Beiträge von terriers4me

    Stimmt, beim Ruhehalten-Lernen hilft es ungemein, wenn's eben nicht anders geht. Ich arbeite zuhause, kann meinen Kunden ganz schlecht sagen "sorry, muß mal eben den Hund bespaßen", und anhaltendes Gekläff im Hintergrund kommt auch nicht gut.

    Also hat der Welpe wirklich von Tag 1 an konsequent gelernt, daß es hier eben lange Ruhephasen gibt - konsequent deswegen, weil da einfach jede Versuchung für mich entfiel, drinnen noch ein bißchen und noch ein bißchen mit dem süßen Hündchen zu machen. Und so lag's dann auch bald pennend oder kauend an meinen Füßen und hob sich die Temperamentsausbrüche für draußen auf - da bin ich dann natürlich richtig mit eingestiegen.

    Aber ganz ehrlich: Hätte ich das nicht durchziehen MÜSSEN, wenn ich überhaupt einen Hund haben wollte, hätte ich die Konsequenz vielleicht auch nicht aufgebracht.

    Wieviel du fütterst, kommt völlig auf den Hund und die Situation an - das ist ja gerade das Praktische an der Sache, daß du die Ration jederzeit so gut an den jeweiligen Bedarf anpassen kannst. Also davon abhängig machen, was der Hund verträgt, wie alt er ist, wieviel er gerade tut....und so weiter.

    Pro Tag - es ist einmal eine ausgewachsene Kastratin, bei der man mit Futter inzwischen ziemlich aufpassen muß, weil sie schnell ansetzt. Zum zweiten verträgt sie offenbar nicht zuviel Protein, denn wenn der Fleischanteil in der Ration längere Zeit über die Hälfte geht, fängt sie regelmäßig an, sich zu kratzen.

    Sie bekommt also roundabout 125 Gramm Fleisch, 60 Gramm (zwei Eßlöffel, trocken gewogen) aufgekochtes Getreide und nochmal gut so viel gedünstetes Gemüse, plus Öl & Co. So zweimal die Woche, wenn's Lammrippen, Kehlkopf oder Hühnerrücken zum Kauen gibt, ist der Fleischanteil schon höher, aber ansonsten rechne ich knapp und finde es schon erstaunlich, wie sparsam so ein strammer kleiner Hund im Verbrauch ist.

    Meine Hündin mußte mit zehn Monaten genau zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit kastriert werden, weil ihre Gebärmutterentzündung trotz Antibiose wieder aufflackerte. Freiwillig hätte ich den Teufel getan, nachdem ihre Vorgängerin gerade an Kastrationsfolgen gestorben war.

    Inzwischen ist sie drei, also erwachsen, und im Großen & Ganzen hat sie sich so entwickelt wie ihre drei intakten Vorgängerinnen auch, sogar in diesen "Halbjahressprüngen", die man normalerweise mit jeder Läufigkeit hat. Das Temperament wurde auch nicht weniger.

    Zwei Dinge fallen allerdings auf: Sie war lange ein totaler Kindskopf, und sie ist die "rüdigste" meiner bisherigen Hündinnen, markierfreudig bis zum Geht-Nicht-Mehr, generell ein ziemlicher Rüpel und für eine kleine Klopperei immer zu haben. Kann natürlich rasse- und individuell bedingt sein, fällt aber auf.

    Körperlich hat sie sich auf jeden Fall verändert: das Fell ist nie wieder so schön geworden wie vor der OP, sie hat einen kahlen Bauch bekommen, setzt viel schneller Gewicht an und ist ein bißchen inkontinent - was sich aber bisher mit Kürbiskernen gut im Griff behalten läßt.

    Insgesamt sind wir, gemessen am Schicksal ihrer Vorgängerin, da wohl glimpflich davongekommen - aber freiwillig hätte ich's nicht gemacht.

    Müßte für Fleisch alleine locker reichen. Ich rechne 125 Gramm pro Tag auf 7 Kilo Hund und brauche für den Basis-Monatsbedarf etwa eine halbe Schublade. Ich achte allerdings aus generellem Platzmangel darauf, möglichst nur Gewolftes in diesen praktischen, stapelbaren Päckchen zu kaufen. Kaukram wie Rinderkehlköpfe nimmt schon sehr viel mehr Platz weg - da machen wir notfalls Abstriche.

    Gut, dann sagen wir doch mal ganz nüchtern und konstruktiv, warum die TS immer wieder darauf hingewiesen worden ist, daß das, was sie jetzt schon "ans Ende" bringt, normalerweise erst der Anfang ist:

    1. der Welpe steht kurz vor dem Zahnwechsel. Wenn das Kauen jetzt schon nervt - sobald die Beißer wackeln legen sie normalerweise erst richtig los.

