Beiträge von terriers4me

    Bei mir haben die Russells Wunder gewirkt, nachdem ich lange mit der doch vergleichsweise sehr viel verzeihenden Gebrauchshunde-Fraktion zu tun gehabt hatte. Ein Hund, bei dem du mit Geduldverlieren nichts, aber auch garnichts erreichst, außer ihn neurotisch zu machen, und dessen Hektik dir im Zweifelsfall deine eigene gnadenlos vorspiegelt, bringt dich schon enorm zum Nachdenken und zur Selbstbeherrschung.

    Technisch gesehen: TIEF durchatmen und notfalls darüber lachen, wie dich der Köter gerade wieder vorgeführt hat - dann bist du schon mal auf dem richtigen Weg. Alles nicht ganz so ernst nehmen hilft generell ganz ungemein - du absolvierst keine Leben oder Tod-Leistungsprüfung, sondern machst nur freiwillig was Schönes mit deinem Hund!

    Als wir noch zwei Hunde, Mutter & Sohn, in der Familie hatten, hatte jeder "seinen" Menschen und so seine Extrazeit: Der Rüde ging allein mit Herrchen joggen (die Hündin haßte sowas), die Hündin fuhr allein mit mir in die Stadt (der Rüde haßte sowas). Für beide war das ein absolutes Highlight, aber sie waren auch insofern ein Sonderfall, als beide eh viel, viel lieber Einzelhund gewesen wären.

    "dann sag ich Nein und da hört sie nicht drauf und wenn sie weitermacht gehe ich weg von ihr.. also überlasse ich ihr ja in dem Moment das Feld... da ist mir auch klar, dass sie keinen Respekt hat.. aber das beißen tut auch schon langsam richtig weh.."

    Mit allem Respekt: Ich würde da ganz sicher nicht weggehen, sondern mit einem deutlichen (und ernstgemeinten!!)Nein einen Schritt auf den Kampfzwerg zu - und wenn dann nicht Ende ist, gäb's eine Ansprache, daß die Öhrchen flattern, notfalls auch mit kurzme Festhalten. Käm's öfter vor, käme der Hund jedes Mal prompt auf seinen Platz. Auf jeden Fall: ich würde hier (nochmal: es ist ein Kind!) der Konfrontation sicher nicht auch noch ausweichen - das einzige, was der Hund damit vermutlich lernt, wäre, daß Frauchen-Treiben ein sehr cooles Spiel ist. Etwas, das ich dieser Rassemischung nicht unbedingt beibrächte. Nochmal die Frage: Willst du dich auch noch so durch die Gegend scheuchen lassen, wenn sie ein Jahr älter ist?

    Nebenher: Daß eine Hündin einem nervenden Junior lange ausweicht, stimmt übrigens nur für die erste Zeit, da hat sie wirklich Engelsgeduld. Später, so ab der zehnten, zwölften Woche wurden zumindest die Hündinnen, die ich lange mit ihrem Nachwuchs erlebt habe, da sehr kurz angebunden: Wenn ein Blick nicht reichte, schossen sie hoch wie eine Natter, um sich den Unsinn zu verbitten, und der Störer suchte blitzartig das Weite - insofern hatten sie auch sehr schnell Ruhe. Sie meinten es nämlich ernst.
    Während der Vaterrüde, der zwar auch oft brüllte, sich von den Zwickern aber auch mal zu einem Spielchen verleiten ließ, ständig gepiesackt wurde, so in der Hoffnung, er könnte ja mal schwach werden. Hatte er allerdings echt genug, reichte auch da ein kurzer Knurrer, und die Bande wußte Bescheid.

    Hätt ich ja nicht gedacht..*g*..aber ich muß Bungee hier absolut zustimmen: Es geht einfach nicht an, daß du dich von einem hündischen Kindergartenkind tyrannisieren läßt - genau das passiert nämlich gerade bei euch. Wenn du jetzt schon Angst vor deinem eigenen Hund hast, wie soll das denn später laufen, wenn die jetzt etwa Fünfjährige fünfzehn ist?

    Es hilft übrigens wirklich, wenn du dir mal bewußt klar machst, daß du da ein kleines Kind vor dir hast, nicht den Hund von Baskerville und noch nicht mal eine Halbstarke - sondern ein Kind, das von der Grenzen- und Regellosigkeit überfordert ist und als Reaktion darauf gerade seinerseits maßlos wird.

