Das sind aber doch alles Regeln, die einem schon der gesunde Hunde-Menschenverstand vorgibt - wenn sowas inzwischen als "dog whispering" gilt, sagt das schon enorm viel darüber, wie sehr genau dieser Verstand den Bach runtergeht.
Genau das ist aber in der Praxis auch auffallend: Ich lasse zum Beispiel jeden Hund nach dem Ableinen noch einen Moment still absitzen, bevor er auf Handzeichen losrasen darf. Hab ich mir beim Mehrhundeausführen aus ganz praktischen Gründen angewöhnt (du möchtest einfach nicht, daß einer wild losstürzt, während du mit der Hand am Halsband des zweiten/dritten bist) und beibehalten, weil auch einen Einzelhund ein Moment der Konzentration vor der großen Freiheit die Manieren deutlich versbessert.
Wir machen's automatisch, finden das normal, und früher fanden's die Mithundehalter auch. Aber in den letzten Jahren werde ich plötzlich dauernd gefragt, ob sowas nicht "Kontrollzwang" sei, Hundetrainerin XYZ fände das nämlich.
Und meine Bekannte, die ihre beiden gut erzogenen, freundlichen Rüden bei Hundebegegnungen erstmal ins Fuß nimmt, statt Labbi plus großem schwarzen Schäferhund mit Karacho auf andere zustürmen zu lassen, ist inzwischen beim eher unbedarften Hundebesitzerinnen-Publikum in den Ruf gekommen, gefährliche Hunde zu führen, weil sie die so "zwanghaft kontrolliert". Das wäre vor zehn Jahren auch noch undenkbar gewesen.
Lehrt inzwischen aber dieselbe Trainerin - und muß ich erwähnen, daß die Hunde ihrer Klientinnen nicht gerade durch gutes Benehmen Menschen gegenüber oder zivilisiertes Sozialverhalten auffallen?
Dafür ist die Dame aber gerade bei Hunde-Anfängern ganz groß in, weil "total gewaltfrei", und ich schätze mal, die Resultate ihres Trainings werden in den Augen ihrer Besitzer irgendwann geradezu nach einem Cesar Millan-Typ schreien, der, no matter how, endlich Grenzen setzt - ein schönes Beispiel für das gezielte Schaffen von Nachfrage....