Beiträge von terriers4me

    najira hat es sehr schön erklärt: Er ist WAHNSINNIG aufgeregt, weil er das Ding noch nicht einordnen kann, ihm aber durchaus schon klar ist, daß er etwas wesentlich Spannenderes vor sich hat als das übliche Spielzeug.

    Betatzen-Wollen ist die nächste Stufe der Erkundung, und ich würde das alles durchaus als Beginn einer Jagdsequenz verstehen.
    Hier hast du zum Vergleich meinen Terrier mit seiner allerersten Maus (ich hab das seelenruhig fotografiert, weil ich dachte, der Hund spielt mal wieder Jagen mit seinem Plastikblumentopf):

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    Da kannst du sowohl das aufgeregte Wedeln als auch das erkundende Drauftapsen prima sehen, die Anfänger-Unsicherheit und die hohe Konzentration des Hundes ebenfalls - wenn dir da irgendwas bekannt vorkommt, wäre ich verdammt vorsichtig. Ein Maulkorb wird deine Mäuse nämlich garantiert nicht schützen, sobald der Groschen bei Mozart fällt...

    Irgendwie auch schräg, oder?
    Jedes moderne Auto veranstaltet ein Höllenspektakel, wenn du bloß unangeschnallt losfahren willst - aber der nicht richtig verschlossene Schieber in einem Tigergehege verursacht keinerlei Warnton?

    Auf einen möglichst verfressenen Welpen zu achten, ist sicher kein Fehler - das macht das Leben eindeutig leichter.

    Meine alte JR-Hündin war das Cleverste und Eigensinnigste, was hier bisher rumgelaufen ist, mit Druck ging nix und Futterbelohnungen waren ihr schlicht scheißegal. Nahm sie nicht. Das machte es - vorsichtig gesagt - oft nicht gerade einfach, sie überhaupt zu beeinflussen.

    Die Züchterin ihrer Nachfolgerin hat sich folglich schlappgelacht, als ic h-zigmal besorgt gefragt habe, ob der Welpe auch WIRKLICH richtig schön verfressen ist - aber ich bin nach zehn Jahren mit einer "Unbestechlichen" wirklich heiß dankbar dafür.

    Lernen abseits von Konditionierung, also blitzschnelles, selbstständiges Problemlösen ist vielen Terriern ja in die Wiege gelegt, weil das für einen Baujäger eins DER Hauptzuchtziele war.

    Daß diese Typen dabei sogar sehr wohl bis zu einem gewissen Grad abstrakt denken können, bewies zum Beispiel meine jetzige Hündin mit neun Wochen auf dem ersten Spaziergang in unbekanntem Gelände. Wir waren unterwegs mit Schäferhund und Labrador, kamen an einen breiten, tiefen Bach mit steilem Ufer. Schäfer und Labbi sprangen rüber wie immer & schnüffelten angeregt auf der anderen Seite.

    Die zwei Kilo Russell scheuten vor dem unbekannten Hindernis zurück, peilten kurz die Lage - und rannten plötzlich blitzschnell und zielstrebig zehn Meter nach links. Da war die Brücke, da raste sie rüber und auf der anderen Seite strahlend zu den anderen.

    Das ging so schnell, daß uns Zuschauern wirklich der Unterkiefer runterfiel: Das Hündchen war noch nie hiergewesen, noch nie über diese Brücke gelaufen, konnte also nicht gelernt haben, wozu die gut war - und soweit ich weiß, war es sogar die erste Brücke ihres Lebens. Sie MUSSTE sich da also vorher ein abstraktes Bild gemacht haben, wozu das Ding gut war, denn in der Situation selbst hat sie keine Nanosekunde gezögert.

    Absolut faszinierend, sowas beim Problemlösen zu beobachten, aber du solltest dir schon überlegen, ob du genau das willst, vor allem als Zweithund. Diese Typen erspüren nämlich das Schlupfloch in den fremden Katzen-Garten ebenso gedankenschnell wie jede momentane Unachtsamkeit von dir, die es ihnen erlaubt, ihren eigenen Zielen nachzugehen (zum Beispiel dem Jagdausflug in besagten Katzen-Garten!)

    Manchmal sehnt man sich da schon sehr nach deinem Beispielhund, der vor der geschlossenen Terrassentür brav auf menschliche Hilfe wartet. Was ja auch ein sehr zielführendes, also "kluges" Problemlösungs-Verhalten sein kann. Unser Rüde wandte das regelmäßig vor dem Kühlschrank an, mit flehendem Blick zu Herrchen, und der spurte allerbestens - der Hund mußte nicht mal clickern!

    Das Beschwichtigen spräche nur bedingt dagegen - meine Russellhündin konnte durchaus beschwichtigen und gleichzeitig sehr energisch ihre Ziele weiter verfolgen. Die Situation war ihr zwar zuwider, aber das nahm sie dann eben in Kauf. Das kam dann wie so ein "Tut mir leid, daß du jetzt sauer bist, und ich hasse es, daß es Ärger geben könnte - aber es GEHT gerade nicht anders.."

