Beiträge von terriers4me

    Die anderen haben recht: der Kleine, der ja ohnehin schon sehr temperamentvoll und sensibel ist, reagiert wie ein total reizüberflutetes Kleinkind: Er dreht am Rad.

    Daß es dir dabei ähnlich geht (und deine Stimmung kriegt er natürlich mit!) macht die Sache für ihn vollends erschreckend: Alle gewohnten Sicherheiten weg (ein Welpe weiß ja nicht, was "Urlaub" bedeutet), und Frauchen auch noch total aufgelöst - da bricht seine kleine Welt zusammen, und entsprechend aufgelöst reagiert er.

    Bringt einfach Ruhe rein - und ja: es ist wirklich ganz einfach: Erwartungen an den Hund komplett weg, notfalsl tragt ihr ihn halt oder gebt ihm die Sicherheit einer lanen Leine - so what? Statt Streß wird entspannt getrödelt und erkundet, und ihr seid für den Zwerg die Felsen in der Urlaubs-Brandung. Wenn ihr euch nicht noch gegenseitig hochdreht, sieht die Welt in ein paar Tagen bestimmt schon ganz anders aus.

    Verzweifel nicht, sieh es einfach als große Chance: du kannst dem Kleinen jetzt gleich vermitteln, daß er sich auch in fremder Umgebung auf eure Sicherheit und Souveränität verlassen kann. Das muß er einfach erstmal erfahren und lernen, damit auch er was vom Verreisen haben kann - im Moment bedeutet es für ihn nur Aufregung nud Chaos.

    Früher hätte ich gesagt: nö, die verhalten sich wie andere Hunde auch - meine Hündin hat nämlich eine inzwischen zehnjährige Aussiefreundin, die ein Muster an Verträglichkeit und guter Erziehung ist.

    Aber in den letzten zwei Jahren sind wir hier regelrecht mit Aussiewelpen überschwemmt worden, und es fällt wirklich auf, wie viele dieser Heranwachsenden nicht nur ständig nervtötend kläffen, sondern auch schnell und "von sich aus" hart zufassen. Meine Hündin hat von Aussies knapp aus dem Welpenalter schon mehrere Male beim Spielen blutige Bisse kassiert, und es gibt hier im Revier aktuell eine Menge Aussie-Ärger, immer wieder um Aggressivität gegen Spaziergänger und andere Hunde.

    Ich schätze mal, diese "süßen bunten Hunde" gehen gerade heftig in den Modehunde-Massenproduktions-unfähige Besitzer-Teufelskreis, der zum Beispiel Jack Russells in wenigen Jahren buchstäblich vor die Hunde gebracht hat.

    Das stimmt - so eine Vertreterin hab ich hier: Die war als Winzwelpe zweimal sehr erschrocken, dann hatte sie raus, daß sie nur bis zur letzten "Sichtung" zu laufen braucht, da einfach die Nase runternimmt und mich dann bequem per Spur verfolgen kann. Seitdem ist es einfach ein tolles Spiel, das wir heute noch spielen, allerdings selten: normalerweise erwischt mich der Hund schon im Ausreiß-Ansatz.

    Ihre Vorgängerin war da eine Nummer tougher. Da hab ich mich versteckt, weil sie sich mitten auf den Waldweg gesetzt und sich jedem weiteren Rückweg verweigert hatte: Der Spaziergang sollte noch nicht vorbei sein!
    Ich hab mir dann eine Viertelstunde(!) Gottweißwas abgefroren (es war Dezember), und als ich schließlich doch zurückging, saß dieser Zwerg noch haargenau am selben Fleck, sah mir gerade ins Gesicht und kam mir nicht mal entgegen. Dieser Hündin habe ich so eine Aktion kein zweites Mal geboten: ich weiß, wann ich den Kürzeren ziehe...

    Same here: meine Hund hat keine Blähungen mehr und wesentlich festeren Kot, seit es nur noch gemischte Mahlzeiten gibt, Fleisch und Gemüse allein verägt sie eher schlecht. Ich verzichte nur auf Mais- & Weizenflocken, weil beides bei der Kastratin zu sehr ansetzt und weil ich tatsächlich eine ganze Reihe kleiner Weißer kenne, die darauf allergisch reagieren. Hafer, Hirse, Reis oder auch mal Buchweizen als Pseudogetreide machen gekocht immer etwa ein Viertel der Mahlzeit aus, und, wie gesagt: seitdem klappt es allerbestens mit der Verdauung.

    Wenn homo sapiens nicht für das Zusammenleben mit Rudelstruktur & Rangordnung genetisch absolut prädisponiert ist, wüßte ich nicht, wer sonst?
    Da lassen sich doch überall die wunderbarsten Feldstudien betreiben, von der Schulhof-Clique über den Großbetrieb bis hin zum Militär, wo diese Rangordnung ja sogar noch unübersehbar optisch demonstriert wird - über Rangabzeichen nämlich.

    Und ja, ich hab auch oft den Verdacht, daß es mit uns & den Hunden weltweit deshalb so gut klappt, weil wir da, so verschieden wir sonst sind, im Kern ziemlich ähnlich ticken...

    Bei den nicht dauernd zusammenlebenden Brüdern hätte man auch nicht sagen können, wer denn da "höher" war, da wechselte es tatsächlich je nach Situation - aber daß ihre Mutter die Pfote draufhatte und das Zusammenleben nach den Vorgaben der alten Dame lief, stand wirklich lebenslang fest.

    Um so unangenehmer war es dann den hündischen Beteiligten, wenn ich mir als Mensch anmaßte, diese Vorgaben zu durchbrechen. Dieses uralte Bild spricht da wirklich für sich: Da mußten sie sich fürs Foto so dicht nebeneinander setzen. Was die alte Hündin nicht daran hindert, ihre Individualdistanz wenigstens mit einen Blick zum Sohn einzufordern - und der arme Kerl, der ja unter meinem "Sitz" steht, weiß vor Streß und "Verlegenheit" kaum noch, wen er wie beschwichtigen soll.

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    Immerhin ist er sitzengeblieben, und sie hat aufs Knurren verzichtet - heißt das nun, daß ich ranghöher war...? LOL

    "Hunde sind nicht in der Lage eine Rangfolge zu etablieren und auf Dauer zu halten."

    Das wage ich zu bezweifeln, nachdem ich meine alte Hündin im Zusammenleben mit ihrem Sohn, zeitweise mit ihren beiden Söhnen beobachten konnte. Da war die Rangfolge sowas von klar und stand sozusagen in unsichtbaren Neonbuchstaben über diesem Rudel geschrieben: "MUTTERN ZUERST!"

    Daran ließ diese Hündin niemals rütteln, die Rüden haben es auch nie ernsthaft versucht, und die Rangfolge bestand bis zum Tod der Hündin - also über immerhin neun Jahre.

    Nachdem mir das mit zwei Russells nacheinander so gegangen ist (übrigens egal mit welcher Geschirrform), benutzen wir das gute alte Halsband und sind zufrieden. Geschirr nur noch, wenn ich weiß, daß der Hund unter Umständen zappelig wird, also zum Beispiel zum Tierarzt, oder für die lange Leine während der Brutzeit und in unbekannten Gegenden.