Beiträge von terriers4me

    Ich fürchte, würde mein Hund würde durchaus ein gewisses Einspar-Potential bieten. In knappen (Studenten-)zeiten besaß meine Hündin genau ein Lederhalsband, ein Ledergeschirr, ein Kettenhalsband zum Baden, eine Lederleine und ein von meinen Eltern abgestaubtes, wunderschönes Shetlandwoll-Plaid zum Draufliegen. Dazu je ein Billig-Plastikschüsselchen für Futter & Wasser. Zuhause hatte sie natürlich noch ein schönes Körbchen, das war's dann auch schon, und komischerweise haben wir auch nie was vermißt.

    Wenn ich mich da heute so umsehe - der Hund wurde über die Jahre immer kleiner, die Ausstattung dafür immer umfangreicher....

    Ich schätze, ein Hund wäre schlicht zu intelligent für die Nummer, würde Ursache und Wirkung schnell durchschauen und dann eben nicht folgern: "Hey, der hilft mir", sondern "Hey, auch der attackiert mich".

    Mein junger Terrier hat blitzschnell rausgehabt, daß die beim Durchstartversuch von hinten anfliegende Leine eben nicht vom Himmel fiel, sondern sozusagen mein verlängerter Arm war. Was in dieser Situation absolut erwünscht war, aber im Falle des Schäferhundes ebenso fatal wäre.

    Wenn der erstmal schlußfolgert: "Hey, sogar auf Distanz lassen mich Menschen mich nicht in Ruhe!", habt ihr ein RICHTIGES Problem.

    Das Ganze klingt für mich auch sehr nach fehlverdautem Monty Roberts und unterschätzt zudem die Intelligenz eines Hundes sträflich.

    Ich würde jede Wette darauf eingehen, daß selbst ein mäßig kluger Hund den Zusammenhang "Mensch kommt-Generve geht los" ziemlich fix durchschaut hat. Das schafft nämlich selbst ein Pferd nach dem ersten Round-Up-Schock ziemlich bald, und wie beruhigend und vertrauensbildend sich sowas langfristig auswirkt, mag sich jeder selbst vorstellen.

    Auch wenn das weniger spektakulär ist und vermutlich nie ins Fernsehen kommt: Ich würde darauf setzen, den Hund an einen Maulkorb zu gewöhnen, ihn möglichst dicht in mein Leben zu nehmen und ihn 24/7/365 in langsam, vorsichtig gesteigerten Alltagssituationen erleben zu lassen, daß er bei mir sicher ist, aber auch nach meinen Regeln spielen muß.

    Kostet sicher sehr viel Geduld und Geschick, schafft aber (wenn wir hier schon von fragwürdigem Pferde- auf Hundetraining schließen wollen) die einzige solide Basis: echtes, gewachsenes Vertrauen.

    Sich selbst einzugestehen ,daß das ein zu mühsamer, schwieriger Weg ist und folglich die Finger von einem so schwierigen Hund zu lassen ist nicht ehrenrührig und vielleicht sogar klug - so ein Tier noch absolut fragwürdigen Spielchen auszusetzen, ist alles andere als das.

    Tomatenmark hilft gut, ja, und

    1. hast du danach tatsächlich einen weißen Hund mit Rosaschimmer

    ..aber 2. verfliegt der wesentlich schneller als der Ursprungs-Gestank.

    ...und 3.: Einem entschlossenen Profi-Wälzer merkst du seine Absicht manchmal tatsächlich nicht mehr rechtzeitig an, Vorher-Schnüffeln ist eher die Nummer für Amateure. Mein Terrier kann inzwischen Galopprolle: Rennalopp, Hinschweißenüberschlag, Renngalopp. Da komm ich gerade mal bis zum "PF....!!!!!!", bis der Köter schon wieder im Vollgas ist.

    "Der Unterschied liegt darin, wie nah die Beschäftigung der ursprünglichen Veranlagung kommt"

    Unbestritten. Aber wir waren da ja noch bei "dem Hund" - und die einzige wirklich "artgerechte" Beschäftigung für canis lupus familiaris im Allgemeinen ist ja nun mal die Jagd - auch wenn das eine betagte englische Bulldogge vermutlich etwas anders sähe.

    Die Spezialisten sind dann wirklich ein weites Feld, erklären aber sehr gut, weshalb Agility ursprünglich ein Russellspaß war: für die ist ja Sprinten, Springen und vor allem blitzschnelles Durch-Tunnel-Kriechen Teil des angezüchteten Jagdverhaltens.

    Müßten wir also streng kynologisch korrekt sagen: Agility ist für hochläufige Terrier rassegerecht, für Hütehunde Blödsinn...?

    Agility dürfte etwa so artgerecht sein wie das ständige Apportieren und Abgeben-Müssen von Kunstbeute oder das Suchen nach Menschen, die ja nun nicht gerade ins "artgerecht" Beuteschema gehören. Es ist alles gleichermaßen ein vergnüglicher Ersatz für "the real thing": die Jagd.

    Wenn du einen Hund also wirklich rundum "artgerecht" beschäftigen möchtest, bleibt dir nun mal nur echtes Jagen - alles andere ist menschengemachter Ersatz.

    So what? Was bitte unterscheidet da eins von anderen - und wo ist das Problem, solange die Beschäftigung Hund und Besitzer Freude macht?

    Papiere sind übrigens - leider - inzwischen ein Muß: Als Moderasse werden Russells wie blöd vermehrt, mit allen bösen Folgen für Charakter (bei einem Terrier EXTREM wichtig!) und Gesundheit.

    Wenn du also, überspitzt gesagt, keinen neurotischen, zitternden Flexileinen-Kläffer mit chronisch kaputten Knien haben möchtest, bist du heutzutage wirklich gut beraten, zu einem guten Züchter zu gehen - möglichst zu einem, der diese Hunde arbeitet und sie schon hatte, BEVOR sie Mode wurden. Auch da können dir die Links helfen.