Beiträge von terriers4me

    ...und weil aus diesem Grund viele - auch Trainer - dazu neigen, einen Hund ständig in diesem gedeckelten, tief unterwürfigen Zustand zu halten, was natürlich tatsächlich nichts als elend ist: Dauerstreß für den Hund, ein Zeichen von Unfähigkeit beim Halter.

    Eigentlich sollte sowas nur ein kurzer Moment sein, in dem der Gemaßregelte reagiert - und dann muß es sofort sozusagen die Hand zur Versöhnung geben ,das Leben geht fröhlich weiter, und alles ist gut. No hard feelings.

    Hier sind nochmal die beiden: die Kleine ist gut vier Monate alt und hat permanent an SEINEM Statussymbol-Stock gezerrt, obwohl er schon deutlich "Laß los" gesagt hat. Dann gibt's einen kurzen, wirklich ärgerlichen Brüller:

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    ...die Delinquentin regiert, der Alte nimmt den Stock jetzt demonstrativ an "ihrem" Ende auf:

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    ....und SOFORT läßt der Druck nach und das Spiel geht fröhlich weiter - auch wenn die Kleine dem Boß jetzt vorsichtshalber erstmal nicht mehr am Unterkiefer hängt:

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    Da siehst du also, trotz Maßregelung, keinen Hund kriechen, meiden oder auch nur das Spiel abbrechen - und das ist das Fingerspitzengefühl, das den meisten Menschen auch noch im Ansatz fehlt. Darum bin ich ja so dankbar, wenn ein toller Hund diesen Job übernimmt - und würde mir eben niemals rausnehmen, da irgendwas für ihn "regeln" zu wollen.

    "Und meine beiden Großen dürfen dem Jungspund sehr deutlich sagen, wann es reicht. Wie sollte er auch anders die hündische Kommunikation lernen?

    Doch lieber hier von den seit Welpenzeit vertrauten Rüden, als von einem fremden, von dem ich nicht weiß, wie der reagiert. Ich kann ihm hundertmal sagen, er soll eine Hündin in Frieden lassen, er wird´s nicht verstehen. Ein Knurrer, ein Abschnapper der Hündin und Otto hat verstanden.

    Vielleicht sollten wir unsere Regulierungswut etwas im Zaum halten und unseren Hunden mehr Vertrauen schenken.
    Ich fahre damit sehr gut."

    Goldene Worte, Gaby - wenn ich das große Glück habe, einen Rüden im Haushalt oder zur Hand zu haben, der Welpen/Junghunde gut erzieht, dann würde ich den Teufel tun, ihm da in irgendeiner Weise "reinzureden", wenn er es für nötig hält, "aggressiv" zu werden. Auch wenn er die juvenile Nervensäge notfalls mit einem Gebrüll maßregelt, gegen das der Metro-Goldwyn-Meyer-Löwe sich wie ein Miezekätzchen anhört. Ich weiß einfach, daß er weiß, was er tut, vertraue ihm vollständig und bis jetzt hat jeder meiner Welpen bestens so hündisch gelernt und seinen "Erzieher" abgöttisch geliebt. Warum sollte man sowas deckeln?

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    Wenn er blind wird, dürfte da das Problem liegen: erblindende Hunde sind in dieser Phase so dermaßen auf ihre Bezugspersonen angewiesen, daß sie alleingelassen sehr schnell Panik bekommen: Die Welt verändert sich für sie so extrem, daß sie sich total an ihrem letzten Halt "festklammern" - und das ist ihr Mensch.

    Wir hatten hier immer eine Faustregel, die recht gut hinkam: Sobald der Welpe, der draußen frei läuft, nach dem Spaziergang todmüde umkippt oder gar richtig aufdreht (noch ein krasseres Zeichen von Übermüdung) war's zuviel. Kommt er schnell runter und schläft bald entspannt irgendwo, war's richtig.

