Von dem Moment an, in dem das Band zwischen uns da war. Theoretisch schwer zu beschreiben, aber man spürt, wenn es "geklickt" hat, und dann gab's auch sofort Vertrauen und Freilauf. Natürlich nur in ungefährlicher Umgebung - aber das gilt für meine eigenen Hunde ganz genauso.
Beiträge von terriers4me
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Das klingt, als wäre er einfach noch ganz schrecklich unsicher, was ja aus seiner Hundesicht verständlich ist: Er hat gerade erst seine Menschen und sein langjähriges Zuhause verloren, und du sollst jetzt nicht auch wieder verschwinden.
Ich denke, da gibt sich einiges, wenn er zur Ruhe kommt, und in die Begrüßung kannst du ja auch selbst ein bißchen Gelassenheit bringen. Zuerst total ignorieren hat meine Hibbel immer erst richtig zum Aufdrehen gebracht, insofern begrüße ich den Hund schon sofort, aber mache keinen Riesenzirkus draus. Einfach sowas wie ein "gut gemacht" oder sonst ein paar nette Worte, und dann ist Alltag. Wenn der Hund meint, noch einen Freudentanz aufführen zu müssen, ist das völlig in Ordnung, dann darf er sich damit gerne abreagieren. Ich gehe aber nicht mehr drauf ein, sondern leg meinen Kram ab und gehe zur Tagesordnung über - und der Hund tut schnell dasselbe.
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Ich würde jetzt erstmal noch garnichts ändern, sondern den Moment abpassen, in dem sie mit zunehmendem Erwachsenwerden von selbst mehr Distanz wahrt. Wie die anderen schon geschrieben haben: der Moment kommt bei jedem jungne Hund, mehr oder weniger ausgeprägt. Irgendwann brauchen die das Kontaktliegen und die ganz enge Nähe nicht mehr so dringend und zeigen das auch. Bei meinen Hündinnen war das meist so kurz vor der ersten Läufigkeit, also mit einem guten halben Jahr.
Die Zeit bis dahin würde ich nutzen, um dem Hund, wenn technisch irgend möglich, die Platzwahl selbst zu überlassen, also mit dem Korb dem Lieblingsplatz folgen, und nicht umgekehrt. Meine jetzige Hündin blieb dann bei offener Schlafzimmertür abends immer länger auf diesem Platz und kam erst gegen Morgen die Treppe hoch ins Schlafzimmer. Das wäre dann der Zeitpunkt gewesen, an dem ich die Schlafzimmertür zugemacht hätte und sie sich mit dem endgültigen Platzwechsel leicht abgefunden hätte.
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Sonst gibt's in der Supermarkt-Kühltheke oder auf dem Wochenmarkt oft auch Gänseschmalz. Wenn du das (oder, falls dein Hund es verträgt, Schweineschmalz) in den Haferbrei rührst, kannst du dem Hund normalerweise beim Zunehmen wirklich zugucken. Selbstgekochter Kartoffelbrei mit ganz viel Fett hat einen ähnlichen Effekt, und mein Hund ist auch ebenso verrückt drauf.
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Nicht nur in den USA, wo manche Bundesstaaten schließlich eher aus Notwehr Kastrations-Gesetze eingeführt haben, um nicht mehr massenhaft unerwünschen Nachwuchs töten zu müssen - das ist da teilweise ähnlich kraß wie hier mit Katzen.
Hier am Ort, wo so ein Notstand in keiner Weise gegeben ist, haben wir auch einen TA, der Welpenbesitzer schon bei der Erstimpfung massiv zur Kastration drängt - und der ist sicher nicht der einzige...
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Manchmal muß man gemeinerweise sogar. Meine Hündin war mit 10 Monaten dran, weil die Gebärmutterentzündung nach der ersten Läufigkeit trotz langer Behandlung immer wieder aufflammte, und es schließlich gefährlich wurde. Ich denke auch, daß diese viel zu frühe Kastration ihr infantiles Gepinkel verlängert hat - gemacht hat sie's aber auch vor der OP, was ja eigentlich auch schon viel zu lange war.
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Ich fürchte auch, mit der ganzen Aktion vorher steigerst du ihre Aufregung nur noch weiter, und was sie dann abliefert ist eine Mischung aus großer Freude (Streß!) und dem Unterwürfigkeitspinkeln ("Bitte friß mich nicht, Fremder!") eines unsicheren jungen Hundes. Für letzteres spricht sehr, daß sie genau dann loslegt, wenn sie angefaßt wird. Also in dem Moment, in dem die "Gefahr" akut und ihr die Situation unheimlich wird, beugt sie mit dieser totalen Unterwürfigkeitsgeste sozusagen jedem Ärger vor. Daß wir Menschen sowas anders verstehen als ein Artgenosse, weiß ein Hund ja blöderweise nicht.
