Größenwahnsinnig ist er sicher nicht, einfach ein erwachsener Rüde, der nicht mehr jeden anderen Rüden mag und das auch deutlich zeigt - notfalls, indem er sich die Kerle energisch vom Fell hält. Mit der Körpergröße hat das erstmal wenig zu tun, für die Hunde ist Rüde erstmal gleich Rüde, egal, ob Chi oder Schäferhund. Ich denke, du reagierst da genau richtig, wenn du ihn nicht zu Kontakten zwingst, die er nicht mag.
Daß erwachsene Hunde unbedingt allesamt "sozial" miteinander auskommen müssen, ist einfach menschliches Wunschdenken - daß Hunde das oft anders sehen, zeigt dir dein Rüde ja ganz deutlich.
Meine Hündin WÄRE verhungert, und ich fürchte, bei meinen Anti-Mäkel-Experimenten war sie zeitweise dicht dran - bis sich herausstellte, daß sie leberkrank war.
Wenn du also auch nur den geringsten Zweifel daran hast, daß der Welpe gesund ist, laß ihn gründlich (!) untersuchen. Gründlich - ich bin da jahrelang von verschiedenen Tierärzten mit "alles, ok, ist rassetypisch und bei so temperamentvollen Hunden normal" oder "alles bestens ,das Tier will Sie erpressen" abgespeist worden, und habe nachher sehr bereut, daß ich einfach nicht verstanden habe, was mir mein Hund sagen wollte.
Das war sicher ein Ausnahmefall, kommt aber vor. Wenn du aber vollkommen sicher bist, daß nichts Organisches vorliegt, entscheide dich für eine Fütterungsart (Wechsel macht gern matschigen Kot) und sei konsequent - aber eben erst dann. Einen so kleinen Welpen einer so kleinen Rasse würde ich eher nicht tagelang leerlassen.
"Wie ist das denn bei Züchter (guten), wie können sie die früheren Generationen vom Wesen her beurteilen? Gibts da irgendwelche Aufzeichnungen oder so? Bzw. wie ist das, wenn ich einen Züchter aussuchen wollen würde, im besten Fall seh ich ja auch da nur die Großeltern und Eltern..!?"
Das ist wirklich die Kernfrage, die um die sich jede gezielte Zucht dreht. Ich würde mir immer wieder einen Züchter aussuchen, der mit möglichst vielen Generationen seiner Hunde schon gearbeitet hat - der kann dir da wirklich mit Erfahrungswerten helfen.
Was das Wesen angeht: natürlich vererbt sich das sehr komplex. Aber ich kann dir aus eigener längerer Erfahrung mit Pferden sagen ,daß sich gewisse grundlegende Wesenszüge, etwa ausgeprägte Sensibilität oder ein Hang zu aggressiven Reaktionen, ausgeprägt vererben. Es gibt nicht umsonst ganze Pferdefamilien, die für gewisse Charakterzüge bekannt sind. Und meine jetzige Hündin, die unter ganz anderen Umständen lebt, reagiert auf vieles geradezu lächerlich ähnlich wie ihr Vater - ein bißchen, als wäre der Rüde wirklich geklont.
Und da hast du's wieder mit den Mischlingen: Holst du dir einen Welpen aus Eltern, die schon über Generationen auf eine gewisse Wesenseigenschaft gezogen wurden, hast du eine relativ große Chance, daß der Welpe die auch mitbringt. Holst du dir einen aus Eltern, die die erwünschten Eigenschaften zwar selbst zeigen, deren Vorfahren aber Mixe waren, ist die Chance riesengroß, daß der Welpe ganz anders ausfällt, weil da irgendwelche fernen Vorfahren wieder "rausgemendelt" sind. Was beim Rassehunde-Beispiel ja nichts ändern würde, weil auch die fernen Vorfahren die gewünschte Eigenschaft trugen.
Das ist der berühmte Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp - also dem, was ein Lebewesen wirklich genetisch geerbt hat, und dem, was von diesem Genreservoir es äußerlich zeigt.
Damit wir jetzt nicht total in die Theorie abrutschen, hier mal ein lustiges Beispiel dafür, wie sehr Mixe streuen können. Die beiden hier sind meine alten Wurfbrüder, auf den Fotos dreizehn und vierzehn Jahre alt. Reinrassiger Vater mal Mischlingsmutter, und charakterlich waren sie genauso verschieden wie im Äußeren:
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Es waren klasse Hunde, die lange und glücklich lebten - aber mit ihrer Mixmutter, die ich in meiner jugendlichen Einfalt doch so gern vervielfältigt hätte, hatte keiner Ähnlichkeit. Dafür glich der Schwarze äußerlich einer Riesenkopie seiner Pudelmix-Großmutter, charakterlich aber absolut nicht. Eine totale genetische Wundertüte also - mit Züchten, das ja generationenlange Aussuchen auf bestimmte Eigenschaften bedeutet, hat sowas absolut nichts zu tun.
