Beiträge von terriers4me

    Das ist wirklich ein hochgradig gefährliche Kombi, die ihr euch da ausgesucht habt, jedenfalls für die nächsten Monate. Es leider kein Stück, daß die Große so freundlich ist. Eher im Gegenteil: Nettigkeit ist für den Zwerg genauso lebensgefährlich wie Aggression: Ein Welpe braucht sechs Monate, bis seine Hüften verknöchert sind. Im Moment ist da alles noch knorpelig weich, und ein spielerischer Pfotenschlag der Großen, ein tapsiges Drauftreten würden reichen, um einem solchen Winzling diese weichen Knochen zu brechen. Mein Terrier war in dem Alter schon ein Stück kräftiger, trotzdem hat mich die Züchterin für dieses erste halbe Jahr sehr eindringlich vor Gekasper mit tapsigen Großen gewarnt.

    Und deine Große ist selbst ist ja erst halberwachsen, von der kannst du wohl kaum rund um die Uhr perfekte Sebestbeherrschung verlangen. Daß sie jetzt über den Neuzugang im einenen Revier furchbar aufgeregt ist, ist ganz normal, und als Lösung dieses Dilemmas fiele mir gerade nur Beaufsichtigen rund um die Uhr ein. Auch wenn ich mir weder vorstellen kann, wie sowas praktisch machbar sein sollte.
    Selbst das würde aber keine absolute Sicherheit bieten: Ein freundliches Überrempeln, wenn die Große doch mal altersgemäß schnell aufdreht, und schlimmstenfalls ist so ein Winzwelpe Geschichte.

    Da kann man euch nur gratulieren, so ein toller großer "Onkel", der weiß was er tut, ist wirklich das allerbeste, was einem Welpen passieren kann. Nicht nur, weil die so nett spielen, sondern auch, weil die so gut erziehen können - nomalerweise stünde der Kleine jetzt ja eh unter der pädagogischen Obhut seines Vaters.

    Wir haben unseren Onkel daher extra ausgeliehen, und ich wäre auch nie auf die Idee gekommen ,dazwischenzugehen, wenn er mal etwas lauter zur Sache ging.

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    Für die Erwachsene ist der Große heute noch eine Mischung aus Übervater und Popstar - und wie sie an die Beute kommt, weiß sie natürlich längst:

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    Nur das mit dem Fressen aus einem Napf würde ich nicht zulassen, einmal, weil das später wirklich mal kippen könnte - zum andenre haben auch die geduldigsten großen Onkel mal ein bißchen Ruhe und Privatsphäre verdient.

    Mein erster Rassehund war ein Airedale (aus einer DDR-LZ-Linie), und den hab ich als sehr gesund, unproblematisch und robust erlebt, weiß allerdings nicht, ob diese Linien heute, 15 Jahre später, noch so fit sind.

    Die Voraussetzungen müßten da aber eigentlich gut sein: normale "Wolfsgröße", keine Übertreibungen in irgendeine Richtung, Hunde, die noch arbeiten können, und vor allem: lange nicht mehr Modehund gewesen!

    Im Schlafzimmer möchte ich die Hunde haben, weil ich ihre Gesellschaft mag, im Bett aber nicht. Das hab ich genau so lange durchsetzen können, bis die Russells kamen, die in ihrem Kontaktbedürfnis ja dermaßen speziell sind, daß selbst beinharte Jagdhundehalter-Machos dazu raten, die ins Bett zu lassen. ("He needs it")

    Die haben mich also breitgeschlagen, Welpen würde ich wg. Kontaktliegens erstmal ins Bett nehmen, aber einen großen erwachsenen Hund könnte ich mir da bis heute nicht vorstellen,erst recht keinen langhaarigen - das wär einfach nicht meins.

    Dieses Rätseln, was denn nun bei einer bestimmten Paarung rauskommen wird, ist ein Riesenspaß und wird natürlich erst richtig toll, wenn die Hündin tragend ist. Das Schöne ist ja: man liebt das "Produkt" nachher ohnehin, und auf dieser Grundlage läßt sich dann sehr genußvoll spekulieren.

    Aber wenn's bei dir schon um einen praktischen Welpen geht und der Kontakt zur Züchterin bereits besteht, ist es doch praktisch eigentlich recht einfach: Dann meldest du dich im Fall des Falles so früh für den Wurf an, daß du die Auswahl hast, und bittest die Züchterin, die die Zwerge ständig beobachten kann, dir ohne Rücksicht auf Geschlecht und Aussehen den/die Welpen vorzuschlagen, die dem Vater, also deinem Traumhund, ihrer Meinung nach am nächsten kommen werden.

