Das klappt, weil Canis lupus familiaris ein EXTREM anpassungsfähiges Lebewesen ist - sonst hätte er die letzten 16.000 Jahre kaum geschafft.
Und weil ein Tier im Augenblick lebt und sich nicht annähernd so viel Streß macht wie viele Übermutter-Besitzer....
Beiträge von terriers4me
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Ich würd's tun, wenn mich das Ganze allzusehr an Konstellationen erinnert, die ich im real life regelmäßig den Bach runtergehen sehe. Dazu scheinen regelmäßig drie Faktoren zu gehören:
1.) Hund, Halter & Umfeld passen absolut nicht zusammen. Klassiker wären hier der jugendliche Terrier in einer hellhörigen Großstadt-Mietshaus-Wohnung voller Kleinkinder, Wohungskatzen und Meerschweinchen.
2.) Halter ist mit total unrealistischen, vermenschlichenden Vorstellungen an die Sache rangegangen und nun bitter moralisch enttäuscht, daß alles anders läuft. Klassiker: "Jetzt hab ich den Köter schon gerettet - und trotzdem haut er immer ab/bleibt nicht alleine/pinkelt alles voll...und so weiter"
Das ist zwar beides alles andere als ideal, aber durchaus noch handelbar, weil der Mensch ja an seinen Aufgaben wachsen kann - WENN da nicht noch...
...3.) dazukommt: aus jeder Zeile klingt diese wachsende, total verständnislose Genervtheit mit dem Hund, der als Quelle allen Übels angesehen wird - als der, der allen Streß macht, statt zu erkennen, daß er ihn hat.
Wenn diese Einstellung länger vorherrscht und sich eher noch zu verfestigen scheint, weil der Köter einfach nicht funktioniert - dann finde ich es persönlich sinnvoll, getrennte Wege zu gehen, solange der Hund anderswo noch Chancen hat. -
Ganz kurzes OT: Für einen Aussie gibt's da noch eine Steigerung: Bei einer Hündin hier, die nicht nur nonstop kläfft, sondern schwächere Hunde dabei auch gern mal hetzt und kneift, sobald sie sie am Boden hat, ruft Frauchen dann immer: "Die tut nichts - die muß nur hüten!!"
Vielleicht auch noch ein nutzbringender Spezial-Tip...?
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...und, um mich den anderen nochmal anzuschließen: Sie wollte natürlich mit den Pferden nicht "spielen", sie hat sie knackig gejagt. Und da gibt's bei Pferden sone und solche: Die, die in ihre angeborene Fluchttier-Panik geraten, weglaufen (und daraufhin noch heftiger gejagt werden) und sich dabei schnell schwer verletzen können. Und die deutlich cooleren Typen, die sich schlichtweg umdrehen und den Beutegreifer ruckzuck mit Zähnen und Hufen plattmachen.
Das ist also auf jeden Fall ein sehr wenig empfehlenswertes "Spiel" - einer der Beteiligten kommt dabei fast immer zu Schaden.
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Du gibst ihr bis auf weiteres einfach keine Gelegenheit mehr zum Nicht-Kommen - du holst sie IMMER ran und übst dann unter mehr und mehr Ablenkung, bis ihr das Ganze absolut in Fleisch und Blut übergegangen ist. Sie darf wirklich nicht EINE weitere Chance haben, zu lernen, daß dein Rufen eigentlich nichts bedeutet und es deshalb kein Problem ist, es zu ignorieren.
Sei bloß froh, daß sie nicht mein Pferd gejagt hat. Dann wäre sie jetzt vermutlich tot, weil alte Mutterstuten bei sowas sehr wenig Humor aufbringen und sehr gezielt attackieren können - und du hättest mit mir auch eine richtig gute Zeit erlebt....
Ihr hattet da allesamt ein Riesenglück, das Pferd eingeschlossen, das bei sowas auch ganz schnell panisch und schwerverletzt im Zaun hätte hängen können - BITTE sieh zu, daß sowas nie wieder passiert!