Das Problem ist doch: Du wirst die supertollen Hunde, die du erwartest, höchstwahrscheinlich nicht bekommen - das ist ja gerader Knackpunkt bei Zuchtversuchen mit Mischlingen: Die nachfolgenden Generationen splitten, und wie - du kannst also schlicht nicht vorhersehen ,was da rauskommen wird.
Kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen: Ich hatte nämlich vor langer Zeit auch mal so eine perfekte Hündin und habe mir nichts mehr gewünscht, als ihre Qualität reproduzieren zu können, um mein Leben lang sozusagen mit ihr zusammenbleiben zu können. Ich hab sie dann tatsächlich, auch auf tierärztlichen Rat hin (damals galt ein Wurf noch als Heilmittel gegen Scheinschwangerschft), von einem reinrassigen Vater decken lassen.
Das Ergebnis waren drei Welpen ,die untereinander unterschiedlicher nicht hätten sein können, und die sich eben auch von ihrer Mutter kaum mehr hätten unterscheiden können. Jeder dieser drei hatte die eine oder andere ihrer Qualitäten - aber keiner hatte sie in der Kombination, die sie gerade auszeichnete.
Das ist wirklich das große Problem: eine gewisse Vererbungssicherheit kannst du nur bei auf gewisse Eigenschaften durchgezüchteten Linien erwarten - bei Mischlingen bleibt es immer totale Lotterie. Die Frage wäre also: Kannst du notfalls acht oder mehr "Nieten" gut unterbringen oder behalten?
Chris hat recht - das muß ja der Supertrainer schlechthin gewesen sein....
Ist übrigens nicht so selten: meine einfach nur jugendlich temperamentvolle Terrierhündin durfte, auch mit ungefähr anderthalb, plötzlich nicht mehr mit einer Reihe gleichalter Kumpels spielen. Deren Hundeschule hatte ihren Frauchen erzählt, ein so rumtobender Hund wie meiner habe ADS und müsse un-be-dingt von ihren eigenen ferngehalten werden -sowas stecke quasi an. Ich erwähne hier gern noch, daß von den betreffenden anderen Junghunden der eine inzwischen seine Besitzerin beißt, wenn sie ihn schon wieder einfangen will, weil er ja "ruhig werden" soll, der andere Dauer-Leinenzwang hat, weil er immer wegläuft, und der dritte gern mal die Hütte zerlegt...
Es gibt also schon sehr blöde Trainer und Hundeschulen, laß dich davon bloß nicht beim Suchen entmutigen. Ein guter Trainer wird sich freuen, euch aus so einer Situation helfen zu können. Dafür sind sie nämlich da, und deine Hündin klingt wirklich nicht "kraß", einfach nur unreguliert halbstark. Das könnt mit mit ein bißchen Hilfe und Geduld sicher im Griff haben ,bis sie erwachsen ist.
Nö, deine Hündin ist halbstark und flippig und hat einfach noch nicht gelernt, ihr Temperament in den Griff zu kriegen. Klingt soweit völlig normal.
Da hilft die gute alte Erziehung ungemein: nicht nur in solchen Situationen, sondern in allen Lebenslagen immer wieder Übungen einbauen, mit denen sie lernt, sich zu kontrollieren und immer länger Ruhe zu bewahren. Natürlich mit reichlich Dampfablassen zwischendurch. Das bringt's auf die Dauer wirklich - selbst mein Terrier-Flummi sitzt inzwischen brav und frei daneben, wenn der Paketbote kommt.
Ich würde den verlinkten Therad mal durchlesen - kippende Spiele sind leider ein ziemlich häufiger Unfall - und dem Hund jedes Nachsetzen hinter der Katze von Anfang an konsequent verbieten. Nachsetzen, also Jagen, kann man ja deutlich von Kontaktaufnahme unterscheiden - nämlich daran, daß die Katze wegläuft.
Wenn ein konsequentes "Nein" da nicht genügt, würde ich den Hund auch jedes Mal auf seinen Platz schicken, und wenn er das Verbot verstanden hätte, aber trotzdem weitermachte, auch mal sehr nachdrücklich. Wenn man solche Jagdsequenzen konsequent unterbindet, ist der Hund entspannter und die Katze lebt mittelfristig deutlich sicherer.
Nicht nur in der DDR, Airedales gehörten/gehören auch hier zu den traditionellen Gebrauchshunderassen. Allerdings mit dem Unterschied, daß sie da generell deutlich "umweltfreundlicher" sind als einige andere Hundetypen. Sie sollen grundsätzlich in jeder Situation erstmal aufgeschlossen und freundlich reagieren - außer sie oder ihr Mensch werden angegriffen.
Kann alles, macht alles begeistert mit, ein perfekter Allround-Traumhund - WENN ihr bereit seid, eine Menge Pep, eine gute Dosis Schlitzohrigkeit und reichlich Jagdtrieb zu handeln. Ist aber bei den ausgeprägten Gebrauchshunde-Eigenschaften einfacher als bei kleinen Terrierrassen. Ist auch ein im Umgang angenehm ruhiger Vertreter, nicht so ein nervöser Quirl - bloß langweilen mag er sich nicht!