Beiträge von terriers4me

    Mit einer Kastration kannst du leider ebensogut das Gegenteil erreichen: viele Hündinnen werden mit einem "männlicheren" (laienhaft ausgedrückt!) Hormonstatus noch deutlich aggressiver.

    Natürlich drücke ich euch trotzdem die Daumen, aber so wie sich das liest, hast du da wohl leider eins der unlösbaren Probleme: zwei erwachsene Hündinnen, die sich inzwischen buchstäblich bis aufs Blut hassen. Da ist dann, so traurig das ist, tatsächlich nur noch Weggeben einer der beiden eine Option.

    Siebzehn endlose Jahre - ich hab mir einen Hund gewünscht, solange meine Erinnerung zurückreicht, aber erst als ich siebzehn war, kriegten wir endlich einen Hauswirt, der zustimmte.

    Entsprechend hab ich dann auch überkompensiert, ein ganzes Rudel ausgeführt, Taschengeld mit Hunde-Erziehen aufgebessert, meine Hündin sogar noch mit in die Schule geschmuggelt und um ein Haar auch gleich noch "Tierisches" studiert - die Wartezeit war einfach zu lang gewesen.

    Später hab ich dann nochmal "freiwillig" verzichtet, bis Hund wieder paßte, und da war mir auch jeder Tag zuviel. Hoffe also, sowas passiert mir nicht nochmal!

    Vor der Ansteckungsgefahr hab ich natürlich auch immer gezittert, ich war ja zeitweise in der ziemlich schrägen Situation, daß mein stoffwechselkranker Hund, der nur sehr, sehr wenig Futter vertrug und noch viel weniger annahm, zeitweise beinahe von selbstgefangenen Mäusen gelebt hat. Was natürlich relativ ist: für ihre Größe war eine dicke Maus schon eine Tagesration. Die gingen immer, und die blieben komischerweise auch drin, während die tollsten Diät-Mahlzeiten regelmäßig ausgek*** wurden.

    Schon ziemlich absurd, wenn du dem Tierchen auch liebend gerne Filet mignon braten oder das absolute Spitzenfutter kaufen würdest, der Hund aber hartnäckig auf back to the roots besteht und vom "angestammten" Beutetier leben möchte. Unsere Tierärztin hat mich dann so halbwegs beruhigt, weil sie's in diesem Fall für das geringste Übel hielt. Wir haben die Hündin dann sehr engmaschig entwurmt und ihr die teilweise Selbstverpflegung gelassen. Es ging gut, und der Mäusejagd-Spaß hat sie nach ihrer Erblindung dann buchstäblich am Leben gehalten - aber ich bin schon gottfroh, daß ihre Nachfolgerin lieber problemlos aus dem Napf futtert...

    ...und daß weißgeborene Tiere (trifft auch auf Katzen & Pferde zu) diese erhöhte Neigung zur Taubheit haben, ist leider absolut kein Mythos:

    http://www.leveste.de/dalmaweb/ohrinnen.htm

    Russells als weißgrundige Hunde dürfen deshalb ohne audiometrischen Test nicht in die Zucht, und insofern kann ich mir nicht vorstellen, daß das Risiko bei weißgeborenen Boxern geringer sein kann. Ausschlag gibt doch die Färbung, nicht die Rasse?

    ...und ich habe die Hoffnung längst aufgegeben, meinen Russell "in allen Situationen sicher führen" zu können. Das ging mit den Großen bis runter zum Airedale tatsächlich, aber bei den beiden Zwergen gab's/gibt's eben doch diesen Punkt, wo schlicht die Genetik übernimmt. Da setz ich dann eben nicht mehr auf meine Führungsstärke, sondern auf die Leine, und gut ist.

    Hat erst wirklich an meinem Hundehalter-Selbstbewußtsein genagt (es ging doch mit allen anderen vorher?!), heute nehm ich's mit Humor (ich wollte ja unbedingt so einen!) Immerhin konnten wir dem Jäger letzte Woche mal wieder exakt sagen, wo die Sauen waren, die er suchte, weil der Terrier punktgenau senkrecht in der Leine gestanden hatte wie ein lebender Wegweiser. Insofern wäre CM sicher nicht mit uns zufrieden, weil ich den Hund, der tun will, wofür er geboren ist, nicht anzische, als Forumsvorbilder taugen wir auch wenig, weil das Tierchen in diesem Moment auf meine ganze Souveränität, Konsequenz und Gelassenheit pfeift ...aber zum Glück kommen wir trotzdem ganz gut klar.