früh möglichst weit von seinem Lager entfernen kann, wenn er muß. Dann hat er die grundsätzliche Unterscheidung zwischen "Wohn" - und "Klobereich" drin, und die Grundlage ist da. Mein jetziger Terrier war mit neun Wochen so gut wie stubenrein, die beiden eigenen Würfe ähnlich - von Unfällen natürlich abgesehen.
WIE schwer das aber wird, wenn der Welpe nicht rechtzeitig unterscheiden lernt, davon kann ich auch ein Liedchen singen (und die TS daher durchaus verstehen!): meine Airedalehündin kam erst mit fünf Monaten und war zwar stubenrein, hatte aber, wg. Elferwurf plus Krankheit des Züchters, gelernt, daß der Garten das Klo der Wahl ist. Also im Grunde dasselbe Problem, nur sollte sie jetzt eben "gartenrein" werden, obwohl sie das Gegenteil gelernt hatte.
Mit diesem Hund hab ich dann geschlagene sechs Wochen sozusagen im Wald leben müssen, bis der Groschen fiel - ewig früh vor der Arbeit, zwischendurch, ewig spät hinterher. Das war trotz schönen Wetters die anstrengendste "Sauberkeitserziehung", die ich je mit einem Hund hinter mich bringen mußte. Bei einem Elfwochenwelpen ist das sicher leichter - der kann noch nicht so lange dichthalten, wie meine Hündin das tat.
Und geklappt hat das erst, nachdem der junge Hund wieder diesen entscheidenden Unterschied verstanden hatte, dieses "ich soll aus dem Zuhause gehen, wenn ich muß" - und wie ein Hund diesen Unterschied eingesperrt austüfteln soll, verstehe ich absolut nicht.
Wenn's bei diesem Einsperren nur darum geht, daß der Welpe sich "meldet" - das tut er frei genauso, wenn du genau hinsiehst. Kann er das wg. mangelnder Blasenkontrolle körperlich einfach noch nicht, wird er auch sofort in die Box pinkeln. Was er daraus dann schlimmstenfalls lernt: siehe oben.