Beiträge von terriers4me

    Wenn's eine ausgewiesene Freilauffläche ist UND sogar noch eure Hunde nicht die sind, die zu den anderen rennen, backt euch ein Ei drauf. Erklärt der Dame so freundlich wie möglich, daß sie sich a.) nicht auf ihrem Privatgrundstück befindet, also kein Recht hat, Regeln aufzustellen, und b.)ihren Terrier ja durchaus auch dazu erziehen könnte, daß er bei ihr bleibt. Letzteres ist durchaus möglich, und etwas Erziehung kann bekanntlich generell Wunder wirken.

    Hardcore-Variante c.) nämlich, den kleinen Angreifer mal richtig einzunorden, wenn schon mit Frauchen nicht zu reden ist, so daß er euch in Ruhe läßt, gibt wahrscheinlich Höllenärger - das würde ich mir für den Fall aufsparen, daß alle anderen Stricke reißen.

    Über irgendwelche OA-Drohungen würde ich wirklich nur lachen. Will sie auch dafür anzeigen ,daß ihr eure Hunde auf einer Freilauffläche frei laufen laßt, während ihr Terrier doch viel lieber Angeleintes attackiert.......?

    Meine erste Hündin hat vor vielen Jahren mal einen Einbrecher vom Nachbarhaus verjagt, weil sie nachts plötzlich Höllenkrawall geschlagen hat und mir wirklich tobend gegen das Fenster gesprungen ist. Obwohl sie im Haus nebenan war, war's noch so laut, daß der Typ seine Aktion abgebrochen hat und durch die Gärten getürmt ist - was den Hund dann vollends wild machte. Wovon wiederum auch meine Nachbarin wach wurde, das halboffene Fenster bemerkte und die Cops holte. Die Polizei war voll des Lobes (es war ein Serieneinbrecher genannt "Drahtheini", weil auf das Aufbohren und - hakeln alter Fenster spezialisiert), die Würstchen für den Hund flossen reichlich, und der Drahtheini wurde in unserer Nachbarschaft nicht mehr tätig.

    Da wußte ich aber auch schon, daß diese Hündin ihren Vollalarm nicht für nichts einschaltete. Das erste Mal, als sie mit gerade mal zwölf Wochen nachts so getobt hatte, hatten wir den "dummen Hund" zur Ruhe gebracht - und am nächsten Morgen festgestellt, daß das Rennrad meines Bruders nachts vom Hof geklaut worden war...

    Denk auch mal praktisch: vielleicht ist ihm der normale Platz um diese Jahreszeit zeitweise schlicht zu warm? Meine Hündin zieht längst von der Kuscheldecke regelmäßig auf kühlen Untergrund um und später wieder zurück.

    Das ist aber eine Möglichkeit, die du ihm konsequent verwehrst - wo also soll er hin, um sich mal in Ruhe zu strecken?

    Ich kann mich da nur anschließen: für mich klingt das, als wäre das Verkriechen (denn genau das ist es) für den jungen Hund der letzte Ausweg, sich menschlichem Kontrollwahn zu entziehen.

    Es liest sich hier, als würdest du aber auch JEDE seiner Lebensäußerungen regulieren wollen, selbst noch das Hinlegen. Daß der Hund nicht mal das tun darf, wo er möchte, finde ich schon sehr zwanghaft, im wahrsten Sinne des Wortes. Was, um Himmelswillen soll sowas bringen - außer, daß der Hund sich vor dem ständigen Gegängeltwerden so weit wie möglich zurückzuziehen versucht?

    Viel mehr bleibt euch nicht mehr, wenn ihr Max klarmachen wollte, daß ihm von deinem Freund keine Gefahr droht: ihr müßt ihm die Situation buchstäblich schmackhaft machen.

    Was dein Freund bis jetzt getan hat, war ja - aus Hundesicht - eine ganz konsequentes Training zum Beißen, und ihr habt echt Glück, daß Max dafür offenbar - noch - zu gutmütig ist. Er hat dem Hund jeden Tag bewiesen: Sobald dieser Typ auf dich zukommt, wird er dir dein Futter wegnehmen und du mußt hungern - also verteidige es, so gut du kannst. Weiter kann ein Hund einfach nicht folgern. Wer ihm das Essen wann am nächsten Tag zurückgibt, ist da egal. Den Zusammenhang kapiert er eh nicht.

    Ich würde den Hund ja einfach in Frieden fressen lassen, und fertig. Aber wenn euch das jetzt so wichtig ist, daß dein Freund da rankann, macht Max das buchstäblich schmackhaft. Zum Beispiel damit, daß erst wenig im Napf ist, und dein Freud bei jedem Dazukommen noch was Tolles obendrauf spendiert und dann sofort wieder weggeht - dann lernt der Hund, daß die Situation nicht bedrohlich und Ruhigbleiben für ihn lohnend ist.

    Ihr werden aber sicher viel Geduld brauchen, denn er ja leider einen Zusammenhang schon sehr gut gelernt: Freund kommt, und das bedeutet: ich muß gleich hungern. Eigentlich klar, daß ihn das absolut nicht begeistert, oder?

    Komischerweise hat meine Hündin beim Körbchen-Pinkeln genaus dasselbe gemacht: Sie ist direkt vor mir auf die frische Decke gegangen und hat mir ins Gesicht gesehen, während sie draufpinkelte. Dieser Mangel an "Unrechtsbewußtsein" hat mich auch ziemlich schnell auf die Idee gebracht, daß sie da gezielt irgendwas fürchterlich Störendes übermarkierte (also nicht etwa nicht stubenrein war!) - und wie gesagt: als der betreffende Waschpulvergeruch weg war, hat sie's nie wieder getan.

    Ich würde euch sehr wünschen, daß die Lösung auch so simpel ist - manchmal ist schon schwer nachzuvollziehen ,wie die Viecher ticken!

    Ich würde es auch mit einer Grundreinigung versuchen, die möglichst alle Gerüche in der Umgebung nimmt/überdeckt. Meine Hündin hat mich mal ziemlich verblüfft, weil sie nach Jahren plötzlich anfing, in ihr Körbchen zu pinkeln - sie konnte aus irgendeinem nur ihr verständlichen Grund plötzlich das Waschmittel nicht mehr leiden und hat jede frische Decke kurzerhand markiert. Nach Waschmittel-Wechsel war's sofort vorbei.

    Zusätzlich zu einer Grundreinigung würde ich auch einen zusätzlichen Spaziergang einschieben, das Alter könnte hier nämlich auch mitspielen. Mit acht ist die Hündin auf der Schwelle zum Seniorenalter, es könnte also sein, daß ihre Blase nicht mehr das ist, was sie mal war, vielleicht sogar gereizt oder entzündet, sie deutlich häufiger muß als früher und sich fürs kleine Pinkeln zwischendurch einfach den gemütlichsten Platz gesucht hat....

    So what? Bei uns ist die fast tägliche Standardfrage: "Ooooh - ist das der aus 'Die kleinen Strolche'?" Dann sag ich freundlich: "Nö, das ist der aus 'Tim und Struppi'", und alle gehen zufrieden ihrer Wege.

    Kostet vielleicht zehn Sekunden, tut mir gar nicht weh und erspart vielleicht dem nächsten Hundehalter den Anschiß oder den Giftköder.