    Ganz eindrucksvoll war das, als sie zeitweise ums Verrecken den Spaziergang nicht abbrechen wollte: dann saß dieser Halbjahres-Zwerg mitten auf dem Weg, sah mir direkt in die Augen, wedelte und beschwichtigte nonstop: Naselecken, Pfoteheben, das ganze Repertoire. Aber sie stand trotzdem ums Verrecken nicht wieder auf, solange es Richtung Heimat ging, egal, was ich dann tat. Sie blieb sogar allein sitzen, wenn ich außer Sicht ging und beschwichtigte natürlich noch heftiger, wenn ich dann doch zurückkam - aber sie saß. Sie war dann wirklich "zwiegespalten", denn sie haßte das ganze Theater eindeutig. Aber trotzdem: das einzige, was sie zum Aufstehen bewegte, war eine Richtungsänderung genau dorthin, wohin SIE wollte.

    Meinen Vater hat sie, wie gesagt, später auf diese Tour gut trainiert, für mich ließ sich das Problem damit lösen, daß ich sie dann eben unter den Arm geklemmt und weggetragen habe - das haßte sie wirklich. Nach ein paar solchen Erfahrungen gab sie diese Versuche zu meinem großen Glück auf. Wär's ein Bernhardiner gewesen, hätte ich echt nicht mehr weitergewußt...

    Ich will dir jetzt nicht noch mehr Angst machen, aber: ein Hund mit nachlassendem Augenlicht kann sich draußen ähnlich benehmen, wie du es beschreibst - der hat nämlich tatsächlich Angst vor der sich verändernden Umgebung. Das würde ich also per TA-Besuch ausschließen, ebensowie eine Gebärmutterentzündig oder sonstige körperliche Probleme.

    Scheinträchtig ist eine Hündin nach jeder, absolut jeder Läufigkeit. Das ist einfach so vorgesehen, damit sie notfalls bei den Welpen einer ausgefallenen Rudelgenossin einspringen könnte, an sich also nichts Schlimmes.

    Und ja: die Hormone spielen dann gut verrückt, und die Hündin kann da durchaus sehr seltsame Verhaltensweisen zeigen. Sie kann aber auch (sie ist ja nicht doof!!) die Rücksicht und Nachsicht, die sie während der Läufigkeit erfahren hat, einfach weiter einfordern, bestärkt von jedem Erfolgserlebnis, was schließlich hieße: Spaziergänge bitte nur noch mit Frauchen, nur noch zu Zeiten, die mir passen, nur noch an Orte, die ich mag, Umkehr nach Belieben....und so weiter.

    Meine Russellhündin hatte Herrchen da schließlich wunderbar trainiert: dem gab sie draußen die Wege vor, indem sie sich auf den Hintern setzte, sobald ihr die Richtung nicht paßte. Dann gab er prompt nach: "Sie hat sicher Angst, den anderen Weg zu gehen..."
    Gingen wir beide zusammen, ging sie problemlos mit - soweit würde ich es in eurem Fall lieber nicht kommen lassen...

    Alle Beteiligten haben da mein tiefstes Beileid, der Direktor ganz besonders.

    Und mit denen, die als Verantwortliche(!) angesichts einer schwerstverletzten, aber doch vielleicht eben doch noch lebenden Mitarbeiterin sagen würden: "Sorry, Alte, Pech gehabt - von deinesgleichen gibt's noch ein paar Milliarden mehr auf diesem Planeten, da geht der Tiger allemal vor!" hoffe ich nie zusammenarbeiten zu müssen. Bei sowas fällt mir regelmäßig Konrad Lorenz ein, der mal gesagt hat, Tierliebe plus Menschenhaß sei die furchterregendste Kombination, die er überhaupt kenne.

    Zum Beispiel, weil du ein neues Waschmittel benutzt...?

    Unser Rüde hat sich, wie gesagt, da nur einmal vergessen - die Indoor-Markierfreudige war meine frühere, intakte Russellhündin. Mit der hatte ich, als sie im besten Pubertätsalter war, durchaus Probleme: Waren wir anderswo zu Besuch, wo's nach Hund oder Katze roch, versuchte sie schon mal, blitzschnell ein paar Tropfen strategisch günstig zu placieren. Sehr schön in der Buchhandlung mit Teppichboden & eigener Hündin...Scharf im Auge behalten und ein Rüffel, sobald sie ansetzte, behoben das Problem zum Glück bald wieder.

    Bis sie dann anfing, zuhause regelmäßig auf ihre frische Körbchendecke zu pinkeln und sich von Ärger nur bedingt abhalten ließ - dann wartete sie eben auf eine bessere Chance, tat aber, was sie tun mußte. Ich war erst ziemlich ratlos, bis ich drauf kam, daß ich ja nach Jahren das Waschmittel gewechselt hatte. Offenbar wollte sie den neuen Geruch einfach nicht in ihrem Bett haben. Nach einem erneuten Wechsel war sofort wieder Ruhe.

    Die Ursache ist also bei den Normalstubenreinen in eigener Umgebung offenbar immer ein heftiger "Störgeruch" im Vertrauten - irgendwas ,das mit dem eigenen Besitzanspruch überdeckt werden soll. Wenn du dem Terrier da keinen Anlaß gibst, an seinem normalen "Besitzstatus" zu zweifeln, hat er ja auch keinen Grund, diese Zweifel auf seine Weise zu beheben...