    Jetzt hast du noch alle Gelegenheit, der Kleinen die Regeln des Zusammenlebens beizubringen, und die heißen eben nicht: sobald ich mich benehme wie Sau, werden mir promt Leckerchen/Spielzeug/Unterhaltung angeboten, sondern: sowas bringt mir nichts als prompten und energischen(!) Privilegien-Entzug.

    Die erste Zeit ist da die allerproblemloseste, da hat der Welpe noch einen totalen Folgetrieb, wird euch also konsequent nachtapsen. Da kannst du ihn, natürlich soweit die Umgebung ungefährlich ist, bestens frei laufenlassen und hast dabei gleich eine Supergelegenheit, das Rankommen zu üben. Das will er ja sowieso unbedingt, also belegst du es einfach gleich mit einem Kommando, lobst und belohnst es, und sobald der Zwerg selbständiger geworden ist, weiß er dann schon ,was du mit seinem Namen und/oder "Komm!" eigentlich meinst.

    Hier hast du meinen Neun Wochen-Welpen auf dem allerersten gemeinsamen Spaziergang nach 24 Stunden Zusammenleben. Die Kleine war schon ein vergleichsweise unabhängiger Typ und ging gern auf Entdeckung, aber du siehst da schon, wie sehr sie sich aufs Folgen konzentriert. Insofern völlig überflüssig, so einen Zwerg mit nervigem Leinengetüddel zu behängen.

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    Wenn's eine ausgewiesene Freilauffläche ist UND sogar noch eure Hunde nicht die sind, die zu den anderen rennen, backt euch ein Ei drauf. Erklärt der Dame so freundlich wie möglich, daß sie sich a.) nicht auf ihrem Privatgrundstück befindet, also kein Recht hat, Regeln aufzustellen, und b.)ihren Terrier ja durchaus auch dazu erziehen könnte, daß er bei ihr bleibt. Letzteres ist durchaus möglich, und etwas Erziehung kann bekanntlich generell Wunder wirken.

    Hardcore-Variante c.) nämlich, den kleinen Angreifer mal richtig einzunorden, wenn schon mit Frauchen nicht zu reden ist, so daß er euch in Ruhe läßt, gibt wahrscheinlich Höllenärger - das würde ich mir für den Fall aufsparen, daß alle anderen Stricke reißen.

    Über irgendwelche OA-Drohungen würde ich wirklich nur lachen. Will sie auch dafür anzeigen ,daß ihr eure Hunde auf einer Freilauffläche frei laufen laßt, während ihr Terrier doch viel lieber Angeleintes attackiert.......?

    Meine erste Hündin hat vor vielen Jahren mal einen Einbrecher vom Nachbarhaus verjagt, weil sie nachts plötzlich Höllenkrawall geschlagen hat und mir wirklich tobend gegen das Fenster gesprungen ist. Obwohl sie im Haus nebenan war, war's noch so laut, daß der Typ seine Aktion abgebrochen hat und durch die Gärten getürmt ist - was den Hund dann vollends wild machte. Wovon wiederum auch meine Nachbarin wach wurde, das halboffene Fenster bemerkte und die Cops holte. Die Polizei war voll des Lobes (es war ein Serieneinbrecher genannt "Drahtheini", weil auf das Aufbohren und - hakeln alter Fenster spezialisiert), die Würstchen für den Hund flossen reichlich, und der Drahtheini wurde in unserer Nachbarschaft nicht mehr tätig.

    Da wußte ich aber auch schon, daß diese Hündin ihren Vollalarm nicht für nichts einschaltete. Das erste Mal, als sie mit gerade mal zwölf Wochen nachts so getobt hatte, hatten wir den "dummen Hund" zur Ruhe gebracht - und am nächsten Morgen festgestellt, daß das Rennrad meines Bruders nachts vom Hof geklaut worden war...

    Denk auch mal praktisch: vielleicht ist ihm der normale Platz um diese Jahreszeit zeitweise schlicht zu warm? Meine Hündin zieht längst von der Kuscheldecke regelmäßig auf kühlen Untergrund um und später wieder zurück.

    Das ist aber eine Möglichkeit, die du ihm konsequent verwehrst - wo also soll er hin, um sich mal in Ruhe zu strecken?