Kommt mir enorm bekannt vor: meine sensible Terrierhündin hat in den Alter dasselbe getan und pinkelt sogar heute, mit zweidreiviertel, noch in einer einzigen Situation: wenn fremde, große Männer sich über sie beugen, um sie zu streicheln. Da benutzt sie das Pinkeln ganz klar, um den gefährlichen Riesen zu zeigen ,daß sie "welpenhaft" klein und harmlos ist.
Bei uns hat sie übrigens nie gepinkelt, egal, wie lange wir weg waren. Es waren/sind immer diese "Vorstellungssituationen", genau wie bei deinem Hund: Aufregung, Freude und Fremde.
Geholfen hat uns da am besten, jede überflüssige Spannung rauszunehmen. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, wer denn nun Besuch zuerst begrüßen "darf" und erst recht keine solchen Rituale eingeführt. Das hätte die Aufregung und Erwartung ja immer nur weiter aufgebaut. Bei uns gibt's zwei Möglichkeiten: entweder es kommt jemand wie der Paketbote, der sie nichts angeht, dann sitzt sie inzwischen auf der Treppe frei ab, darf also dabeisein, hat aber mit der Situation sonst nichts zu tun. Dann pinkelt sie natürlich nicht.
Kriegen wir gemeinsam Besuch, begrüßen wir den auch gemeinsam, in den frühen Pinkelphasen möglichst schon an der Gartenpforte. Ich bitte die Besucher, den Hund dabei nicht zu bedrängen, also einfach den kurzen Moment abzuwarten, bis sie von selbst kommt und aktiv um Zuwendung bittet. Dann sitzen wir meist alle schon, die erste Aufregung ist vorbei, und alles geht pinkelfrei. Das klappte immer besser, und heute zeigt das Sensibelchen diese Unterwürfigkeits-Geste nur noch dann, wenn es sich "überfallen" fühlt, und das kann man vermeiden.
Wir sind also sozusagen den umgekehrten Weg gegangen: So wenig spezieller Aufstand wie möglich, und erst recht kein Wegsperr-Ritual zum gezielten Spannungsaufbau, wenn es klingelt. Hund ist ganz selbstverständlich dabei, aber nicht der Mittelpunkt, fühlt sich also nicht bedrängt und muß nicht so beschwichtigen. Pinkelte sie doch mal, wurde es eben weggewischt, und fertig. Vorher spazierengehen, daß die Blase leer ist, ist sicher generell nützlich, aber es wird das Pinkeln an sich nicht verhindern: das macht sie ja in dem Moment absichtlich, wird also notfalls auch noch den letzten Reservetropfen rausdrücken.
So hat meine Hündin diese generelle Begrüßungs-Pinkelei mit dem Älterwerden so gut wie ganz abgelegt, auch wenn es bei dem Sensibelchen ungewöhnlich lange gedauert hat - normalerweise endet sowas ja schon mit dem Welpenalter. Jetzt benutzt sie sowas nur noch in (aus ihrer Sicht!)Extremsituationen: eben dieser große Unbekannte, der sie anfassen will. Da geht sie nach wie vor auf Nummer Sicher, und damit kann ich gut leben - ich denke, wenn sie noch etwas älter und sicherer ist, wird auch das aufhören.
Mein Fazit aus den Pinkel-Jahren wäre also: je weniger Theater man um die ganze Besuchs-Sache macht, desto weniger pinkelt der Hund.
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Frank hat da, glaube ich, den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich gehöre eigentlich nicht zu denen, die meinen, daß ein Hund jederzeit das Recht hat, seinen Besitzer per Knurren in die Schranken zu weisen - aber in diesem Fall klingt das so sehr nach Notwehr, daß ich auf den Hund hören und ihm jede Zwangsbestreichlung ersparen würde.
Denk dran: Russells sind sehr extreme Hunde, offenbar auch in diesem Punkt. Ich kriege das hier gerade ganz eindruckvoll vorgeführt: Meine vorherige Hündin war eine derartige Schmuserin, daß es mir selbst oft schlicht zuviel war. Die hättest du zehn Stunden kopfabwärts hängend begrabbeln können, und sie wäre immer noch hingerissen gewesen - von Menschen befingert zu werden, war für sie einfach nur großartig.
