Wenn du dir zutraust, reichlich Temperament und Jagdtrieb in geregelte Bahnen zu lenken - der hier macht alles mit:
Beiträge von terriers4me
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"grundsätzlich ist dein kleiner hund nicht mit einem kind zu vergleichen, es sei denn, das kind hat eine echte waffe in der hand, und wenns geschubst wird, dann läd das kind durch... DANN gibts zwei möglichkeiten.. weggehen.. oder die knarre auf seite kloppen und dem kind ordentlich eine ********"
Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?! Wir reden hier nicht von einem ausgewachsenen Säbelzahntiger oder dem Killer-Kid aus dem Horrorfilm, sondern von einem stinknormalen Junghund, der das Welpenalter gerade mal hinter sich gelassen hat und dem demnächst die "Waffen" wackeln werden - den brauchst du garantiert weder zu "kloppen" noch ständig irgendwo einzusperren. Der wartet schlicht nur darauf, daß ihm mal jemand mit einem ernstgemeinten (!!!) "Nein!" energisch entgegentritt und wird dann wahrscheinlich sehr erleichert sein, wenn's endlich zuverlässige Regeln und Grenze gibt.
...und nein, ich clickere nicht, an Martin Rütter schätze ich vor allem den Unterhaltungswert, eine Schleppleine benutzen wir auch nicht, und hier donnert es bei Fehlverhalten ziemlich konsequent. Komischweise hab ich aber in mehr als 30 Jahren mit teilweise sehr kernigen Hunden noch nie einen in diesem Kindergartenalter "kloppen" oder ständig einsperren müssen (wozu soll das eigentlich gut sein - soll der Hund dann über sein Benehmen nachdenken, oder was?) Die Youngster wollten einfach nur mal wissen, wo's langgehen soll, und gut war's. Mit ner Knarre hat mich da kein kriminelles Hunde-Kind bedroht.
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Wenn du dabei bist, laß auch die Augen untersuchen - meine Russellhündin hat sich ziemlich exakt so benommen, als sie blind wurde.
So schlimm muß es ja nicht gleich sein, aber vielleicht sieht deine Hündin unter gewissen Lichtverhältnissen schlechter, und das macht ihr dann Angst - es sind ja nun mal große Sensibelchen! -
Hier im Auslaufgebiet ist übrigens auch ein uralter Dackelmix der König der Welt. Glaubt er jedenfalls. Der alte Knabe knurrt schon löwenmäßig, wenn ein anderer Kerl nur am Horizont auftaucht.
Die anderen, großen Rüden kennen ihn natürlich, nehmen das längst nicht mehr ernst und halten sozusagen achselzuckend Abstand von dem knötterigen Opa, worauf er dann nochmal hinterherknurrt, pinkelt und kratzt. Finde ich immer wieder faszinierend, wie locker dieses tägliche Ritual abläuft: Nix passiert, keine Hackordnung, sondern ein lockeres "man kennt sich halt", und alle gehen friedlich weiter ihrer Wege.
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Größenwahnsinnig ist er sicher nicht, einfach ein erwachsener Rüde, der nicht mehr jeden anderen Rüden mag und das auch deutlich zeigt - notfalls, indem er sich die Kerle energisch vom Fell hält. Mit der Körpergröße hat das erstmal wenig zu tun, für die Hunde ist Rüde erstmal gleich Rüde, egal, ob Chi oder Schäferhund. Ich denke, du reagierst da genau richtig, wenn du ihn nicht zu Kontakten zwingst, die er nicht mag.
Daß erwachsene Hunde unbedingt allesamt "sozial" miteinander auskommen müssen, ist einfach menschliches Wunschdenken - daß Hunde das oft anders sehen, zeigt dir dein Rüde ja ganz deutlich.
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Meine Hündin WÄRE verhungert, und ich fürchte, bei meinen Anti-Mäkel-Experimenten war sie zeitweise dicht dran - bis sich herausstellte, daß sie leberkrank war.
Wenn du also auch nur den geringsten Zweifel daran hast, daß der Welpe gesund ist, laß ihn gründlich (!) untersuchen. Gründlich - ich bin da jahrelang von verschiedenen Tierärzten mit "alles, ok, ist rassetypisch und bei so temperamentvollen Hunden normal" oder "alles bestens ,das Tier will Sie erpressen" abgespeist worden, und habe nachher sehr bereut, daß ich einfach nicht verstanden habe, was mir mein Hund sagen wollte.
Das war sicher ein Ausnahmefall, kommt aber vor. Wenn du aber vollkommen sicher bist, daß nichts Organisches vorliegt, entscheide dich für eine Fütterungsart (Wechsel macht gern matschigen Kot) und sei konsequent - aber eben erst dann. Einen so kleinen Welpen einer so kleinen Rasse würde ich eher nicht tagelang leerlassen.
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Wenn dir ein Husky gefällt (der deine Kriterien ansonsten absolut nicht trifft), wie wäre es denn mit einem Großspitz oder einem Samojeden?
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"Wie ist das denn bei Züchter (guten), wie können sie die früheren Generationen vom Wesen her beurteilen? Gibts da irgendwelche Aufzeichnungen oder so? Bzw. wie ist das, wenn ich einen Züchter aussuchen wollen würde, im besten Fall seh ich ja auch da nur die Großeltern und Eltern..!?"
Das ist wirklich die Kernfrage, die um die sich jede gezielte Zucht dreht. Ich würde mir immer wieder einen Züchter aussuchen, der mit möglichst vielen Generationen seiner Hunde schon gearbeitet hat - der kann dir da wirklich mit Erfahrungswerten helfen.