    Wenn's mein Welpe wäre, würde ich auch weniger tun oder mir die Gänge anders einteilen. Überschnappen über den normalen Welpenwahn hinaus ist wirklich meist eine Folge von zuwenig oder zuviel neuen Eindrücken - da mußt du erstmal eine Balance finden. Wir haben in den Alter einen längeren Spaziergang gemacht, auf dem ich den Zwerg immer wieder getragen habe und der mit Hinsetz- und Schnüffelpausen bis zu einer Stunde dauerte. Ansonsten gab's nur kurze "Entsorgungsrunden" in den Garten. Das hat sich für uns besser bewährt als mehrmals am Tag zu einer aufregenden Runde loszuziehen. Sowas hätte den ohnehin schon sehr temperamentvollen Welpen unter Erwartungs-Dauerstrom gesetzt - und den hätte er ständig irgendwie abtoben müssen. So lief alles sehr entspannt ab: einmal am Tag richtig Gasgeben, ab & zu ein Spielchen zwischendurch und ansonsten Ruhe.

    ...und daß das mit dem "Rassenkram" nicht ganz ohne ist, wirst du spätestens dann feststellen dürfen, wenn du merkst daß die Welt nicht auf Münsterländer-Mixe gewartet hat: Jäger haben daran eh kein Interesse, und Nichtjäger wünschen sich keinen Hund, der regelmäßig hinter allem abgeht.

    Und dann: eine Hündin zu haben heißt noch lange nicht, daß der Rüde sich regelmäßig an ihr ausleben darf. Ich kenne viele intakte Hundepaare, bei denen die Hündin läufig so ziemlich jeden Partner akzeptierne würde - außer dem Rüden, mit dem sie zusammenlebt.

    Wir hatten auch so eins, und für den Rüden waren die Läufigkeiten zweimal im Jahr Qual pur: Sobald er sich auch nur in die Nähe der Hündin bewegte, kriegte er kräftig das Fell voll. Wir mußten sie also weniger wg. der Nachwuchsgefahr trennen, sondern eher deshalb, weil der arme Kerl sonst nur noch verprügelt in der Ecke hockte. Sowas ist wirklich nicht selten - und ob das jetzt wirklich der Traum deines Rüden wäre?

    "grundsätzlich ist dein kleiner hund nicht mit einem kind zu vergleichen, es sei denn, das kind hat eine echte waffe in der hand, und wenns geschubst wird, dann läd das kind durch... DANN gibts zwei möglichkeiten.. weggehen.. oder die knarre auf seite kloppen und dem kind ordentlich eine ********"

    Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?! Wir reden hier nicht von einem ausgewachsenen Säbelzahntiger oder dem Killer-Kid aus dem Horrorfilm, sondern von einem stinknormalen Junghund, der das Welpenalter gerade mal hinter sich gelassen hat und dem demnächst die "Waffen" wackeln werden - den brauchst du garantiert weder zu "kloppen" noch ständig irgendwo einzusperren. Der wartet schlicht nur darauf, daß ihm mal jemand mit einem ernstgemeinten (!!!) "Nein!" energisch entgegentritt und wird dann wahrscheinlich sehr erleichert sein, wenn's endlich zuverlässige Regeln und Grenze gibt.

    ...und nein, ich clickere nicht, an Martin Rütter schätze ich vor allem den Unterhaltungswert, eine Schleppleine benutzen wir auch nicht, und hier donnert es bei Fehlverhalten ziemlich konsequent. Komischweise hab ich aber in mehr als 30 Jahren mit teilweise sehr kernigen Hunden noch nie einen in diesem Kindergartenalter "kloppen" oder ständig einsperren müssen (wozu soll das eigentlich gut sein - soll der Hund dann über sein Benehmen nachdenken, oder was?) Die Youngster wollten einfach nur mal wissen, wo's langgehen soll, und gut war's. Mit ner Knarre hat mich da kein kriminelles Hunde-Kind bedroht.

    Hier im Auslaufgebiet ist übrigens auch ein uralter Dackelmix der König der Welt. Glaubt er jedenfalls. Der alte Knabe knurrt schon löwenmäßig, wenn ein anderer Kerl nur am Horizont auftaucht.

    Die anderen, großen Rüden kennen ihn natürlich, nehmen das längst nicht mehr ernst und halten sozusagen achselzuckend Abstand von dem knötterigen Opa, worauf er dann nochmal hinterherknurrt, pinkelt und kratzt. Finde ich immer wieder faszinierend, wie locker dieses tägliche Ritual abläuft: Nix passiert, keine Hackordnung, sondern ein lockeres "man kennt sich halt", und alle gehen friedlich weiter ihrer Wege.