Und ihre Nachfolgerin - sogar relativ eng verwandt - ist das exakte Gegenteil: Sie möchte NUR angefaßt werden, wenn es ihr selber paßt. Sie macht alles begeistert mit, genau wie dein Hund auch - aber in diesem Punkt hat sie ganz eigene Vorstellungen. Die lauten so etwa: Kontaktliegen gern, Dauer-Anfassen verboten.
War für mich eine ungeheure Umstellung, weil ich mich in zehn Jahren daran gewöhnt hatte, den Hund, der sich zu mir legt, automatisch zu streicheln. Aber mein Welpe vergrößerte dann SOFORT die Distanz oder entzog sich ganz - eine unmißverständliche Absage.Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Hund bei dauernder Zwangsbeglückung, vor allem noch mit Festhalten, nicht auch irgendwann geknurrt hätte. Sie ist nun mal nicht der Dauer-Kuscheltyp, und ich respektiere das und bringe sie nicht in so eine Zwangslage. Was umgekehrt den Hund dazu bewogen hat, in entspannten Situationen sehr wohl selbst um Streicheleinheiten zu bitten, und so läuft längst alles ausgeglichen.
Langer Rede kurzer Sinn: An deiner Stelle würde ich mir klarmachen, daß dein Rüde schon bewundernswert viel mit dir und für dich tut - er "hat" dich also genug. Wenn er zu all dem nicht auch noch ein Superschmuser ist, respektier das einfach. DU bist hier derjenige, der mehr will, als er geben kann, da hat Frank ganz recht.
Beförder ihn zwar von Plätzen weg, die er verteidigt (das geht zu weit!) aber laß ihm ansonsten mal ganz konsequent die Ruhe nach dem anstrengenen Programm und die Distanz, die er sich dann offenbar wünscht. Verschone ihm mal eine Zeit total mit jedem Geschmuse, und ich wette mit dir, dann wird er irgendwann zu dir kommen, wenn es ihm selbst paßt - und zwar ohne dich anzuknurren.
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Bei so einem Typ Hund wär es auch noch eine Option, einen Hufschmied zu fragen. Das ist nicht so abwegig, wie es klingt - die kommen enorm viel rum, und als Reitbegleitung wäre ein RS ja nicht das Schlechteste, falls sich jemand die Ausbildungs-Mühe machen möchte.
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"Wenn mit dem Welpen gesundheitlich alles OK ist, dann einfach selber die Erwartungen zurückschrauben und entspannen! Je ruhiger und souveräner man selber mit der Situation umgeht, desto besser ist es auch für den Hund."
Das ist, glaube ich, der Supertip schlechthin - daß er nachts durchhält, könnte ja darauf hindeuten, daß er tagsüber einfach zu hochgedreht ist. Und noch was: Wenn der Welpe so extrem ist, daß ihr ihn aus Sicherheitsgründen räumlich beschränken müßt, dann nehmt gleich einen größeren Welpenauslauf, keine Box - dadrin hat er dann noch die Chance, wenigstens minimal vom Platz zu gehen, wenn er muß (der berühmte Unterschied!), und ihr macht euch nicht alle Stubenreinheits-Übungen kaputt.
Und vor allem kann er sich da noch ein bißchen bewegen, seine Umwelt übersehen und so weiter "am Leben teilnehmen". Er kriegt also nicht noch mehr Streß, weil er plötzlich abgeschnitten in einem dunklen, engen Käfig sitzt. Da beißt sich nämlich auch der berühmte Hund in den Schwanz: In der Zeit, die ihr brauchen würdet, ihn wirklich streßfrei an solches Eingesperrtsein zu gewöhnen, kriegt ihr ihn auch so erzogen.Zum anderen: Wenn, dann nehmt ein stabiles, schweres Metallgitter - ja nicht so ein Nylonzeug wie in dem Link. Ein aufgeregter, hochgeputschter Welpe reagiert sich durch Reinbeißen und Knabbern ab (Kauen beruhigt!), und ein kleiner Terrier hat gut Kieferkraft und Ausdauer. Er wird dir das Nylon-Ding also fix zerfetzen, ist in großer Gefahr, sich zu verhängen, und wenn er auch noch was schluckt, kannst du gleich den Tierarzt mitbuchen.
Sowas haut da schon eher hin, da ist um den eigentlich Schlafplatz noch genug Raum. Obwohl: der friedlich pennende Welpe hat's auf dem Luftweg verlassen, sobald die Tür zu war - war sie offen, blieb sie entspannt drin.
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