Was das Wesen angeht: natürlich vererbt sich das sehr komplex. Aber ich kann dir aus eigener längerer Erfahrung mit Pferden sagen ,daß sich gewisse grundlegende Wesenszüge, etwa ausgeprägte Sensibilität oder ein Hang zu aggressiven Reaktionen, ausgeprägt vererben. Es gibt nicht umsonst ganze Pferdefamilien, die für gewisse Charakterzüge bekannt sind. Und meine jetzige Hündin, die unter ganz anderen Umständen lebt, reagiert auf vieles geradezu lächerlich ähnlich wie ihr Vater - ein bißchen, als wäre der Rüde wirklich geklont.
Und da hast du's wieder mit den Mischlingen: Holst du dir einen Welpen aus Eltern, die schon über Generationen auf eine gewisse Wesenseigenschaft gezogen wurden, hast du eine relativ große Chance, daß der Welpe die auch mitbringt. Holst du dir einen aus Eltern, die die erwünschten Eigenschaften zwar selbst zeigen, deren Vorfahren aber Mixe waren, ist die Chance riesengroß, daß der Welpe ganz anders ausfällt, weil da irgendwelche fernen Vorfahren wieder "rausgemendelt" sind. Was beim Rassehunde-Beispiel ja nichts ändern würde, weil auch die fernen Vorfahren die gewünschte Eigenschaft trugen.
Das ist der berühmte Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp - also dem, was ein Lebewesen wirklich genetisch geerbt hat, und dem, was von diesem Genreservoir es äußerlich zeigt.
Damit wir jetzt nicht total in die Theorie abrutschen, hier mal ein lustiges Beispiel dafür, wie sehr Mixe streuen können. Die beiden hier sind meine alten Wurfbrüder, auf den Fotos dreizehn und vierzehn Jahre alt. Reinrassiger Vater mal Mischlingsmutter, und charakterlich waren sie genauso verschieden wie im Äußeren:
Externer Inhalt img5.fotos-hochladen.netInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Externer Inhalt img5.fotos-hochladen.netInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Es waren klasse Hunde, die lange und glücklich lebten - aber mit ihrer Mixmutter, die ich in meiner jugendlichen Einfalt doch so gern vervielfältigt hätte, hatte keiner Ähnlichkeit. Dafür glich der Schwarze äußerlich einer Riesenkopie seiner Pudelmix-Großmutter, charakterlich aber absolut nicht.
Eine totale genetische Wundertüte also - mit Züchten, das ja generationenlange Aussuchen auf bestimmte Eigenschaften bedeutet, hat sowas absolut nichts zu tun. -
Das Problem ist doch: Du wirst die supertollen Hunde, die du erwartest, höchstwahrscheinlich nicht bekommen - das ist ja gerader Knackpunkt bei Zuchtversuchen mit Mischlingen: Die nachfolgenden Generationen splitten, und wie - du kannst also schlicht nicht vorhersehen ,was da rauskommen wird.
Kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen: Ich hatte nämlich vor langer Zeit auch mal so eine perfekte Hündin und habe mir nichts mehr gewünscht, als ihre Qualität reproduzieren zu können, um mein Leben lang sozusagen mit ihr zusammenbleiben zu können. Ich hab sie dann tatsächlich, auch auf tierärztlichen Rat hin (damals galt ein Wurf noch als Heilmittel gegen Scheinschwangerschft), von einem reinrassigen Vater decken lassen.
Das Ergebnis waren drei Welpen ,die untereinander unterschiedlicher nicht hätten sein können, und die sich eben auch von ihrer Mutter kaum mehr hätten unterscheiden können. Jeder dieser drei hatte die eine oder andere ihrer Qualitäten - aber keiner hatte sie in der Kombination, die sie gerade auszeichnete.
Das ist wirklich das große Problem: eine gewisse Vererbungssicherheit kannst du nur bei auf gewisse Eigenschaften durchgezüchteten Linien erwarten - bei Mischlingen bleibt es immer totale Lotterie. Die Frage wäre also: Kannst du notfalls acht oder mehr "Nieten" gut unterbringen oder behalten?
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Chris hat recht - das muß ja der Supertrainer schlechthin gewesen sein....
Ist übrigens nicht so selten: meine einfach nur jugendlich temperamentvolle Terrierhündin durfte, auch mit ungefähr anderthalb, plötzlich nicht mehr mit einer Reihe gleichalter Kumpels spielen. Deren Hundeschule hatte ihren Frauchen erzählt, ein so rumtobender Hund wie meiner habe ADS und müsse un-be-dingt von ihren eigenen ferngehalten werden -sowas stecke quasi an.
Ich erwähne hier gern noch, daß von den betreffenden anderen Junghunden der eine inzwischen seine Besitzerin beißt, wenn sie ihn schon wieder einfangen will, weil er ja "ruhig werden" soll, der andere Dauer-Leinenzwang hat, weil er immer wegläuft, und der dritte gern mal die Hütte zerlegt...Es gibt also schon sehr blöde Trainer und Hundeschulen, laß dich davon bloß nicht beim Suchen entmutigen. Ein guter Trainer wird sich freuen, euch aus so einer Situation helfen zu können. Dafür sind sie nämlich da, und deine Hündin klingt wirklich nicht "kraß", einfach nur unreguliert halbstark. Das könnt mit mit ein bißchen Hilfe und Geduld sicher im Griff haben ,bis sie erwachsen ist.