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sanneb
nein, DAS meine ich natürlich absolut nicht - wenn Hunde sowas nicht spitzenmäßig könnten ,wären sie sicher heute noch Müllkippen-Wölfe.Was ich meine, ist, daß es gewisse Körpersignale gibt, die meiner Erfahrung nach eben nicht zur Manipulation eingesetzt werden (können), sondern ein echtes Problem signalisieren - und nächtliches Hecheln eines kranken Hundes würde ich immer dazurechnen.
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Bluemeleinchen,
ich denke, du liegst da nicht falsch - nur daß es eben nicht nur ein "Wunsch" ist, sondern der Hund drinnen Streß/Schmerzen/Beklemmungen hat, die draußen einfach weniger werden - und das hat Jill inzwischen gelernt und bittet deshalb um die offene Tür.Es klingt schon sehr nach einem Herz/Lungeproblem, und ich sag's nicht gerne, weil man in dieser Situation eh schon Kummer genug hat und diese Abschieds-Zeit so gräßlich ist, aber: Wenn mein Hund nachts wandern und hecheln würde, würde ich schleunigst das Herz & vor allem die Lunge abhorchen lassen - Wasseransammlungen machen sich auf diese Weise zuerst bemerkbar.
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Zum Beispiel aus mehr als dreißig Jahren Hunde- & Pferde-Erfahrung, die auch entsprechend Krankheiten und Abschiede einschließen. Ich habe wirklich noch NIE erlebt, daß hinter diesem vermenschlichten angeblichen "Manipulieren" nicht doch ein echtes, meist körperliches Problem steckte - insofern würde ich sowas bei einem de facto schwerkranken Hund absolut ausschließen.
Da ist was, was sie nachts mindestens sehr streßt, vielleicht sogar quält - und das versucht sie dir auf ihre Art mitzuteilen.
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Wenn der Hund erstmal im Modus ist, kannst du ihm vermutlich eine ganze Metzgerei vor die Füße werfen - meiner würde darauf garantiert nicht mehr reagieren. Abgesehen davon, daß ich auch keine Lust hätte, mich da regelmäßig zum Horst zu machen - es gibt Dinge, die ich irgendwann schlicht verlange, sobald ich weiß, daß der Hund sie kapiert hat.
Insofern gibt's hier schon im Ansatz zu solchen Situationen sofort eine Beschäftigung ("Fuß") und dann gehen wir einfach vorbei, notfalls im Bogen. Pöbeln tut der Terrier dabei nicht mehr, ein Hinzerren korrigiere ich kommentarlos mit der Leine und gehe einfach zügig weiter. Fertig. Bei absoluten Erzfeinden greifen wir nochmal aufs Absitzen zurück - das fällt offenbar deutlich leichter, als das Temperament im Vorwärts zu zügeln.
Anschließend gibt's dann Lob & manchmal einen Happen - aber ganz bestimmt nicht während des schlechten Benehmens.
Das wäre eh, siehe oben, total wirkungslos, weil mein Hund es genausowenig wahrnehmen würde wie ein Leckerchen als Alternative zur Hasenhetze. In solchen Situationen mußt du den Hund einfach rechtzeitig an dich "gebunden" haben, dann bleibt die Aufmerksamkeit auch - meist - bei dir. Wenn die unsichtbare Leine erstmal gerissen ist, ist die Situation eh gelaufen.
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Ganz einfach: jedes Mal, wenn Herrchen & Terrier angewankt kommen, zischt du deinem Rüden ein scharfes "passss auf, Hund!" zu - sollst mal sehen, wie er sich dann bald jedes Mal aufbaut.
Den Zeitpunkt verschiebst du dann nach vorne, bis er die Nummer schon bringt, bevor der Terrier am Horizont auftaucht - und dann könnt ihr so richtig schön eindrucksvoll auf andere Hunde zugehen. Die reagieren garantiert, und den Rest regeln die dann schon selbst!