Beiträge von terriers4me

    Bluemeleinchen,
    ich denke, du liegst da nicht falsch - nur daß es eben nicht nur ein "Wunsch" ist, sondern der Hund drinnen Streß/Schmerzen/Beklemmungen hat, die draußen einfach weniger werden - und das hat Jill inzwischen gelernt und bittet deshalb um die offene Tür.


    Es klingt schon sehr nach einem Herz/Lungeproblem, und ich sag's nicht gerne, weil man in dieser Situation eh schon Kummer genug hat und diese Abschieds-Zeit so gräßlich ist, aber: Wenn mein Hund nachts wandern und hecheln würde, würde ich schleunigst das Herz & vor allem die Lunge abhorchen lassen - Wasseransammlungen machen sich auf diese Weise zuerst bemerkbar.

    Zum Beispiel aus mehr als dreißig Jahren Hunde- & Pferde-Erfahrung, die auch entsprechend Krankheiten und Abschiede einschließen. Ich habe wirklich noch NIE erlebt, daß hinter diesem vermenschlichten angeblichen "Manipulieren" nicht doch ein echtes, meist körperliches Problem steckte - insofern würde ich sowas bei einem de facto schwerkranken Hund absolut ausschließen.

    Da ist was, was sie nachts mindestens sehr streßt, vielleicht sogar quält - und das versucht sie dir auf ihre Art mitzuteilen.

    Wenn der Hund erstmal im Modus ist, kannst du ihm vermutlich eine ganze Metzgerei vor die Füße werfen - meiner würde darauf garantiert nicht mehr reagieren. Abgesehen davon, daß ich auch keine Lust hätte, mich da regelmäßig zum Horst zu machen - es gibt Dinge, die ich irgendwann schlicht verlange, sobald ich weiß, daß der Hund sie kapiert hat.

    Insofern gibt's hier schon im Ansatz zu solchen Situationen sofort eine Beschäftigung ("Fuß") und dann gehen wir einfach vorbei, notfalls im Bogen. Pöbeln tut der Terrier dabei nicht mehr, ein Hinzerren korrigiere ich kommentarlos mit der Leine und gehe einfach zügig weiter. Fertig. Bei absoluten Erzfeinden greifen wir nochmal aufs Absitzen zurück - das fällt offenbar deutlich leichter, als das Temperament im Vorwärts zu zügeln.

    Anschließend gibt's dann Lob & manchmal einen Happen - aber ganz bestimmt nicht während des schlechten Benehmens.

    Das wäre eh, siehe oben, total wirkungslos, weil mein Hund es genausowenig wahrnehmen würde wie ein Leckerchen als Alternative zur Hasenhetze. In solchen Situationen mußt du den Hund einfach rechtzeitig an dich "gebunden" haben, dann bleibt die Aufmerksamkeit auch - meist - bei dir. Wenn die unsichtbare Leine erstmal gerissen ist, ist die Situation eh gelaufen.

    Ganz einfach: jedes Mal, wenn Herrchen & Terrier angewankt kommen, zischt du deinem Rüden ein scharfes "passss auf, Hund!" zu - sollst mal sehen, wie er sich dann bald jedes Mal aufbaut.

    Den Zeitpunkt verschiebst du dann nach vorne, bis er die Nummer schon bringt, bevor der Terrier am Horizont auftaucht - und dann könnt ihr so richtig schön eindrucksvoll auf andere Hunde zugehen. Die reagieren garantiert, und den Rest regeln die dann schon selbst!

    Klingt wirklich nach einem kleinen Einstein. Ich kannte mal einen Jagdterrier, der auf "armes Pfötchen" hin humpelnd zusammenbrach, natürlich auch nach einer echten Verletzung, für die er bedauert und verwöhnt wurde.

    Husten wäre da noch ein deutlicher technischer Schritt weiter - aber ,wie gesagt: daß ein schwerstkranker Hund willkürlich hechelt, um etwas damit zu erreichen, halte ich für unmöglich. Ich denke, es ist umgekehrt: Sie quält sich erst und sucht dann Hilfe da, wo sie es gelernt hat.

    Ein Hund kann weder bewußt hecheln noch husten, nur, um dich zu manipulieren - da stimmt immer was nicht.

    Was er sehr wohl kann, ist, sich in diesen Unwohlseins-und Unruhemomenten an den Besitzer zu wenden, um Hilfe zu bekommen - die für Jill ja offenbar im Ausweg aus der Wohnung besteht. Vermutlich hat sie nachts Schmerzen, Atemnot oder Beklemmungen und kommt damit draußen besser klar. War übrigens bei meiner alten Hündin sehr ähnlich, als sich die Lunge mit Wasser zu füllen begann: die fand nachts auch keine Ruhe mehr und wanderte hechelnd durch die Gegend, bis sie sich irgendwann wieder hinlegen konnte.

    Konditionieren will sie dich sicher nicht, weil sie das auf diese Weise schlicht nicht kann - ihr geht's in diesen Momenten einfach nur dreckig.

    Wir haben uns, glaube ich, ein bißchen zu sehr mit dem künstlerischen Ausdruck aufgehalten und darüber die Grundregel für wirkliche Erfolge vergessen: Beweg deinen Hund ansonsten so wenig wie möglich - dann ist er auf die Sekunde fit, wenn's drauf ankommt!

    Da muß so richtig eine Explosion von aufgestauter Energie, Frust und Langeweile kommen, dann klappt das sogar über längere Distanzen. Wie neulich bei dem pöbelnden Aussiemix im Park, der uns erst über gute hundert Meter Wiese hinweg auf den Hinterbeiden stehend niederkläffte, dann von Herrchen abgeleint wurde, wie der Korken aus der Sektflasche quer über besagte Wiese schoß und direkt vor meinem angeleinten Hund richtig in die Vollen ging. Während Herrchen keuchend nachsetzte und immerzu rief: "DER TUT NICHTS! DER WILL NUR BELLEN!!!"

    Das war wirklich eine Performance der Spitzenklasse, on- und offleash, athletisch perfekt, im künstlerischen Ausdruck auch sehr ansprechend, und zum Schluß sogar noch synchron, weil's dem Terrier dann auch reichte.
    Ein echter Fall von Hut ab, oder vielmehr: Leckerli her!
    Die gab's dann nämlich, als Herrchen das Herzchen sicher wieder an der Leine hatte - zum Trost, weil die böse Frau mit dem giftigen Terrier dem Hundi so einen Schreck eingejagt hatte.

    Bei Vögeln ist das ein Märchen - die haben so gut wie keinen Geruchssinn und nehmen die Kleinen auf die entsprechenden Reize hin sofort wieder an. Man darf nur nicht so lange warten, bis das Kleine zu schwach zum Schreien wird - dann fällt es durchs Raster und wird nicht mehr gefüttert.