Beiträge von terriers4me

    Ich kann mich da nur anschließen: für mich klingt das, als wäre das Verkriechen (denn genau das ist es) für den jungen Hund der letzte Ausweg, sich menschlichem Kontrollwahn zu entziehen.

    Es liest sich hier, als würdest du aber auch JEDE seiner Lebensäußerungen regulieren wollen, selbst noch das Hinlegen. Daß der Hund nicht mal das tun darf, wo er möchte, finde ich schon sehr zwanghaft, im wahrsten Sinne des Wortes. Was, um Himmelswillen soll sowas bringen - außer, daß der Hund sich vor dem ständigen Gegängeltwerden so weit wie möglich zurückzuziehen versucht?

    Viel mehr bleibt euch nicht mehr, wenn ihr Max klarmachen wollte, daß ihm von deinem Freund keine Gefahr droht: ihr müßt ihm die Situation buchstäblich schmackhaft machen.

    Was dein Freund bis jetzt getan hat, war ja - aus Hundesicht - eine ganz konsequentes Training zum Beißen, und ihr habt echt Glück, daß Max dafür offenbar - noch - zu gutmütig ist. Er hat dem Hund jeden Tag bewiesen: Sobald dieser Typ auf dich zukommt, wird er dir dein Futter wegnehmen und du mußt hungern - also verteidige es, so gut du kannst. Weiter kann ein Hund einfach nicht folgern. Wer ihm das Essen wann am nächsten Tag zurückgibt, ist da egal. Den Zusammenhang kapiert er eh nicht.

    Ich würde den Hund ja einfach in Frieden fressen lassen, und fertig. Aber wenn euch das jetzt so wichtig ist, daß dein Freund da rankann, macht Max das buchstäblich schmackhaft. Zum Beispiel damit, daß erst wenig im Napf ist, und dein Freud bei jedem Dazukommen noch was Tolles obendrauf spendiert und dann sofort wieder weggeht - dann lernt der Hund, daß die Situation nicht bedrohlich und Ruhigbleiben für ihn lohnend ist.

    Ihr werden aber sicher viel Geduld brauchen, denn er ja leider einen Zusammenhang schon sehr gut gelernt: Freund kommt, und das bedeutet: ich muß gleich hungern. Eigentlich klar, daß ihn das absolut nicht begeistert, oder?

    Komischerweise hat meine Hündin beim Körbchen-Pinkeln genaus dasselbe gemacht: Sie ist direkt vor mir auf die frische Decke gegangen und hat mir ins Gesicht gesehen, während sie draufpinkelte. Dieser Mangel an "Unrechtsbewußtsein" hat mich auch ziemlich schnell auf die Idee gebracht, daß sie da gezielt irgendwas fürchterlich Störendes übermarkierte (also nicht etwa nicht stubenrein war!) - und wie gesagt: als der betreffende Waschpulvergeruch weg war, hat sie's nie wieder getan.

    Ich würde euch sehr wünschen, daß die Lösung auch so simpel ist - manchmal ist schon schwer nachzuvollziehen ,wie die Viecher ticken!

    Ich würde es auch mit einer Grundreinigung versuchen, die möglichst alle Gerüche in der Umgebung nimmt/überdeckt. Meine Hündin hat mich mal ziemlich verblüfft, weil sie nach Jahren plötzlich anfing, in ihr Körbchen zu pinkeln - sie konnte aus irgendeinem nur ihr verständlichen Grund plötzlich das Waschmittel nicht mehr leiden und hat jede frische Decke kurzerhand markiert. Nach Waschmittel-Wechsel war's sofort vorbei.

    Zusätzlich zu einer Grundreinigung würde ich auch einen zusätzlichen Spaziergang einschieben, das Alter könnte hier nämlich auch mitspielen. Mit acht ist die Hündin auf der Schwelle zum Seniorenalter, es könnte also sein, daß ihre Blase nicht mehr das ist, was sie mal war, vielleicht sogar gereizt oder entzündet, sie deutlich häufiger muß als früher und sich fürs kleine Pinkeln zwischendurch einfach den gemütlichsten Platz gesucht hat....

    So what? Bei uns ist die fast tägliche Standardfrage: "Ooooh - ist das der aus 'Die kleinen Strolche'?" Dann sag ich freundlich: "Nö, das ist der aus 'Tim und Struppi'", und alle gehen zufrieden ihrer Wege.

    Kostet vielleicht zehn Sekunden, tut mir gar nicht weh und erspart vielleicht dem nächsten Hundehalter den Anschiß oder den Giftköder.

    Das klingt, als wäre er einfach noch ganz schrecklich unsicher, was ja aus seiner Hundesicht verständlich ist: Er hat gerade erst seine Menschen und sein langjähriges Zuhause verloren, und du sollst jetzt nicht auch wieder verschwinden.

    Ich denke, da gibt sich einiges, wenn er zur Ruhe kommt, und in die Begrüßung kannst du ja auch selbst ein bißchen Gelassenheit bringen. Zuerst total ignorieren hat meine Hibbel immer erst richtig zum Aufdrehen gebracht, insofern begrüße ich den Hund schon sofort, aber mache keinen Riesenzirkus draus. Einfach sowas wie ein "gut gemacht" oder sonst ein paar nette Worte, und dann ist Alltag. Wenn der Hund meint, noch einen Freudentanz aufführen zu müssen, ist das völlig in Ordnung, dann darf er sich damit gerne abreagieren. Ich gehe aber nicht mehr drauf ein, sondern leg meinen Kram ab und gehe zur Tagesordnung über - und der Hund tut schnell dasselbe.

    Ich würde jetzt erstmal noch garnichts ändern, sondern den Moment abpassen, in dem sie mit zunehmendem Erwachsenwerden von selbst mehr Distanz wahrt. Wie die anderen schon geschrieben haben: der Moment kommt bei jedem jungne Hund, mehr oder weniger ausgeprägt. Irgendwann brauchen die das Kontaktliegen und die ganz enge Nähe nicht mehr so dringend und zeigen das auch. Bei meinen Hündinnen war das meist so kurz vor der ersten Läufigkeit, also mit einem guten halben Jahr.

    Die Zeit bis dahin würde ich nutzen, um dem Hund, wenn technisch irgend möglich, die Platzwahl selbst zu überlassen, also mit dem Korb dem Lieblingsplatz folgen, und nicht umgekehrt. Meine jetzige Hündin blieb dann bei offener Schlafzimmertür abends immer länger auf diesem Platz und kam erst gegen Morgen die Treppe hoch ins Schlafzimmer. Das wäre dann der Zeitpunkt gewesen, an dem ich die Schlafzimmertür zugemacht hätte und sie sich mit dem endgültigen Platzwechsel leicht abgefunden hätte.

    Sonst gibt's in der Supermarkt-Kühltheke oder auf dem Wochenmarkt oft auch Gänseschmalz. Wenn du das (oder, falls dein Hund es verträgt, Schweineschmalz) in den Haferbrei rührst, kannst du dem Hund normalerweise beim Zunehmen wirklich zugucken. Selbstgekochter Kartoffelbrei mit ganz viel Fett hat einen ähnlichen Effekt, und mein Hund ist auch ebenso verrückt drauf.