    2. und wichtigstens: Das ist ein Hund, der für einen Job geboren ist. Den hat er in den Genen.
    Und der heißt nicht, wie etwa bei einem Mops, "Hab deine Menschen lieb", sondern: "Jage" .
    Bisher spielt der Zwerg das nur, indem er die Tochter "jagt". Aber immerhin ernsthaft genug, daß die sich schon vor seinen Attacken fürchtet.
    Wenn er ein paar Monate älter und noch genauso überdreht ist, wird er sich da ziemlich sicher die Katzen vornehmen - und dann kommt wirklich Leben in die Bude. (Nur mal so nebenher: Kinderkneifen und Hauskatze-Jagen sind Abgabegründe Nr.1 für Jack Russells.)

    ...und 3.: Noch ist es ein netter Welpe, der wenigstens keine Probleme mit anderen Hunden macht. Auch das wird sich eines Tages ändern, wenn aus ihm ein erwachsener Rüde wird, der anderen Rüden nicht aufs Fell gucken kann. Woran übrigens auch eine Kastration nicht viel ändern würde. Diese Terrier sind nicht umsonst als "same sex - aggressive" bekannt, können da also besonders kraß werden - auch eine Baustelle, die einiges an Einsatz verlangt.

    Bilanz, ganz ohne Geschwafel: Da wartet noch einiges mehr als chaotisches Gepinkel und Geknabber - und die TS fühlt sich jetzt schon "am Ende".

    Was also wäre falsch daran, einfach mal in Ruhe zu überlegen, ob das wirklich die richtige Hund-Halter-Kombination ist - und zwar solange der Welpe noch ein Welpe ist, also anderswo gute Startchancen hätte?

    "Ich lese NIRGENDS raus dass sie nix aendern moechte"

    meaningoflife,

    ich denke, der Eindruck stammt in diesem Fall daher, daß das, sagen wir mal: nicht das erste Posting zu genau diesem Thema war, und daß sich tatsächlich überhaupt nichts geändert zu haben scheint - außer dem Alter des armen Welpen.

    Der übrigens, das nur am Rande, wirklich eine harte Nuß sein könnte: "nur mal so eben" angeschaffte Russells stammen oft auch aus "nur mal so eben"-Modehunde-Produktion - und wenn sich da Arbeitsterrier-Erregbarkeit mit einem schlechten Nervenkostüm trifft, kann das einem "ach wie niedlich"-Käufer tatsächlich richtig, richtig Freude machen. Aber auch das ist ein Fall von "selber schuld" - es ist ja im Zeitalter von Google nicht so, daß ein paar Infos vorher nicht sehr einfach zu kriegen wären.

    Der übliche Terrier-Teufelskreis also, und so einige User haben sich bemüht, der TS weiterzuhelfen. Es war schon vor Wochen davon die Rede, daß der damals neun Wochen alte Welpe ja immer noch nicht stubenrein sei und der Freund ihn wegen der Pinkelei schon wieder loswerden wolle....daß er alles Mögliche zerkaue.......und so weiter. Damals war, (wenn ich mich richtig erinnere - ansonsten pardon!) der letzte Stand, daß jetzt mal ne Box ausprobiert wird. In der sich der Zwerg nun angeblich sinnlos kläfft...

    Daß dieses Dacapo daher nicht nur uneingeschränktes Mitleid erweckt, ist vielleicht verständlich? Zumal der Kleine bald nicht mal mehr süß ist, und dies alles erst der Anfang. Wie der weitere Weg solcher Terrier nur zu oft aussieht, haben hier, denke ich, die meisten Leute schon mal in der eigenen Umgebung mitgekriegt. Ansonsten reicht ein Blick in die Kleinanzeigen. Daher der leicht gereizte Unterton, wenn man wieder einen buchstäblich armen Hund diese Richtung einschlagen sieht.

    Das ist eigentlich ganz leicht zu erreichen: Sie muß diese wirklich vielversprechenden Ansätze generalisieren.

    Sprich: Sie muß den Hund SO wuschig machen, daß er sich vorsichtshalber bei allem, was vier Beine hat, geifernd in die Seile hängt, ohne vorher wertvolle Zeit mit irgendwelchen pingeligen Unterscheidungen zu verschwenden. Gute Tips gibt's in diesem Thread ja schon genug. Wenn sie jetzt noch konsequent übt, klappt das auch bald!

    Ach Gaby, das sind aber auch harte Nüsse. Wenn das mit dem Leine-Fallenlassen schon so negativ konditioniert ist, daß die Köter einfach stehenbleiben, könntest du's vielleicht mal mit Physik versuchen: Bei Hundesichtung sofort volle Kante rückwärts reinschmeißen - Zug erzeugt doch bekanntlich Gegenzug?

    Wenn du dazu noch aus Leibeskräften "FUIIIIIIIII!" und "HIÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!" kreischt, müßten die Dicken doch ein Einsehen haben und verstehen, welche Rudel-Aktivität jetzt gefragt ist?