    Dann hast du beim Aussuchen schon mal kompetente Hilfe in Richtung deines Wunschtraums - den Rest schreibt euch dann sowieso das Leben...

    ach ja: die Fettlederleine von anno 1977 ist für große Besuchshunde regelmäßig im Gebrauch und tadellos in Schuß, wenn auch mit dem zweiten Haken.

    Leinen, Halsbänder & Geschirre sind hier alle aus Leder, und ich achte auf Schnalle statt Plastikkclip, damit leben die dann auch ewig. Gewechselt hab ich nur wg. variierender Hundegröße oder für einen neuen Hund, kaputtgekaut worden ist mir bisher genau eine Leine, und die ließ sich vom Sattler reparieren.

    Am langlebigsten sind hier die Original-Drybeds: die ältesten haben bisher sechzehn Jahre, drei Hunde, davon zwei Körbchen-Scharrer, und -zig Wäschen geschafft, ohne kaputtzugehen, und ein Ende ist zum Glück noch nicht in Sicht.

    ...und das widerstandfähigste Spielzeug waren bis jetzt trockene Eichenkloben, die eigentlich für den Ofen gedacht waren, aber von den Jungterriern geklaut wurden. Selbst im Zahnwechsel dicht an unkaputtbar, nur die Rinde ließ sich abknabbern - aber sowas ist insgesamt nicht sooo toll auf dem Wohnzimmerteppich.

    jein.

    Natürlich gibt's kein Spezial-Gen für den gesitteten Umgang mit Toypudeln, aber die Grundzüge von Temperament und Charakter vererben sich meiner Erfahrung nach schon sehr. Und von denen hängt es ab, ob ein Hunde "von sich aus" überlegt, ruhig und später souverän oder eher mit wildem Karacho auf neue Situationen zugeht - eben erstmal auch auf Zwerghunde, bis er's durch Erfahrung und Training gelernt hat.

    Aber ich denke, da machst du dir wirklich zu viele Sorgen: einem auch nur halbwegs normal veranlagten und sozialisierten jungen Welpen wirst du mit Zookies Hilfe ganz schnell klar machen können, was ihr da möchtet und was nicht. Das fällt dann schon nicht mehr unter Gene, sondern unter deine Erziehung.

    Nach zwei Wochen müßte er eigentlich tatsächlich wieder der Alte sein. Da ist dann wohl doch irgendwas schiefgelaufen, zumal Pfotenbeißen ja auch ein ganz krasses Streßzeichen sein kann - und sei es, daß der wilde große Welpe zwei Wochen lang einfach viel mehr Druck für ihn war, als er vertragen konnte.

    Ein Hovawart ist ja doch eine ganz gute Hausnummer, was jugendliche Rüpeligkeit angeht. Der braucht so einen kleinen Kerl nicht mal aggressiv anzugehen, sondern kann ihn sicher schon mit Dauergekasper ziemlich an den Rand bringen. Konnte der Lütte sich denn zurückziehen, oder mußte er rund um die Uhr als lebendes Spielzeug herhalten, weil sie sich ja so gut vertragen(was übersetzt auch heißen kann: weil der Zwerg sich nicht wehrt!)? Und mußte er es mit der ganzen Truppe aufnehmen? Das kann alles reichlich zuviel für ihn gewesen sein.

    Wenn Paul körperlich gesund ist, wird dir jetzt wohl nichts weiter übrigbleiben, als ihm einfach seine heimische Sicherheit zurückzugeben und zu hoffen, daß er langsam wieder der Alte wird - rückgängig machen kannst du ja nichts.

    Das ist ja gerade das Tolle, Faszinierende am Züchten oder am bloßen Studieren bestimmter Linien oder Familien: man kann schon einiges im Voraus festlegen, Risiken ausschalten, nach optimalen Anpaarungen suchen - aber was letztlich genau rauskommt, bestimmt immer noch zu einem guten Teil das Glück.
    Zum großen Glück: es geht ja um Lebewesen, nicht um Autos von Fließband!

    Andererseits ist es aber schon auffällig, wie sehr sich gewissen Eigenschaften über viele, viele Generationen durch gewisse Familien ziehen, und wie ein besonders vererbungssicheres Individuum noch nach vielen, vielen Generationen seine Nachkommen "stempeln" kann. Legendäres Beispiel dafür ist der Trakehnerhengst Abglanz geworden, dessen hannoversche Nachkommen bis heute, fünfzig Jahre nach seinem Tod und in -zigster Generation, meist unverkennbar nach ihm aussehen.

    Ebenso faszinierend, wie oft es kleine Merkmale sind, die so exakt weitergehen: meine alte Stute vererbt ebenfalls auf die Harry Potter-Art. Sie hat bis jetzt neun Nachkommen, Kinder und Enkel, von verschiedenen Hengsten, also verschieden aussehend. Aber du könntest zu jedem einzelnen von ihnen sagen: "You have your mother's eyes..." - die sind tatsächlich überall identisch.